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Der Israelit · 1887-02-24 · Heft 16 (24.2.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 16 (24.2.1887)
Date
1887-02-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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aber können wir nur einen Mann acccptiren. der voll und ganz auf dem Boden des unverfälschten, traditionellen ZudcmhnmS sieht. Das ist jedoch bei den bis jetzt zu Probcpredigten ausersehenen Männern nicht allein nicht der Fall, sondern die (5ommission hat durch den von ihr gegen alles Erwarten gefaßten Beschluß auch offen zu erkennen gegeben, das; sie dem traditionellen Iudcmhum hier eine untergeordnete Stellung anzuwcisen cntschloffcn ist. Aus diesem (Grunde können wir uns auch mit der Anstellung eines Tajan, wie dies beabsichtigt fein soll, nie und nimmer zufrieden geben, und wir müssen von vornherein laut und entschieden Protest dagegen erheben, wenn dadurch das traditionelle Iudcnthum hier gewiffcrmaßen zu einer Art von Winkcljudenthum dcgradirt werden sollte. Schließlich noch ein Wort. Wir leben eben in einer Zeit, wo wegen der vielen Angriffe, die wir von außen her erfahren, ein festes und einiges Zusammenhalten im Innern mehr als je geboren erscheint. Erst neulich harten wir Gelegenheit wahrzunchmcn, wie wohlrhucnd die Einigkeit unter uns selbst berührt. Als die unheilvolle Petition der Thicrschlltzvcrcknc gegen die Schcchira zmn zweiten Male an den deutschen Reichstag erging, da standen alle jüdischen Gemeinden Deutschlands cimnüthig zusammen; von allen oder wenigstens von dem überwiegend größten Theile derselben, von welcher Schaitirnng auch ihre religiöse Ansichren sein mochten. liefen energische Gegcnpctitionen ein, und wenn diese vor das Forum des Reichstags gckourrrrcn wären, hätten sie sicher eine irnponirende Wirkung auSüben muffen. Roch wissen wir nicht, was in der Zeiten Hintergründe schlummert, welche Angriffe noch gegen uns und die Principien unseres Glaubens ergehen werden. Sollten wir da nicht zusamurenhalten und alle Spaltungen zu vermeiden suchend Und sollte da nickt auch unser Gemeiudcvorstand cs für eine heilige Psticht erachten, darüber zu wachen, daß das friedliche Verhältnis;. wie es dis zum Tode unseres seligen Landrabbiners 7-r bestanden har, weiter erhalten bleibet Wir machen uns wohl keiner Ucbcrtreibung schuldig, wenn wir behaupten, daß die Augen der ganzen deutschen Iudcnhcit in diesem Momente auf unsere Gemeinde gerichtet sind; eine große Ausgabe hat unser Gcrneindcvomand zu erfülle»; möge er einen Beschluß fassen, der unserer Gemeinde zum Frieden, der» ganzen Iudruthuur zum Heile gereiche. Breslau. 20. Fcbr. Die „Israel. Wochcnr'chr.- meldet, daß außer den Hrn. Radd. Tr.Zuckern: and c l und Tr. G u t t m a n n noch die Hra. Dr.R 0 feut h a l -Deuthcn und Tr. B ü ck-Liffa zu Probepredigren berufen worden sind. Diese Meldung entspricht nicht den thatsächlichen Verhältnissen. In der ersten ossiciellcn Sitzung wurde, wie ich auf Grund ausgezeichneter Informationen miuheile» kann, beschlossen, nur die beiden crstgcnannreu Herren zu berufen, privatim sprach mau davon, vielleicht später noch Herrn Dr. Roscnthal zu berufen, was möglicherweise auch geschehe» wird, bis jetzt aber keineswegs beschlossene Sacke ist. Inzwischen ist die Aufmerksamkeit der Wahlkommission auf eine andere ältere gesctzesrrcue Mrafr, die sich allgemeiner Be» licbthcit erfreut, gelenkt worden. Lesterr.- Ungar. Monarchie. Dambovar, am 0. Februar. Bor einigen Wochen fand hier die Einweihung unserer ncnerbautcn Sunagogc statt, eine Feier, die allen Theiliicl)mcnt noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben dürfte. Die Mitglredcrzahl unserer Gemeinde ist seit zwanzig Jahren um das Vierfache gestiegen» und so war cs ein schon lange gefühltes Bedürfnis, an. die Stelle unseres bisherigen kleinen Gotteshauses ein größeres und schöneres zu setzen. Dank der Dvferwilligkcit unserer Gemcindemitglicder konnte dem dringenden Bedürsuiffe auch ohne auswärtige UnlerstüLung abgcholfcn und der schöne Bau vollendet werden. Durch seine Umsicht und Energie hat sich besonders unser Gcmeiudevorstchcr Adolf Rainer um das Unternehmen verdient gemacht, und den vereinten Bcinühnngcn einiger älterer Mitglieder ist cs zu danken, daß unsere Sunagogc in streng gcsetzcstrcuem Sinne erbaut und eingerichtet worden. Tic Einweihungsrede hielt unser Bezirksrabbiner Herr (r. M. Göttern aus Höggisz, der die Bedeutung und den hohen Zweck von "nr-c r.'rzr zum Gegenstände feiner trcftlichen Ausführungen machte.. Das öffentliche Gebet wÄ einerseits das Band des Einzelnen mit der Gefamurrheit befestigen. das Gefühl der Solidarität Herstellen, indem cs die Interessen des Einzelnen mir denen der Gcfantmtheit idcnlincirt. — wir deren U7 rrs •ir? -p3 -Nt'!, verzeihe uns, heile uns, segne uns, — andererseits aber das Band mit Gott aufs innigste verknüpfen. So sagt Salomo m seinem Einweihungsgedete: Wenn allerlei Strafen über Israel kämen — -7 tjerr irs* — in Folge der Sünde, *rrx fit aber zu Dir beten und so ff-7rr *cr* zu Dir zurückkehren» das Band mir Gorr wiedcrherstcllen — tv-rcr so verzeihest Du. Gon, und die Srrase hört von selbst auf. Au: Schlune seiner mit geistreicher Erklärung vieler

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