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Der Israelit · 1887-02-07 · Heft 11 (7.2.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 11 (7.2.1887)
Date
1887-02-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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m&st 184 Im Schuljahre 1885/86 befandensich im Institute 00 Zöglinge und zwar 55 Knaben und 35 Mädchen; von denen 13 Zöglinge den vollen Berpflcgsbcitrag, 10 Zöglinge einen crmäs;igtcn Dcr- »pflcgsbcitrag leisteten, während 5 Zöglinge durch die k. k. n.-ö. Slatthalterci aus der Leopold und Bertha Müller'schcn Stiftung, 3 Zöglinge durch die Eommunc der Reickshaupt- und Residenzstadt Wien, 10 Zöglinge aus dem uugar.-isracl. Schulfonde, 6 Zöglinge aus dein mähr.-isracl. Landcsmaoofonde, 12 Zöglinge ans Grund von Privarslistungeu und 31 Zöglinge unentgeltliche Aufnahme fanden. T.ztropko, 14. Jan. Das Ableben eines Mannes, der beinahe 8 Dezennien dein Studium der -2r:?n rr*n oblag, verdient in Ihrem geschätzten Blatte rcgistrirt zu werden. Ter unter dem Flamen "i r;:'' -r in dieser Gegend allgemein bekannte und geachtete Mann wurde heute am pry unter Bctheiligung der ganzen jüdischen Bevölkerung zu Grabe getragen. Bon seinem zehnten Lebensjahre an bis zu feinem Sterbetage, er erreichte ein Alter von 87 Jahren, lag er dem Talmudstudim ob. Man sagte von ihm mit Recht vn*rjn *,*c* 72 r-^n nrryH rrr.rb. Welcher Achtung er sich crsrcurc, legte die imposante ivb, die er hatte, Zeugnis ad. Mehrere Landbewohner sah man, da sie zu spät von der "n'7 Kenntnis; erhielten, im raschen Galoppe fahren, um den Lcichenzug cinzuholcn. Möge der Allgütigc uns cs nie an so edlen Männern fehlen lassen! England. London, 15. Januar.*) Am verflossenen r2r -N-rc wurde ein interessanter -Bortrag von Herrn M'arcuS Adler im Icwish Eollcgc über den „Tempel in Jerusalem* abgchaltcn, bei welcher Gelegenheit der General-Major Sir E Harles Warrcn präsidirte. Eine große Anzahl Gelehrter und hervorragender Persönlichkeiten, auch viele NichtiSracliten uud eine große Anzahl von Damen bildereu das Auditorium. Ter Präsident zeichnete sich durch seine großen Leistungen bei den Ausgrabungen im heiligen Lande aus; auch Eapirain Eondor, welcher die Leitung der Erforschnngs-Eommission im östlichen Gebiete dcS IordanS übernonnnen, war anwesend. Herr Adler schilderte hauptsächlich den herodianischcn Tempel, jedoch können wir seiner Ansicht. daß die Muhamedancr genau den Blak, des LpfcraltarS wissen, nicht vollständig bcipflichren, und die Ansicht dcS Sir Charles Warren, daß der Altar westlicher gelegen war, scheint richtig zu sein. Es ist dies einer der Gründe, warum heutzutage kein Dpferdienft stattfinden könnte, weil wir' nicht genau den Crt der Altäre kennen. Ferner hätte Herr Adler den eigentlichen Grund, warum die Israeliten den Tcmpclbcrg heute nrcht betreten dürfen, besser moriviren sollen, (l. Maimon: Bcth-Hadchirah E. VI, 14). Im llebrigen war der Bortrag wissenschaftlich gediegen und zeigte von genauer Kenntniß des Terrains und gründlicher, talmndischcr Gelehrsamkeit. Rach Beendigung der Rede trug der Präsident einen Bericht über die Erfolge der Ausgrabungen vor, woraus klar ersichtlich ist, daß die in der Mischnah von Middotb enthaltenen Beschrci- - bringen richtiger sind als die des IoscphuS, was auch bereits Herr Tr. Hildesheimer in einem Artikel zum Jahresberichte dcS Seminars (v. 1876—77) auscinaudcrgcsctzt hat. Herr Eapitain Eondor bemerkte, daß sämmilichc im Buche Iosua angegebene Drtc ausgesundcn wurde. Auch die Wasserleitung des Gichon, welche König Ehiskiah verstopfte, um dem assyrischen Heere Wassermangel zu verursachen, wurde entdeckt. Nachdem noch einige gelehrte Reden von einem amerikanischen Professor und dem Archäologen Tr. Richardson gehalten wurden, schloß die Sitzung mir den üblichen Danksagungen. Diese Sitzung im Ievish-Eollcge hatte eine streng religiöse Tendenz und sind wir Herrn Adler zum besonderen Danke für sein herrliches Arrangement verpflichtet. Portugal. Lissabon, im Januar. Auch in unserer Stadt» der Residenz dcS Königs von Portugal, der noch heute den von einem Papste feinen Ahnen wegen ihrer streng kirchlichen Gesinnung verliehenen Tire! „der Allergctreucsic* führt, und in der noch zu Anfang dieses Jahrhuuderts den Juden der Aufenthalt daselbst bei Todesstrafe verboten war, cristirr jetzt eine kleine jüdische Gemeinde, ungefähr äüf» Seelen stark, deren Mitglieder zumeist aus Marokko oder Gibraltar kamen. Auch einige deutsche und französische Juden befinden sich hier, die sich Katzcustcin. Hamburger, rrohn :c. nennen. Dieselben besitzen hier ein Bicrrck Dutzend Snnagsgcu, die zwar nur gcmicrhckc Bctlokalc sind, die aber doch von der strengen Religiosität zeuge», die den hier lebenden Juden iuncwohnr. Einen Rabbiner gibt cs hier noch leinen, dafür aber einige Hafanim» die zugleich auch als Schächter und Modclim fungircn und die auch in ihren betrcssendcn Synagoge« Trauungen vornehmen. In allen diesen drei Synagogen herrscht der scphardischc oder vielmehr der Enlid> verspät«.

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