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Der Israelit · 1887-02-17 · Heft 14 (17.2.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 14 (17.2.1887)
Date
1887-02-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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233 Zeitungsnachrichten und Corrcfpondeuzen. Deutschland. Berlin, 13. Februar. Geehrter Herr Redakteur! Lei dem Antheil, den Sie au der Förderung der jüdischen Littcratur nehmen, darf ich hoffen, daß Sie Ihren Lesern von dem glücklichen Fortgänge des hebräischen Littcratur-Vercins Mekfee Xirdamim AiciintiitB geben werden. Tic Schriften für den zweiten Jahrgang sind jetzt fertig gedruckt und soll die Versendung derselben an die Mitglieder noch im Laufe dieses Monats erfolgen. Es erscheinen in diesem Jahrgange: 1) Pachad Jizchak Buchstabe tr, 23 Bogen von dem circn 3S Druckbogen betragenden Thcile, der erst im folgenden Jahrgange ganz vollendet sein wird. 2) Fortsetzung der l-ieonim-ßesclieide. S Bogen. 3) Mischna- Eommentar des Maimonidcs, arabisch in Quadratschrifl mit hiernach berichtigter hebräischer Ucbcrsekung von Pr. I. Dcrcnburg, 10 Logen. 4) Ter Tarschisch von Moses ibn Esra I. Theil « Bogen, zum ersten Male veröffentlicht von Baron David von Günzburg. 5) Sammelband, enthaltend die hebräischen Materialien zur Alerandcrsagc, aus handschriftlichen Quellen hcrausgcgebcn von Rabbincr I. Lcvi, c. 9 Bogen, ferner f^2 'rr nach der einzigen Handschrift in Turin, bearbeitet von Prof. I)r. Kaufmann in Budapest, u. v. A. Mit vorzüglicher Hochachtung Pr. Berliner. Berlin, 14. Februar. Turch die Zeitungen gebt nachstehendes, überaus imcrciiamc» Schreiben des Frankfurter Qberbürgcrmristcrs Pr. Miguel, neben v. Bennigsen de« bedeutendsten Führers der narionalliberalen Partei, an einen „israc litischcn Bürger" zu Reuwicd: Sehr geehrter Herr! In ergebener Erwiderung auf das gefällige Schreiben vom 2. d. M. bestätige ich gerne Ihre Aunanung. daß ineine Benichcrnng in Neustadl, daß ich und alle rncinc politischen Freunde, wie zu allen Zeiten, so auch in der Zukunft selbstverständlich für die volle Gleichberechtigung aller Konfenioncn einireten würden, natürlich frch auch auf die israelitischen deutschen Staatsbürger bezog. Gerade mit Rücksicht auf die antisemitischen Agitationen hielt ich cs für nothwcndig, noch ausdrücklich einen Satz auszusprechen, den ich Wust für ein längst erworbenes Gemeingut aller -^cutscheL halten und für außerhalb alles Streites krcgcnd hätte anschcn müffcn. Ich stehe nicht an. mrch dafür zu verbürgen, daß alle Mitglieder der nationalliberalcn Partei genau so denken und jedenfalls nur unter dieser Voraussetzung auf dem Boden derselben stehen können. Ich ermächtige Sie Ihrem Wunsche gemäß, von diesem Briefe jeden Ihnen gut scheinenden Gebrauch zu machen. Hochachtungsvoll und ergebenst I. Miguel. So innig uns auch die Kundgebung des Herrn Pr. Miguel erfreut, da sic eine erneute Niederlage der Rassenhcvcr bedeutet, um so betrübender ist es, constatiren zu müpen, daß durchaus nicht „alle Mitglieder der nationallibcralen Partei" so denken, wie der verehrte Qberbürgcrmeistcr der Stadt Frankfurt. Tenn das volle Eintreten der „Nationallibcralen" für einen Stöcker in Siegen und einen Wolfs in Berlin ist doch kaum als mustergiltigcr Beweis dafür anznschcn, daß alle Mitglieder der na« tionattibcralcu Partei für die „volle Gleichberechtigung aller Konfcyioncn" cinzutrctcn gesonnen sind. Und hat nicht erst, so fragt die Volkszcitung, neulich der Führer der Antisemiten in Westfalen, Herr Pr. König erklärt, daß die antisemitischen Stimmen in Bochum auf den natinalliberalcn Pr. Haarmaun abgegeben werden müßten, weil die Wahl des Stöcker in Siegen nur durch die nationalliberale Unterstützung möglich sei V Also entweder versteht Herr Miguel unter Mitglieder der nationallibcralen Partei nur die nationallibcralen Reichstagsabgcordnctcn, für die er sich verbürgt oder er hält die Sicgener und Berliner „Nationallibcralen" nicht mehr für Parteigenossen, was wir kaum glauben. Dieses einer höheren Staatsraison gebrachte Qpfer des Intellekts ist ein tieftrauriges Symptom für die gegenwärtigen Verhältniffe überhaupt; gleichwohl ist das Schreiben immerhin von nicht geringer Bedeutung, und wir werden die in demselben nicdcrgclegte Bürgschaft fest und treu im Gedächtnisse bewahren. Wir unterlassen es natürlich, unfern Glaubensgenossen für die Wahl irgend welche Tirectioe geben zu wollen, da einerseits die Politik nicht in eine jüdische Zeitschrift gehört, anderseits die jüdischen Rcichsangchörigen selber wissen werden, was Vatcrlandstrcuc und Bürgerehre ihnen zu thuu gebietet. Bl. Qesterr.-Uugar. Monarchie. S.ztropko, 2. Februar. Ter hier seit 2 Jahren bestehende Handwerkervcrcin p-s bps hat bereits viel Gutes gestiftet. Er verabreicht an arme Handwcrkerskindcr und an kranke Vcreinsmitglieder Arznei und sonstige Hilfsmittel. Auch hat der Verein für geistige Unterstützung gesorgt, die Mitglieder versammeln sich allabendlich, nachdem sie den Tag mir Arbeit verbracht, zu einen Vortrag in rssi

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