Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 12 (10.2.1887)
- Date
- 1887-02-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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198 Welt, und daher hat cs Anspruch auf Gottes Hilfe 'n pr r.srci ms „dem Menschen und dem Liehe, hilfst Du, o Ewiger!" David hatte Gottes Milde erfahren, die ihn auf die höchste Höhe cmporgchodcn, die aus dem Hirtenknaben einen König, und welch einen König hatte werden lasten, einen Kricgshelden von unvergänglichem Ruhme, einen Barer seines Volkes, den Begründer einer unvergänglichen Dynastie (-n n*2 rcrc), den Länger der unvergleichlichen Psalmen, die der Menschheit seit Jahrtausenden Trost und Erquickung und die reinste Herzensfreude gewähren. Vs “re-nr „und Deine Milde ist so hoch wie die höchsten Berge." Aber auch Gottes, schweres Strafgericht hat David erfahren; er hat dulden müssen, wie selten ein Mensch. Bon des Thrones Stufen hinweg mutzte er fliehen ins wilde Gcbirg, gehetzt wie ein vom Jäger verfolgtes Wild. Noch mehr, auf der Höhe seines Glückes angelangt, nrnstte er, der gefeierte Held, der bewunderte König, als ein tiefgebeugter Flüchtling, als ein gramverzehner Baker vor dem eigenen abtrünnigen Lohne entfliehen, beschimpft und verflucht von wuthentbramncu Empörern! ran mri 7csrc. „Deine Strafgerichte schleudern den Hochcrhobencn in den tiefsten Abgrund." Aber Gon erbarmt sich des Erniedrigten, betten, der sich alles Llolzes entkleidet, der die eigene Bcrnnnft nicht höher achtet als Gottes heilige Lehre. ms rs “"x '“in* ->*x *1 >-r'n ms >' >«t!■„ L>*u -jr m «•«>'/ w« „Menschen und Thiercn hilfst Tn. o Ewiger. Raw Jehuda sagte im Namen des Raw: dieser Bers bezieht sich auf die mit Vernunft begabten, klugen Menschen, die sich des eigenen Unheils den heiligen Geboren Gottes gegenüber begeben, gleich dem willenlosen Tbkerc. (Ehnlin 5 b.) Wir sehen also, das; Davids ganzes Leben in diesem Vers geschildert ist: wie er hat Niemand GorleS Huld erfahren, wie er har Niemand inner Goncs Strafgericht gelitten, und da er cs ohne Alurrcn, ohne Widerrede ertragen wie das willenlose Thier, da ward ihm Gotte« Hilfe und Gonc« Gnade; feine Lcknld ward verziehen, und er ging ein zum ewigen Leben. Anlchncnd an diesen Vers ‘i jrcüt nsrx ms richtete nun Lalomo die Doppclsrage an die Weisen: Wie soll ich heute, am Labbat, des Vaters Leiche, die in der Lonne liegt, ins Haus schaffen, und wie darf ich die hungrigen Hunde füttern? — Und die Weisen geben erst Antwort auf die zweite Frage nnd besähen sie ohne Weiteres; dann erst beantworten sie die erste Frage und gestatten nicht ohne Umstände die Leiche des großen Königs aus der Lonne zu schaffen. Daher har Lalomo mit Recht gesagt: dem lebenden Hunde ist besser als dem lobten Löwen. Wir haben in einem der vorigen Kapitel die Frage des Nabbi Lamuel Jdelcs (s"c""»"n"D) erwähnt, warum Rabbi Tanchum in unsrer Talmudüclle nicht auch den „lebenden Hund" figürlich deutet, warum er gerade auf einen wirklichen Hund den Ausspruch Lalomo'« auwcndet; er könnte doch einfach sagen, daß der geringe, lebende Mensch dem großen Todtcn vorzuzichcn sei, da der Lebende, selbst der geringe, die Mizworh üben kann, was dem Verstorbenen'nicht nrehr möglich ist. 2o begründet die Frage erscheint, so wenig befriedigend lautet die Antwort des Rabbi Samuel Jdele«; er sagt nämlich: -V: rrs? xrvn “.c.V „cs ist ihm lieber, das Wort Hund im Wortsinne zu deuten." — Wir wollen eine andere Beantwortung der erwähnten Frage versuchen, indem wir auf das eigentliche Wesen und die Bedeutung der hier einander gegenübergestellren Thicre, des lebenden Hunde« und des lodten Löwen, genau einzugchcn uns bemühen werden, und so hoffen wir, daß cs unter göttlichem Beistände gelingen wird, für die beiden Fragen ^alomo's, die beiden Antworten der Weifen de« Lehrhanses und für den in Rede stehenden Vers in Kohelerd eine genügende und befriedigende Erklärung zu geben. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichteu und Korrespondenzen. Deutschland. Alain;» 8. Februar. In der „Israelitischen Wochenschriftgibt sich Herr Anhur S. Weitznifiiin als den Verfasser jener Eorrcfpondcn; zu erkennen, von welcher Herr Reickslagsabgeordnerc I)r. Bloch behauptet hatte, daß sie aus MisfiouSkrcisen stamme. „Ferner erkläre ich hier" schreibt der Genannte, „daß er i Bloch) cs selbst war, der mir mitthcrlto, daß er sich veranlaßt sehe, dem Missionsvrcdigcr Schönberger eine Erklärung adzugeden» weil jener ihm mit einer Berbalinjurienklage drohe." Wie nun der Herr Rcichsragsadgeordnere Dr. Bloch sich gegen den schweren Borwnrf, eine „infame Verleumdung" in die Welt geschlendert za haben, vcnhcchigcu wird, bleibt ihm überlassen. Bis dahin bedauern wir, seinen Artikeln in unserer Zeitschrift Raum gegeben zu haben.