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Der Israelit · 1887-02-03 · Heft 10 (3.2.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 10 (3.2.1887)
Date
1887-02-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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168 Stimme. Er erlag einem Herzschlage, sröm «in i crrrjg -ns cri. lieber den Euphrat hier führt eine 150 Meter lange Schiffsbrücke, die von der Regierung immc? in Pacht gegeben wird und ist ihr gegenwärtiger Pächter rin Jude. Dieselbe wird jetzt renovirt nnd auch mit einem Geländer versehen, da vor Kurzem erst zwei jüdische Mädchen von der Brücke in den Fluß gestürzt sind, in denen reißenden Finthen ne auch sogleich verschwanden. Solche Unglücksfälle haben sich schon mehrere auf dieser Drücke ereignet. Dieselbe verbindet nämlich Rcu-Babcl (Hillch). das diescits des Flusses liegt, mit Alt-Babel. jenseits des Flusses, und ist der Verkehr auf derselbe» ein recht lebhafter. Unter Alt-Babel verstehen wir hier die sich meilenweit erstreckenden Ruinen der zerstörten Stadt Babel mit den Ilebcrrcstcn des babylonischen ThurmcS, des Palastes Rebuchadnezar'S, der von der Königin ScmiramiS angelegten hängenden (Bärten, der verschiedenen Bel (72)-Tempel nnd noch zahlreicher anderer alter Monumentalbauten, beider wird der Umfang dieses historisch berühmten Ruinenfeldes von Tag zu Tag kleiner, da die Araber die Ziegel und Steine desselben zu ihren Privarbauten verwenden. In den Uebcrrestcn der erwähnten hängenden (Bärten, die sieben Stockwerke hoch waren und die sogar die 132 Fuß hohen Thürme der Stadtmauern überragten, Hansen heute Tausende von giftigen Schlangen. Ein junger Araber, der vor wenigen Tagen erst anS diesen Ruinen Ziegel holen wollte, wurde von einer solchen Schlange gebissen, und wenige Stunden nachher war er schon eine Reiche. Reduchadnezar hatte diese Bärten verschönert und in einem jeden derselben — die Härten waren eigentlich Tcrapen, von denen die eine inimer höher als die andere lag, die mit Rasen bedeckt wurden, in die man die Bäume pstanzte — errichtete er ein Zelt für sich, mit einem Throne darin. Dadurch entstand die bekannte Erzählung. daß Reduchadnezar sich sieben kupferne Himmel, einen über dem andern errichtet habe, worauf er dann auf dem letzten dcnelbcn seinen Thron ausschlug und ihn bestieg. Er hielt sich für einen Hott und ließ sich auch als solchen anderen. r'7j,,7 new 27 tc2 77. Ich steige auf meine wolkenädnlichen Anhöhen empor, ich gleiche dann dem Allmächtigen; so hat dieser stolze König ausgerufcn, als er von einem dieser hängenden Gärten zu dem andern emporstieg. Man genießt noch heute von diesen Trümmern aus. die kaum noch achtzig Fuß hoch sind, eine herrliche Aussicht über das Ruinenfeld Babels. In einem dieser hängenden Gärten soll einer hier circulircnden Sage zufolge der Prophet Daniel seine Sukkah (Laubhütte) errichtet haben. Es heißt jetzt, unser Ehacham werde nach dem Schabuothfcfte seine Würde niederlegen, um mit seiner Frau und seinem jüngsten unvcrheiratheteu Sohne nach Zcfath zu übersiedeln. Jndcß dürfte dieses Vorhaben unseres Ehacham nur ein frommer Wunsch bleiben, da derselbe hier eine große Familie, mehrere verheirathcte Söhne und Töchter, besitzt, die ihn schwerlich von dannen ziehen lassen wird. Auch ist der Mann schon in einem Alter — er hat vor Kurzem erst seinen 67. Geburtstag gefeiert — in dem Ulan nicht so leicht seine Hcimath und seine Stellung verläßt, um eine vierzchntägige Reise durch die Wüste zu machen. In neuester Zeit wurden die drei bisherigen Paschaliks Mop ul, Bagdad und Bafforah aus Ersparungsrncksichten in ein einziges (Bagdad) zusammcngczogcn und wirb daher die ganze Provinz Irak (Mesopotamien, eva arw) wieder von einem einzigen Statthalter regiert. Der Ehacham-Baschi von Bagdad ist daher von nun an unser Sbcrrichtcr. Der Euphrat, der bekanntlich im vorvcrgangcncn Herbste unsere Stadt verlassen, ist noch immer nicht gänzlich hierher zurückgekedrt und der Wasserarm. den er hier zurücklicß, ist seit einigen Wochen so klein und so seicht, daß Schiffe nur schwer in demselben fortkommcn. Die Zufuhr von Lebensmitteln nach unserer Stadl ist daher sehr erschwert und in Folge denen herrscht nun bei unS eine große Thcueruug. irjw mrs» *jnrar 7snr* njn. Es braucht jedoch nur vicrnndzwanzig Stunden nacheinander zu regnen und dieser Flußarm schwillt dann so an. daß man auf Flößen nicht mehr über ihn setzen kann. Leider müpen wir schon seit einigen Wochen eines ausgiebigen Regens entbehren und sind in Folge dessen auch mehrere Bäche in der mescpotamischcu Ebene gänzlich versiegt. Tie Araber sagen eben, daß wir Heuer eine ganz abnorme Witterung haben. Feuilleto». Die LonvertMn. 7 Loa Friedrich Rott. (Fortsetzung.) TaS Pasiahfcst rückte näher und näher. Frau Teirclbaum's Geschäft blühte mehr und mehr, m den letzteu Wochen vor dem Feste war sie sogar

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