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Der Israelit · 1887-01-31 · Heft 9 (31.1.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 9 (31.1.1887)
Date
1887-01-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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150 mit Recht von dem Gros der hierländischcu Nabbincn gesagt werden, daß sie in dieser Beziehung dem Ideale des möglichst Bollkommnen nahe zu kommen sich eifrigst bestreben und mehr oder weniger dieses hohe Ziel nahezu erreichen, ja, cs gibt unter ihnen Männer sund das nicht wenige) deren talmudisch-halachischc Kenntnisse zur vollen Bewunderung hinrcißcn, indcnr diese an das phänomenale, riesige Wissen unserer alten bust wm lebhaft erinnern, aber nicht nur w» wr-r^n, nicht nur unsere an Jahren vorgeschrittene c-nsx c'r.xj, die sich eines Weltrufes erfreuen, sind cs, die dem hierländischen Nabbincrstande die Ehrcnkroue aufscjzeu, nicht nur die weltbekannten Talmudheroen \u'"r> unseres Landes aus der „alten Garde" sind cs, die eine Gloriole dem Rabbinerstandc verleihen, sondern auch jüngere Kräfte, die dem Veilchen gleich im Verborgenen blühen, sind es, von denen man sagen kann m c*x-nvi, daß sie als kräftiger Nachwuchs der alten Zedernstämme, diesen 'rix rr.T.n n'-sxi 7:2^ mit der Zeit ebenbürtig zu werden versprechen, und wenn, wie r\'ury2 zu erwarten steht, DT-n itrp v—u, so wird der Rabbinerstand dieser Länder zu seinen alten Lorbeeren auch nach wie vor immer Neue unter Gottes Beistände hinzufügen. Was aber bei diesem embarras de richesse lebhaft zu bedauern ist» daß dieser reiche Schatz an Gelehrsamkeit wohl in nnermcßlich werthvollen Goldbarren bestehet, die den Eigcnthümcr reichlich beglücken, daß aber diese nngezählten Schätze nicht in gangbarer Münze, die auch dem minder Gelehrten zugänglich, umgewechsclt werden. Tie meisten unserer Heroen nämlich, mit Ausnahme derjenigen, die von Zeit zu Zeit die Ergebnisse ihrer Geistesarbeit durch den Druck veröffcntlicheu. verschließen sich nebst den goldenen Früchten, die sic vom Baume der Erkeuntniß so reichlich pflücken, hermetisch in die min r:i?r r.ica ,mt, ohne daß sie die Gelegenheit oft undwiederholt ergreifen würden, an ihrer rcichgrdfcktc.tr Tafel, auch die Aermeren am Geiste, mit ihxcln nrm p zu laben und zu erquicken. Nun ist cs wohl einerseits die Bescheidenheit, die den Weisen ziert, welche cs verursacht, daß diese Größen, deren Licht eine Welt erhellen könnte, dasselbe verbergen, andrerseits aber ist cs die geringere Bcachiung dcr hü«, deren weites Feld wenigstens in nicht genügender, volkslhüml'chcr Seite von unscru V'v: c'rxs bearbeitet wird, diese ist es, die es mitvcrschnldct, wenn die reichet! unerschöpflichen Quellen, die vwrn 7-722 ans den Granitselsen unserer talmrrdischcn Größen sprudeln, nicht zum Gcmeingute des garrzcn Volkes werden. Freilich könnte man uns entgegnen, daß, wie Figura zeigt, und die traurige Erfahrung anderwärts lehrt, das viele „Reden und Predigen", an denen doch heutzutage kein Mangel, noch Wenige bekehrt und eines Besseren belehret, uran könnte, und das nicht ganz mit Unrecht, behaupten, das zra-t znz yr£ Hv x? trotz der vielen „Reden", die jetzt zu gelegener und ungelegener Zeit gehalten werden, noch immer das Reich der Sunde keine Einschränkung erhalten, aber trotz allemdem und allemdem steht cs doch fest, daß oft ein 'ryz -aein Wort zur rechten Zerr und am rechten Qrt gesprochen, schon manches Wohlthärige gewirkt und ein Versuch nach dieser Seite hin gerichtet, würde gewiß vom lohucuden Erfolge gekrönt werden. Was m:u die sonstige Stellung der hierläudischcu Rabbiner betrink, insbesondere der noli nie tangere. der nur hierzulande anzutressenden „Kebbes“ vulgo Wnnderrabdi's. will ich mit der g. Erlaubniß der Rcdalriou ein andere» Mal berichten. Radautz, Ende Januar. I. X. Rumänien. vr. C. Bukarest, 23. Januar. In Ctefancfchti, einem der kleinsten Städtchen der Moldau, wollten sich die Beamten eitlen guten Tag oder richtiger eine vergnügte Nackt machen. Sie beschlopcu daher zu „Wohlthätigkeirszwecken ohne Unterschied der Konfession" einen Ball zu veranstalten. Tie» gibt rnir Veranlassung über „rumänische" d. h. christliche Woyllhättgkeirsbälle „mir und ohne Unterschied der Konfession" im Allgemeinen zu sprechen und mit dem vorliegenden Pröbchen rumänischer Lebensart zu illustriren. Bei dergleichen Gelegenheiten ist es in Rnmänien noch von Türkenzeiten her Brauch» daß die Potiziften von Groß bi» Klein ntit dem Verkauf der Billere beauftragt werde», bezw. auf sich nehmen. Als Absatzgebiet ist da» Iudenquartier, d. h. die Straßen, wo diese hauptsächlich wohnen, auscrschen. Es ist die» gewissermaßen eine Iudcnüeucr, eine LtriegSkontribution. die nichr nur von den Vcrmöglichcn jeder Weise bcigebrachr wird, sondern auch von solchen Juden, die aus ihrem eigenen Hochzcitsdall nicht getanzt haben» weil sic keinen hatten. Von Haus zu Haus gehen die „Schutz"-Lcurc. Sowohl, und ga»; besonders, die Geschäftslokale, als auch die Privatmohnungen werden in Kontribution grsetzt, sogar für Bälle, Tbcaleraunührungcn u. s. w., die nicht gerade da» Aushängeschild „ohne Unterschied der Konfession" tragen. Ter eine Israelit wird vonr Rcvicrhanptmann „gcbereu", ihm durch Abnahme eiues oder mehrerer Billete euren Jiatar* (Gefallen) zu erweisen. Dem andern wird vom

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