Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 14 (17.2.1887)
- Date
- 1887-02-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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234 =“n 'r. *m. Ter Verein entfaltete auch in anderer Weise seine ersprießliche Thätigkeit. Er ließ ein rr,^ >:d schreiben und wendete es der hiesigen Synagoge, aus welchem die Vereinsmitgliedcr in einem Nebenlokale der Synagoge an rer r*rn cn-i vorlesen, welche Einrichtung dem Vereine ein ziemliches Einkommen ergibt. Mögen solche Wohlthatigkeitsvereine auch anderwärts Nachahmung finden. Wilhelm Alexander. Pefth. Der ungarische HandelSminister setzte die Behörden der Hauptstadt ir: Mciii:r::if;, daß der Handel mit „Maz-.oth" nicht statthast sei, da nnr den .Kultusgemcindcn das Riecht zustehe, ihre Mitglieder mit „Maroth" zu versehen. Die mit der Bahn einlangenden Mazzothseudungen sind daher ins Auge zu fassen, damit deren Verschleiß verhindert werde. Die M'azzoth seien ganz so zu betrachten, wie der Verkauf von Koscherfleisch, der ebenfalls nur den Eultnsgemeinden zusteht. F r a n k r r i ch. Paris. Am 29. Januar wurde von der Depntirtenkatntner mit der Erledigung des Eultusetats auch der bisherige Beitrag zum. isr. Eultus in der gleichen Summe wie im Vorjahre votirt. Das Bureau des Wohlthätigkeitseomit^s wurde inngfi vor Bettlern wahrhaft erstürmt und kamen solche wüste Scene» vor, daß polizeiliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. England. .x London. Der englische Eommiffär auf der Insel Eeylon theilte vermittelst der engl. Negierung der Ang. Iew. Assoc. mit, daß die auf der Insel wohnenden rumänischen Israeliten, etwa LO Personell, im tiefsten Elende sich befinden, und ersuchte die Gesellschaft, dafür Sorge zu tragen, daß dieselben arrvtrswö nntcrgebrüui! werden. Die Em»- granten selbst wünschen nach »ronstantinopel gebracht zn werden. Bis jeyr hat die Anglo Iew. Afioc. hierüber noch keinen Beschluß gefaßt. Lord Rothschild und Sir Julian Goldsand haben an Mvley Ismail, Snkel des Sultans von Äarocco, ein Dankschreiben gerichtet für seine Protektion^ die er den Juden in der Hauptstadt gegen Angriffe der maurischen Bevölkerung z» Theil hat werden lagen. Türkei. Könftaiitiuopel. Unser Glanbensgenone Herr Isac Modlo, welcher die Stelle eines Ehefarztes aut dem kaiserlichen Vachlschifie ausübt, wurde vom Sultan zum Eontre-Advrtral entannt. Herr Mohlo ist außer feiner ärztlichen Praxis auch wegen seines Wohlthätigkeltssinnes in allen Kreisen der Hauptstadt hochgcschäst. Tie hiesige iSr. Gemeinde zählt nuttmehr unter ihren Mitgliedent zwei Paschas, den obengenanten und den Elias Pascha. Amerika. New-4-ork. Der bekannte Prozeß bezüglich des Legates des verstorbenen Nathan Simso» in New-Nork zu Gunsten der Armen Palästinas, im Betrage von 5»,000 Dollar, wurde tu erster Instanz zu Gunsten der ^Rordamerikanischen Unterstützungsgesellschaft für die armen Juden Palästinas" entschieden. Tie Erben habert appellier und ist nutmtehr die weitere Entscheidung abzuwarten. Feuilleton.. Are Lonverlilm. Bon Friedrich Rott. (Fortsetzung.) 7. Kapitel. Eine Reihe von Jahren war vergangen. Marina hatte sich zur blühenden Jungfrau entfaltet, die Freude, der Stolz ihrer Lehrerinnen, der verhätschelte Liebling ihrer hochgeborenen Gönnerin. Gräfin Walewska staunte oft über sich selbst, wie das schöne Pathenkind ihr an's Herz gewachsen war; fühlte sich doch kaum im Stande, ihr einen Wunsch zu verweigern. Bor nahezu dreizehn Jahren, als sie sie dem Kloster übergeben, da hatte sie dieses in der Absicht gethan, das schöne Iudenmädchen für immer dem Kloster zu weihen. Aber Marina's funkelnde, seelenvolle Angen blickten so verlangend in die Welt hinaus, weit hinaus über die Mauern des Klosters; der Gräfin versagte der Math, ihren Wunsch in einen Befehl zu umwandeln. i'ituinü hatte sich zwar stets glücklich gefühlt L in den dünern Mauern, kein unfreundliches Wort ihrer Erzieherinnen fiatte je ihren kindlichen Frohsinn getrübt, denn das Pathenkind der Gräfin Walewska war unstreitig die begabteste Schülerin des Klosters; gab es doch keinen Unterrichtsgegenstaod, der don gelehrt wurde, in dem Marina nicht exccllirt hätte. Und zudem ihre Bescheidenheit, ihr sanftes, stets heiteres Temperament, ihre Herzensgute. ihre seltene Schönheit, die Jeden entzückte und von der sie trosdem keine Ahnung zu haben schien. Sie war der Liebling sämmtlicher Jnwoh-