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Der Israelit · 1887-02-07 · Heft 11 (7.2.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 11 (7.2.1887)
Date
1887-02-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. AranLsurt a. M., 3. Februar. Die Anverwandten des verstorbenen Frciherrn Carl von Rorhfchild hegen» wie wir von authentischer Seile erfahren, die Abficht, eine Jedermann zugängliche Biblioihck besserer Werke aus allen Zweigen der Wissenschaft und speziell der schönen Literatur ins Leben zu rufen. Wir begrüßen diese große Idee einer Biblioihck, die dein englischen Free Libraries verwand: ist. im Interesse unserer Sladt mit Freuden. Halbcrftadt, 3. Februar. Heute sinh verschied Hierselbst nach langem Leiden Frau Bertha Alt mann, gcb. Hirsch, in dem jugendlichen Alter von 23 Jahren. Tie Tahingeschicdcne vermählte stch vor 2 Jahren mir dem Bankier Simon Altmann in Paris, und heiterer Frohstnn schien auf inrmcr den Bund zu umschlingen; da sollte eine tückische, unheilbare Krankheit das traute Glück grausam zerstören. Vergeblich wurde die Knust der größten Autoritäten angcruscn, und nach einem monatclangcn Martyrium hauchte die hartgeprüfte Tnlderin heute früh ihre reine Seele aus. Ter Tranersall begegnet hier allscitigcr schmerzlicher Thcilnahmc, die Armen werden in der Verblichenen eine edle Wohlrhätcrin beweinen. Tie Beerdigung findet am nächsten Sonntag statt. Aus Höxter wird uns mitgcthcilt, daß ein Stück Vieh rituell geschachtet und vom Schochct für koscher erklärt wurde, während von den amtlichen^ Flcischbcschaucrn die Verbrennung des betreffenden Fleisches ungeordnet werden mußte. Es handelte fich hier wahrscheinlich um einen Fall der Tuberkulose, welche im Volksmundc als L-vL-s oder auch bezeichnet wird. Diese schreckliche Krankheit kann leicht durch den Genuß des Fleisches übertragen werden. Die Lkrankyeir tritt meistens an der Lunge zur Erscheinung und äußert fich in einer Menge kleiner Bläschens Es wäre nothwendig, die Angelegenheit sorgfältig zu untersuchen und den bcrrcncnden Schocket dcßhalb zur Verantwortung zu ziehen. — Aus diesem Falle erficht man deutlich, wie traurig cs ist, wenn in einer ganzen Provinz kein Rabbiner fich befindet, der die religiösen Jnstittttionen überwache. Unser herrliches Rcligionsgesep. das den Grundsatz aust'.cllt N-nD-NT ktsr KTro, daß, in Bezug auf die Aabrungsnnttcl, Gcsundheirschädlichcs auf das «ttcngstc fcrnzuhalrcn fei, wird durch solche Vorgänge illusorisch gemacht. — Altona, 2. Febr. In der letzten Zeit ist mehrfach der Fall vorgekommen, daß langjährige Mitglieder der hochdeutschen Jsraeliten-Gcmeinde hier durch die Verhältnisse gcnöthigt wurden nach Hamburger Gebiet übcrzuficdeln. Dem Wunsche» der Betreffenden, Mitglieder der Gemeinde zu bleiben, hat nicht entsprochen werden können, da die königl. Regierung, an welche diefcrhalb eine Vorfrage gerichtet wurde, einen ablehnenden Bescheid crthcill hat. In de» bezüglichen Kreisen werden zur Zeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Bescheid rückgängig zu machen. Lcsterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem dreiunddrcißigstcn Bericht des allgemeinen österreichischen israelitischen Taubftummen- Jnstitntes in Wien vom Jahre 1886 entnehmen wir: In dem Rückblicke auf die Wirksamkeit deS allgemeinen österr. israelitischen Daubstummen-JnstlluLcs im abgclanfencn Jahre, wollen wir vor Allem, den Gefühlen der Befriedigung und des DankeS für die ungeschwächten Sympathie» Aus- . druck geben, welche den Bestrebungen dieser Humanitäts-Anstalt von den weitesten Kreisen zugewendct wird. Das; aber auch die Anstalt fich dieser allscitigcn Anerkennung tvürdig zu zeigen sucht, davon lieferte die am 16. Mai l. I. ftattgcsnndcne JahrcSprüfnng der Zöglinge den erfreulichsten Beweis und legte diese zugleich Zcugniß ab, von der ziclbewußicii und ersprießlichen Lösung der pädagogischen Ausgabe. Und so wurde uns für die Leistungen' dieser Bildungsstätte mivcrschuldct Unglücklicher, sowohl von Seile des Herrn k. k. HosrathcS Dr. Georg Flitter v. Ullrich als Vertreter Sr. Erccllcnz des Herrn Unterrichts-Ministers, als auch von den sonstigen offiziellen Persönlichkeiten, welche der Prüfung anwoburen, die vollste und wärmste Anerken-. nung zu Thcil. Die Herren Gustav, Alfred und Hermann Freiherren v. Springer, haben um den Intentionen ihres nun in Gort ruhenden Vaters, des Herrn Mar Frciherrn v. Spnngcr, welcher fich als Mtglicd des Baucomirü seiner Zeit um die Errichtung eines eigenen JnstitutsgcböudcS unvergeßliche Verdienste erworben har, nackzukommen, den namhaften Betrag von fi. 7000 ö. W. (für welche fl. 8300 Papier-Rente angekauft wurden) zur Ereirung eines Stiftplatzes für ein armes taubstummes Kind gcwidmct. Tic Einnahmen betrugen 42,519 fl., die bis auf 2209 fl. verausgabt wurden.

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