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Der Israelit · 1887-02-10 · Heft 12 (10.2.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 12 (10.2.1887)
Date
1887-02-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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tiative ergriffen, nnd so wurde -aj??! prms n"~i '2 cr.*2 die von diesen frommen Männern gegründete rcrr* "2*ti rr.*r vorläufig mit bescheidenen Mitteln eröffnet. An der Spitze des hiesigen Am'sichts-6omile des Instituts üchcn die hervorragendsten Männer der Ajkenanm Gemeinden als R. Melier, Mcisel, R. Jacob Blumembal, Hr. Fischel Lapin rc>, deren Flamen für das iHemiunc der Anstalt bürgen; als Tircctor und Leiter der Anstalt wurde der sehr gelehrte und geachtete Rabbiner N. Isak Winograd ans Pinsk von dem tfomite in lliußland ernannt, welcher auch die Borträge hält und sich nicht nur durch seine große Gelehrsamkeit, sondern auch durch sein einnehmendes Wesen die allgemeine Achtung und die Liebe seiner Schüler erworben. Tie ra-c wird, da ihr nur bescheidene Mittel zur Verfügung stehen, vorläufig nur von 40 Schülern frcqucnlirt. Mögen aber Zionsfreunde auch außerhalb Rußlands diese Anstalt, die eine Pflanzstätte für?rc27! “*n zu werden verspricht, ihre Theilnahme und Unterstützung znwcndcn, damit sich das Prophctcuwort 27.'"2 n ~rr. rrw N»n o durch dieselbe bald bewähren soll. C. Me Converlttin. “l:on Friedrich Rott. (Fonscvnng.) 6. Kapitel. Es war in den späten! Abendstunden. Tie Aufregung des Tages, obgleich freudiger Natur» baue den Gelahmten doch angegriffen. Seine Frau haue ihn ausgefordert, sich bald zur Ruhe zu begeben und war dann hinausgegangen» um lue Hausthür zu schließen. Eben war sic im Begrine dieses zu thun, als sich ein Mann durch die noch halbgeöffnete Thür in das Haus drängte. „Herr Gott! wer ist üa?" schrie Frau Perl. „Erschrecken Sic nickt, Frau Teste! bäum," erwiderte eine ihr unbekannte Stimme „und nehmen Sic's nicht übel, daß ich Sie zu so später Stunde belästige: jibcr am Tage wäre mein Besuch bei Ihnen ausfallend gewesen, und es liegt sowohl in meinem als auch in Ihrem Intercsic, daß die Verständigung, die ick mit Ihrem Manne zu erzielen hoffe, ein Gehkininiß bleibt.- „Sikr sind Sic?" fragte Frau Tcitelbaum mir unsicherer Stimme. »Mein Name ist Wilhelm Meier, ich bin ein Cousin Ihres Mannes. Lassen Sic uns hincingchcn, ick bäte. —- Perl zögerte, ihr ahnte nichts Gutes von diesem Besuche, doch der Ankömmling ließ ihr nicht Zeit ihn zurückzuweiscn. Als er sie zögern sah, schritt er an ihr vorüber der Zimmerthür zu, klopft au und öffnete gleichzeitig. „Guten Abend Vetter Löb, wie geht es Dir? Ter Angeredete blickte überrascht auf, „Wolf! — Tu bist»! — was führt Dich her, und noch dazu zu dieser späten Stunde.- „Ich niuß mit Dir reden, Löb, mit Dir und Deinem Weide. Aber, weil wir sckou seit so vielen Jahren nicht mit einander verkehrt haben, würde cs der Nachbarschaft auffallen, wenn ich am Tage zu Tir kommen würde — und ich möchte jedes Aufsehen vermeiden —- „Setzen Sie sich,- sagte Frau Perl, einen Seffcl herbeirückcnd. Herr Meier folgte der Einladung. „Ist Niemand in der Nähe, der uns belauschen könnte?" fragte er, „kein Kind, kein Dienstbare?" Pcrl schüttelte den Kopf. „Unser Kind ist nicht zu Hause und Ticnstbotcn haben wir kcine." „Sckön, schön, so komme ich sofort zur Sache, und die betrifft, wie Du Tir wohl denken kannst» das Testament unseres verstorbenen Onkels. Ich bin von der Erbschaft ansgeschloffcn, weil ich getauft bin, das ist richtig. Aber lieber Freund, ausdrücklich heißt cs auch in dem Testament, daß auch diejenigen, deren unmündige Kinder getauft sind, gleichfalls ausgeschlossen sind. — Nun ist die Geschichte zwar nicht bekannt, weder in der Gemeinde, noch bei Gericht, aber Ihr sehr, ich habe doch Wind davon bekommen. Da habe ich mir nun gedacht, das Beste wäre, wir schließen einen (Kompromiß. Eine Hand wäscht die andere. Ich batte reinen Mund und Tu gibst mir dafür die Hälfte von Deinem Theil. Das find» wie mir gesagt worden ist, 25.ooo Dollar. Einverstanden?" „Ich verstehe Dich nicht, ich weiß nicht, was Tu willst." ' „Stelle Dich nicht so unwiffend,- cmgegncte der Andere ärgerlich, „Du siehst, daß ich cs weiß." „Daß Du was weißt? — was?" „Daß Du Tein Kind hast raufen lassen, navezu vierthlttbhnndertGulden hast Tu dafür bekommen." „Lügner!" schrie Löb mit fürchterlicher Stimme. Doch ein Blick aus die verzerrten, rodrenblaffen Züge seines schuldbewußten Weibes batte ihn plötzlich ibr ganzes Lügengewebe durchfchancu lassen. Er stieß einen wilden unanikulinen Laut aus und mir einem Save war der noch vor einer Sccunde gelähmte Mann aufgesprungen und auf seine Frau zugestürzt, die er heftig schüttelte.

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