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Der Israelit · 1887-02-10 · Heft 12 (10.2.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 12 (10.2.1887)
Date
1887-02-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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>«isq,«M-- 200 ersten das Recht verwirkt, unS Mangel an Liberalismus vorzuwerfcn. (Lebhafter Beifall links.) Weilers brauche ich mich mit den Ausführungen dieses Mannes nicht zu befassen. Pcsrh. Im großen Berathungssaale des neuen Stadthauses hat heule Vormittag die Ueberrcichung des goldenen Verdienstordens mit der Krone an die Vizevrasidentm des Ccnttal-Fröbel-Frauenvercins Frau Charlotte Rosenzwcig-Saphir in feierlicher Weise stattgcfunden. Triest, 2. Februar. Am 10. v. Monats traten die ncugcwählten Ansschußmitglieder unserer Gemeinde zusammen, um für das nächste Biennium r.'r—rein (ISST—SS) einen neuen Vorstand zu wählen. Unser bisheriger Rosch-Hakahal, Cavaliere Enrico Salem — derselbe ist zwar ein simpler Geschäftsmann, Gctrcidegroßhändler, aber der Sproß einer berühmten jüdischen Familie, da seine Ahnen auf dem Rabbinatsstuhle von Belgrad und Amsterdam saßen, während zu ihren Füßen Tausende von Schülern ihren heiligen Lehren aufmerksam lauschten — erössnctc die Sipung mit der Erklärung, daß er und seine vier Amtscollegcn, Jacob 9lmcr v. Eisncr, Adolf Welmcrin, Gincomo Iachia und G. A. Nssylio, ihre Chrcustcllen niedcrlegen, damit die Ausschußmitgljeder einen neuen Vorstand nach ihrem Gntdüliken wählen können. Hierauf erhob sich das Ausschussmitglied Nilma Comnrcndatore de Morpurgo und beantragte, die Versammlung möge dem gesammten soeben zurückgerrctenen Vorstand für seine vortreffliche Leitung der Gcmcindcangclcgcnhcitcn in dcm^vcrgangcnen Biennium ihren Tank aussprechen, was auch sogleich aufs Bereitwilligste geschah. Rach ihm erhob sich dann der Advocat Tr. Komolo Calbi und stellte den Antrag, die Versammlung möge den soeben zurückgctrercncn Vorstand per Acclamarion wieder wählen, um ihm so ein Zeichen ihres vollsten Vertrauens zu geben, ein Antrag, der gleichfalls mit großem Bestalle ausgenommen wurde. Herr Salem und seine vier Collegcn erklärten dann, baß sic sich dem Wunsche des Ausschusscollegiums willig fügen, und bereit seien, die Bürde ihres Ehrenamtes noch fernere zwei Jahre zu tragen. Uedrigens können sich auch die bekannten „ältesten Leute" unserer Stadl nicht mehr erinnern, daß unsere Eultusgcmcinde einen anderen Rosch-Hakahal gehabt hätte, als Herrn Salem, da dieser wahrhafte Ehrenmann schon seit Jahrzehnten diese Ehrenlast trägt und ich hoffe sogar, daß ich nach fünfundzwanzig Jahren rr« dem „Israelit" melden werde. daß Cav. Enrico Salem neuerdings zum Vorsteher unserer Gemeinde gewählt wurde. Vor einigen Tagen warf ein Besucher einer hiesigen spanischen Synagoge in die Mataa-Baseßcrdüchse daselbst 25 fl. in Noten. Er bcreuete jedoch gleich darauf, diesen Geldbetrag einer schlecht versperrbaren und auch schlecht bewachten Büchse anvcrtraut zu haben und thcilte er feine diesbezüglichen Besorgnisse unserem verebrten Lbcrrabdiner Mclli mit. Tiefer ließ die Büchse unverzüglich öffnen und es fanden sich in derselben blos 39 Kreuzer Scheidemünze vor. Ein Individuum, das mit der Reinigung der Synagoge betraut war und das nun ins Verhör genommen wurde, gestand dann ein, den bezeichnercn Geldbetrag aus der Büchse genommen zn haben. Dasselbe wurde sogleich entlassen. England. London, 2. Februar. Wie jüngst milgcthellt, richtete ein junger Mann, Namens Iiaac Mauerbergcr, an Lord Rothschild einen Drohbrief des Inhaltes, daß er den Lord znm Tucll aussordcre, falls er ihm nicht L. 64000 — sende. Heute fand die Verhandlung statt. Es wurde von Seiten der Gerichtsärzic constatirt, daß der Angeklagte im hohen Grade geisteskrank, und daher ganz unzurechnungsfähig ist. Ma-aerbergcr bchaupttrc jedoch, daß er vollständig bei Sinnen fei und forderte die Aerzte am, ihre Angaben zu moriviren, was auch geschah: Tic Geschworenen erkannten die Unfähigkeit des Angeklagten, der nnn unter ärztlicher Behandlung gestellt wurde. — London, 2. Februar. Für die bei der polnischen Theater-Katastrophe Verunglückten wurde eine Sammlung verallstalrcr. Ter Tclcgirte Chics Rabbi Tr. Hermann Adler '"a und Lady Adler leisteten den Kranken und Verwundeten große Hilfe und besuchten dieselben in ihren armseligen Hamern. Ta jedoch eine ivollstäudrz hinreichende Summe kollcltirr worden ist, so sah sich Herr Tr. Adler veranlaßt, der Times Nackricht zu geben, daß keine weitere Gaben für diesen Zweck erforderlich seien; — es wurden auch sämmrlicke Bcerdigungskostca aus dein Wohlthätigkeitssond bcürmen. Ter Besitzer des Theaters ist jedoch aus Schadenersatz augcklagr. Es möge noch bemerkt werden, daß, wie wir vernehmen, daß hiesige 71 zre schon früher die Aufführung mancher Stücke verbot. Es wurde z. B. der hohe Priester am Versöbnungstage im Aücrbeiligften betend, dargcsteül, auch wurde auf der Bühne na? rrrp ausgcführt und gewissermaßen

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