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Der Israelit · 1887-02-03 · Heft 10 (3.2.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 10 (3.2.1887)
Date
1887-02-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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165 3 \ lichen Psalmen und auch das Scclcngcbet von Leiten des Herrn Rabbiner Bloch auS Iarotschin verrichtet, ergriff derselbe das Wort und hielt in der ibm so cigcnthümlicheu und rhetorisch meisterhaften Weise die Fcstprcdigt, deren Text sich an das Bibelwort „Gedenket der Tage der Vorzeit, gedeutet und danketanlehnte. Man merkte cs, daß die Worte aus vollem Herzen kamen und sah anderseits, daß sie auch in die Herzen der Anwesenden zündend drangen. Mit einem Gebete für unseren Kaiser wie das ganze erhabene Haus Hohcnzollcrn schlosj die ergreifende herrliche Predigt. Lcwandowrkys „Adann Aulom“ beschloß die Feier im Tempel. Tic Theilnehmer verließen ticfcrgriffcn daS Gotteshaus. In manchem Auge perlten Thränen, „gedachten sie der Tage der Vorzeit." Nunmehr ging es zum Fcsidincr in das Haus des zweiten Vorstandes der Ehcbra Herrn Abraham Brünn, der in hingcbcndcr Weise für den folgenden Theil des Festes sorgte, unterstützt von dem ersten Vorstchcr Herrn Hirsch und dem 3. Hcnil Loui» Holz. Bei der Tafel roanctc Herr Lehrer tfoljR zuerst auf 2c. Majestät und Herr Bürgermeister Bäcker als Gast aut die hiesige Stadt und die jüdische Gemeinde. Toast folgte ans Toast und launige dem Feste entsprechende Lieder, vorgctragcn von unserem neu engagierte:! Eanlor Herrn Kochanowsky ans Kobylagora würzten das Fest. Zum Schluß mahnte Herr Jkabbiucr Bloch den heiligen Verein an seine heiligen Pflichten, schärfte ibm den schönen Spruch Hille ls ein. «Wenn ich nicht selbst für mich bin. wer denn, wenn ich nur für mich bin, was bin ich V“ Cviiic vom Herrn Bürgermeister Bäcker angeregte und veranstaltete Eollckic zum beste.", der hiesigen Armen ohne Unterschied der Eonscssion wurde mit Beifall ausgenommen, und ergab die Sumrnc von über 30 Mark. Aber auch unserer armen Glaubcnsbrüder in rtor’ pw wurde an diesem Abende liebevoll gedacht. Herr Salo Hirsch verarrsialretc für sie eine Sammlung, deren (ngcbniß zur Weiterbeförderung Herrn Rabbiner Dr. Lehmann in Mainz zugestelll worden ist. Taß natürlich auch für die .^-2-.Kane selbst ein schönes Sümmchen absicl, braucht wohl nicht erst erzählt zu werden. In Summa: Tas Fest verlief sowohl in gcscllschafrlichcr, wie stuauzieller Bczichuna zur vollen, allscitigcn Zu-- sricdenhcit. ~ Salo Hirsch, L Vorsteher der tezn. Frankreich. Paris. Seit einiger Zeit wurde die Beobachtung gemacht, daß in den hiesigen Synagogen bei Gelegenheit von Trauungen, denen ein größeres Publikum anwohnt, viele Tafchcudicbstähle statt» finden. Tic Polizei, darauf aufmerksam gemacht, beorderte diefcrhalb mehrere Geheimpolizisten zu diesen Fcstlichkeiten, denen cs vorige Woche gelungen in, ein schon vielfaches bestraftes Subjcct Namens Emilies Jules bei diesem säubern Geschäfte zu ergreifen und zu verhaften. Tie Akademie der schönen Künste hat die zwei isr. Maler Emil Lcvy und Heinrich Levy und den Architcctcn Ulmann zu Eegänzungsrichtcr über die Zucrkcnnung der Preise von Rom ernannt. Babylonien. Hillch (Bebel) am Euphrat. Meine Eorre» spondcnz beginnt heute mit leinen erfreulichen Nachrichten. Seit meinem letzten Schreiben nach Europa sind uns hier und in den benachbarten Gemeinde» fünf Ehachamim durch den Tod entrissen worden, die .-.nt.t: rr/rn (Säulen der GotteSlchre und der Gottesfurcht) waren, was um so schmerzlicher für uns ist, als alle diese fünf Heimgegangenen Ti keinen sülchen Nachfolger zurückgclaucn hoben, von dem man sagen könnte, er werde würdig rps, seines Vaters Platz auSsüllcn. Von diesen säur dahingeschiedenen Ehachamim werde ich nur zwei besonders hcrvorhcben, weil ihr Ruf auch in fernere Provinzen gedrungen war und man sie nicht nur in Babel, sondern auch in Kurdistan, Persien re. hoch in Ehren hielt. Hier in der Stadt Babel verschied Ehacham Iizchak, der Sproß einer Familie, die sich rühmt,, von dem Resch-Galutha (Exilarchen) Mar-Ukba abzuftanrnren und die nickt nur der Stadt, sondern auch der Provinz Babel schon .zahlreiche Rabbiner gegeben har, der aber minder glücklich als sein genannter großer Ahn, ein recht kümmerliches Dasein gefristet, da er mit einer zahlreichen Familie, aber mir nur wenigen Glücksgütcru gesegnet war. Auch sein Einkommen als Ehacham war ein recht kärgliches, da die hiesige Gemeinde sehr arm ist und ihren Fnnctionären keine glänzenden Gehalte gewähren kann. Indcß konnten ihn selbst seine großen Lebenswegen nicht abhaltcn von feinem Thorastudium und dem täglich dreimaligen Besuche de» Gotteshauses^ Er starb im Alter von 66 Jahren mit Himcrlapung dreier Söhne, von denen zwei Geschäftsleute und der dritte Stcucrpächter ist. Zu Trvanich starb Ehacham Schcalthicl Hakohcn im Alter von 57 Jahren. Derselbe war zugleich auch der Hasan seiner Gemeinde, und während er mit seinem großen Wiffen seine Heerde belehrte, ersrcncle er dieselbe zugleich durch seine herrliche

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