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Der Israelit · 1887-02-28 · Heft 17 (28.2.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 17 (28.2.1887)
Date
1887-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIII. S-hrgM,«. Ai 19. Der Israelit. Ein KenLrat - tZrgan für das orfßoboxe Judenthum. HerauSgegeben von Br. Leh.naurr in Mainz. Montag, den S8. Februar 5647 (1887). Lcitcnder Artikel. Die dreifache 'Rettung. ii. Mainz, 24. Februar. Tcr Vers, welchen der zweite Knabe dem Äordcchai verkündete, lautet: „RathctRaly, und er wird zerstört werden, redet Wort, und cS wird nicht bestehen, denn mit uns ist Gott." Seitdem das israelitische Volk cristirt. hat es ^-dllosc Kämpfe zu bestehen gehabt. ES hat keine Marion von Bedeutung gegeben, die nicht gegen Israel feindlich aufgctrctcn tvärc. In Aegypten. m die Wiege unsres Volkes stand, suchte man cS planmäßig zu Grunde zu richten. Man machte unsre Vorfahren zu Leibeigenen, um sie zu erdrücken und ihrer Menschenwürde zu berauben. Der Vlan mißlang. Mir starker Hand und mächtigem Arm führte der allmächtige Gon Lein Volk hinweg aus dem Haufe der Sklaven. Später haben alle Eulturvölkcr ihre Schwerter gewetzt gegen Israel. ihre Dolche geraucht in das Herzblut seiner Löhne und Töchter. Tcr dem angeführten Verse vorangehende verkündet diese fortwährenden Kämpfe und den endlichen Lieg: „Rottet euch nur zusammen, wr Völker, ihr werdet erbeben muffen: vernehmt dre ihr in den serusten Landen wohnet, waffnct euch nur, und ihr werdet erbeben münen, waffnct wieder, und ihr werdet erbeben muffen. Rächet -'rach, und er wird zerstört werden, redet Won, (Vgtt£5 Ed nicht bestehen, denn mir uus ist Es waren zweierlei Gründe, von denen bald ver eine, bald der andere die Völker vcranlaßte, grgen Israel feindlich auszutreten. Es war entvlf* die nationale Abneigung gegen unser Volk, der Haß gegen unsre Religion oder beide znsammen, die den Hast oder den Neid oder die Eifersucht der Narionen gegen unS auffrachelten. In Aegypten konnte uarürlich von einem religiösen Vorurthcilc gegen uns noch nicht die Rede sein. Tie Acgypler fürchteten lediglich das nationale Aufblühen Israels, und dies trieb stc zu jenen harten Maßregeln. Auch die zahlreichen Völker, die in dem daun folgende» Jahrtausend Israel so vielfach bekämpften, waren gegen unsre heilige Religion glcichgilng. Beim Äordauschlage HamanS stndeu wir die erste Spur des ReligionShaffeS, der sich mit der naüonalcn Abneigung verband. „Es existirr ein Volk, zerstreut und getrennt zwischen den Völkern in allen Provinzen deines Reiches, und ihre Gefcvc find verschieden von denen jedes andern Volkes." 2o sprach Ha man zum Könige, um die Ausrorrung der Juden zu veranlassen. Die Griechen unter Antiochuö EpiphancS waren die ersten, welche die Juden aus religiösen Gründen verfolgten. Judäa war ja bereits eine syrische Provinz und die Juden des Königs Unlerchanen; er aber wollte sie zwingen, den einzigen Gott zu verleugnen und die griechischen Götter zu verehren. — Lei den Römern hinwieder waren eS lediglich nationale Gründe, welche sie zum Vernichtungskriege gegen Juda veranlaßtcn. Als Indäa eine römische Provinz geworden war, hinderten die Römer die ISraeiitcn nicht in der Ausübung der GotteSgebote. Erst als die Juden sich gegen die römische Herrschaft empörten, wurde das Volk von der gewaltigen Roma uiedelgeworscu, wurden Jerusalem und das Haus unsres Gottes zerstört. Selbst die hadrianische Verfolgung, welche sich allerdings auch gegen die Ausübung der GotteSgebote richtete, hätte keinen religiösen, sondern einen politischen Hindergrund. Bar Kochba war nicht nur alS Feldherr, er war als Messias ausgetreten, und um diesen hatten sich die Männer Iuda's gcfchaart. Als er unterlege».

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