Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1887)
- Date
- 1887-01-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Im heiligen Sohar-Bnche (Paraschath Tcrummah) wird uns erzählt, dal» Rabbi Jose und Rabbi Ghija auf einsamem, abgelegenem Wege „zwischen Bergen," einen reisenden Kaufmann trafen, der die Weisen belehrte, das; drei große Männer am Sabbat nach der Minchah-Zeit gestorben: Joseph, Moschch und David, und daß zum Andenken an sic diese drei Verse zu sagen angeordnet worden sei, für Jeden derselben ein Vers*). res -jrrnn er.;*? pr* „Tcinc Gerechtigkeit ist gerecht für ewig und Deine Lehre ist Wahrheit." Dieser Vers bezieht sich auf Moscheh. Wir haben in einen; der früheren Kapitel dieser Abhandlung iiachgcwicscn, daß Moscheh dcßhalb gestorben, um durch seinen Tod die Wahrheit zu bekunden, daß die Lehre, die nach ihm benannt wird nr~ rmr, die Lcbre de» einzigen, allmächtigen Korres ist. Wir erimrcrn uns am Sabbat - Nachmittage des Tode« unsres großen Lehrers; wir erkennen auch in diesem Falle die (Gerechtigkeit des Allgerechtcn an. Wiewohl wir durch das Himcheivcn unseres großen Lehrers so unendlich viel verloren, so haben wir doch auch dadurch unendlich viel gewonnen. durch die unwandelbare Uebcrzcugung nämlich, daß die Lehre, die uns durch Moscheh geworden, die Lehre deS einzigen Gottes, daß sie rrx „die Wahrheit" ist. Nrrfr tny» xry? mn sry-i sr.yr tcarz «Zn jener Zeit, da Moscheh cingiug zur ewigen Seligkeit, war Freude droben und Schmerz hicnieden." Der zweite Vers bezieht sich auf Joseph: „Und Deine Gerechtigkeit reicht bis an den Himmel, der Tu Großes vollbracht, o Gott, wer ist wie Tu!" Die Geschichte Josephs ist eine der wunderbarsten. Aus den Arnicn des zärtlichen Vaters, eines Fürsten im Lande, wird er hinweggcrisscu und zum *) Im hrUigrn Soburdnche ist dir Anordnung cine ändert als bei uns;;ne»n der Vcrs cus Pialm 30. dann der aus Vf. 71 und «itckl der ans Vl. US. ai»o der Neide nach wie dir Vrrjt in der heiligen Schrift sieben. Rach dieser Anordnung enrhalicn die Verse eine Sreigerung:;nersl T*s* *Ttro wie die Vr.gr t"o»es; .;utn. Lwciicn: ">* dis an den Himmel;;mn Drillen: jür das gau-e LclraL. Auch im Midrasch Äabdab. Varaschach '^S, sinder sich eine Andeutung jür diete Reidenwlge: das MinLabgeder vom Ladbar ist der Schluß der Ecbnc der ganzen L'ochr. und das Siegel Corres in r^dk ,V-ahrh»ii;- demnach soll dieics irtitt ia« dem L-oNe r^N idilirytn, wcraus folg:, bafc i'i. lli*. V. HÜ der Ifftt dreier Verse sein soll. In der Tba: fnrirri&t auch die ^rdeiordnung unsrer srutwrdiirden Vrüder der Anordnung, des Sodar und des Ä,drasch CTCN rer? w!“ yx ^Jt. ^Jir dürren jedoch den Mrudag unsrer VorcNcr» nickr ändern: de baden gewiß i!>re g:r>en t»eür:de kür ihre Anordnung gk Hab«, wenn wir auch drrjr gründe nichr terrnrn. und wert wir eine andere Aiiordnuirg baden, drßda^d baden wir auch die rrnzrlnru Verse anders arrzriwenden »a» veranlaßt grsrchl» a!» dies im Loh« geschieht. Sklaven verkauft. Ob seiner tugendhaften Standhaftigkeit wird er gehaßt, verleumdet, in ein unterirdisches Gefängnis geworfen, „seine Füße werde» in den Block gespannt, sein Körper wird mit eiserne» Fesseln belaste^" (Psalm 105, V. 18). Aber aus dem Gefängnisse wird er gezogen, um sofort an die Stufen des ThroncS zu treten, um der Beherrscher des Landes zu werden, in das er als leibeigener Sklave gekommen war. Wer könnte ia diesen Vorgängen die bis zur höchsten Höhe reichende Leitung und Lenkung des allmächtigen Gottes verkennen? Am Sabbat-Nachmittage starb Joseph. Mit ihm ging die Sonne unserer Voreltern inMizrajim unter: bald nach seinem Tode kam ein Pharao an die Regierung, der von Joseph nichts wisse» wollte, der das tiefste Glend über unsre Väter brachte. Joseph ging ein zum ewigen Lebe»; aber die Auge» der Seinen wurden verdunkelt durch die trübe Nacht, der sic cutgcgcngingcn. In derselben jedoch leuchtete als glänzender Hoffnungsstern Josephs letzte Verheißung: „Und Gott wird euch bedenke», bedenken und wird euch hinweglühren ans diesem Lande, hinauf in das Larld, das Gr zugcfchworen dem Abraham, dem Jizchak und dem Jakob." (1. B. M., C. 50, B. 24). So hat Joseph in seinem Leben und bis über seinen Tod hinaus den Ausspruch bewahrheite! : „lind Derne Gerechtigkeit, o Gott, reicht an den Himmel, der Tn Großes vollbracht, o Gott, wer ist wie Du!" (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpoudeuzeu. Deutschland. Aus Bayer«. Die in Nr. 7 d. Bl. telegraphisch erwähnte höchste Minister. Gntschließung bezüglich der Schuldispenses isr. Zöglinge an Sabbat- und Festtagen hat folgenden Wortlaut: München, den 19. Januar 1887. Sc. VasrijcheS Sraarsminiircrium btä Innern für Kirchen und Schulangrlrgrnhrrtea benrnend Schuldispcnfe der israrlirischra Schüler an Sabbate» nick israelitischen Fcstragea. Auf de» Antrag mehrerer Rabbiner*)des Königreiches sieht sich das unterfertigte Königl. Staats- Ministerium veranlaßt,, entsprechend der in einzelnen Fällen bereits wiederholt ergangenen Gntschcidung nunmehr die allgemeine Anordnung zu treffen, dag die israelitischen Schüler der humanistischen und •) £» biefm grdöa auch Herr Ztabbü» <»h» i» RördUug«. '