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Der Israelit · 1887-01-31 · Heft 9 (31.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 9 (31.1.1887)
Date
1887-01-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVI1L Jahrgang. J\& ©♦ Ei» GenLrat - Hrgan für das orthodoxe IudentHum. HcrauSgegcbcn von Dr. Lehman» in Mainz. - M»«tag, de» 31. Ja»«ar 5347 (1S«7> Leitender Artikel. ZlnflerölichKeil. ix. Mainz, 27. Januar. Als David erfahren hatte, daß er am Sabbat sterben würde, verbrachte er jeden kommende» Sabbat mit ununterbrochcneul Thorastudium; er aß nicht, er trank nicht; er „lernte" immerfort, wohl wissend, daß das Thoralerneu vor dem Tode schützt. Beim Sabbat-Au?gange erst, nachdem er die Gewißheit erlangt, daß er noch eine volle Woche leben werde, nahm er Speise nud Trank zu sich. Daher nennen wir die Sabbat-AusgangS-Mahlzeit (nach nhin), „die Mahlzeit deS Königs David." htj ni tc^a im rvnixv. Als nun der Tag da war, an welchem David sterben sollte — es war um die Minchahzeit —, da schüttelte der Todcsengel im Schloßgarten deS König? die Bäume; der .König wollte sehen, waS es gab und ging die Treppe, immer noch „lernend," hinab, die in den Garten führte. Da brach eine Stufe; der König schwieg und starb. Nun schickte Salomo in das Lchrhaus uud ließ fragen: „Mein Vater ist todt und seine Leiche liegt in der Sonne, und die Hunde in meines Vaters Haus sind huugerig — was soll ich thun?" — Er erhielt zur Antwort: Zerschneide das Fleisch und lege es de» Hunden vor — und die Leiche deines VaterS: lege ein Brod oder setze ein Kind darauf und bringe sie ins Haus. — Demnach hat recht gesagt Salomo: Denn dem lebenden Hunde sst besser als dem lobten Löwen. Wir brauchen wohl nicht erst hervorzuheben, wie sonderbar diese Erzählung ist und wie am Sonderbarsten die beiden Fragen, die Salomo au die Weisen des Lehrhauses richtete; wir wollen daher gleich zur Erklärung schreiten. Ani Sabbat-Nachmittage sagen wir zum Schluffe deS Minchah-Gebetcs drei Psalmverse, deren jeder in andrer Weise eine Anerkennung deS göttliche« Gerichtes ist. Der erste dieser Verse lautet: *|rspna noM ~m-m oVip pn. „Deine Gerechtigkeit ist gerecht für ewig, und Deine Lehre ist Wahrheit" (Psalm 119. V. 142.) Der zweite: irpmn 7133 *o c-ttw r.'b'n mry ikt* ana np. „Und Deine Gerechtigkeit reicht bis an den Himmel, der Du Großes vollbracht, o Gott, wer ist wie Du!" (Psalm 71. V. 19.) Und der dritte: nrvo lnprs. *i yznn nsnsi um pcn oinn Tosra bt*. „Deine Gerechtigkeit wie die Berge Gottes, Deine Urthcile ~ dem riefen Abgründe gleich, dem Menschen und dem Thiere hilfst Du, Ewiger!" (Psalm 36, V. 7.) ES war den alten Lehrern unsres Volkes auffallend. daß nlan am Sabbat diese Verse recitiren soll, die da geeignet sind, den Menschen ernst zu stimmen und an die Gerichte Gottes zu erinnern. Die Erwähnung dieser Verse hat Achnlichkeit mit dem rnn-Gebete an Wochentagen, und in der Thal, wenn zn dem Sabbat sich ein Freuden-Tag gesellt, an welchem man am Wochentage kein nxin btttn würde, sagt man am Sabbat nicht pis wia. — Sie richteten daher eine Anfrage an eine der babylonischen Hochschulen und erhielten zur Antwort, man sage diese Verse deßhalb, weil unser Lehrer Moschch am Sabbat zu Minchah gestorben sei, wie unsre Weisen es ausrechnen (im Tracat Mcgillah), daß Moschch am 7. Adar. der in jenem Jahre auf einen Sabbat fiel, gerade nach Vollendung seines 120. Lebensjahres, gestorben sei. Deßhalb recitiren wir ' diese Verse, die ein 717, prrs, eine Anerkennung der göttlichen Gerechtigkeit enthalten; wir preisen Gottes Gerechtigkeit, mag auch sein Thun hart erscheinen: uvyH p~nt 77-5. „Dem Thun, 0 Gon, ist immer gerecht."

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