Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1887)
- Date
- 1887-01-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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115 iii Sil Das ist die Geschichte der Zulassung der Juden zum Lehramt: unter ftalf wurde diese Frage theoretisch und praktisch entschieden. Wie steht cs aber jetzt damit? Seit dem Abgang Falts ist an der Theorie nichts geändert worden, praktisch kommt sie nicht zur Geltung. Bon Staatsschulcn werden Inden couscquent znruckgewiescn, nnr bei Schulen städtischen Patronats finden sie hin und wieder Anstellung. Dadurch gibt cs eine Menge stellenloser jüdischer (Kandidaten des Lehramts, denen auch die Aussicht an städtische Schulen zn kommen, dadurch genommen ist, daß überhaupt nach (5onradi's statistischem Ausweis ein anomaler UcbcrsLus; an Slellensuchenden im Lthrcrsach cxistirt. Daß also die städtischen Schulen, die überreichliche Wahl haben, bei gleichen Qual ificationen einen Christen bevorzugen werden, liegt in der Aatur der Sache und ist den (5uratoricn nicht zu verdenken. Tic wenigen, höheren, jüdischen Schulen in Preußen, rcsp. in Deutschland, können das Angebot nicht befriedigen, sollten sic sich auch dazu entschließen, alle ihre zu vergebenden Lchrcrstellcn mit Juden zn besetzen. Es möge» darum Eltern und Vormünder ans dem Gesagten die Lehre nehmen, die ihnen anvcrtrautcn Jünglinge von einer alademischcn Lausbahu fern zu halten, die das Lehramt an einer Schule zum Ziele Hai. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Qestcrr.-Ungar. Monarchie. Wie», 16. Januar. Bon Ihrer bewährten Lonalität erbitte ich den freundlichen Abdruck nachsteheudcr Erklärung: Herr Rahmcr aus Magdeburg protcstirt gegen die Annahme, als od die mich beschimpfende Correspondcnz wegen meiner Enuncialion betreffend den „Bczirksrabbincr" aus Dapio Szcle, welche die „Israelitische Wochenschrift" eine „Provokation" der protestantischen Missionsgcscllschaft nannte, ihm aus Missionskrciscn zuging und von dem Wiener Missionsprcdigcr inspirirl gcwcsctt wäre; er reklamirr somit das traurige Verdienst sich selber, bei der A ssairc Lichten stein, welche von mir crst nach langer, eingehender Lcrathung mit befreundeten Männern an der Spitze der Wiener und Buda- Pcster Gemeinde und erst nachdem konstatirt worden, daß dem Herrn Lichtcnstein, welcher notorisch der deutschen Sprache nicht mächtig ist, cm protestantischer Missionar in der Hauptstadt die Feder geführt hat, der Oeffentlichkeit übergeben worden — die gleiche Rolle übernommen zu haben, welche er seiner Zeit bei der Assaire Rohling gespielt hat. Indessen in solange Herr Rahmcr nicht daS Räthfel aufklärt, wie es möglich war — wenn fein Eorrcfpondent nicht im Interesse derMifsionSgcscUfckast, sondern im Ticnstc der jüdischen Sache geschrieben — am 23. Dezember zu berichten, daß in Folge meines „unvorsichtigen" „ausfälligen" Artikels, die Misfionsgefcllschafl den Weg der Klage betritt, und man sich „jüdischcrscits" Mühe gibt, die Angelegenheit auszugleichcn — während tharsächlich der Artikel erst am 24. Dezember gedruckt worden — nebenbcigesagt, ohne daß bis heute von der Klage und von den „Bemühungen" zu deren Verhütung irgend etwas mir bekannt geworden — in so lange Herr Rahmcr dieses Räthscl nicht löst, hat er keinen moralischen Anspruch, daß seine Behauptungen oder Beschimpfungen nur irgendwie ernst genommen werden. Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihres ganz ergebenen Dr. Bloch, Reichsrathsabgeordneten. Rußland. Aus Kiew sitld, wie den Münchener „Neuesten Nachrichten" aus Odessa vom 31. Dezember geschrieben wird, bis jetzt 15000 Juden ausgcwicfcn worden. In den letzten Tagen wurde auch der in Kiew ansässige Millionär Zajcow von der Ausweisnng betroffen. Die Ausweisung soll infolge einer Beschwerde et folgt sein, welche die im Hause ZajcowS zur Micthc wohnende Fürstin Timidow-San Tonato beim Gouverneur Dreutelcn darüber führte, daß Zajcow den Micthzins der Fürstin von 9000 Rubel auf 12000 Rubel jährlich erhöht hatte. Frankreich. Paris. Die Abschaffung der Untcrstaatssccrctairc hat auch zwei Glaubensgenossen, die Herren Grumbach und Goldschcider, welche innerhalb derselben wichtige Posten bekleideten, betroffen, doch wurden denselben andere hohe Stellen übertragen. Ter berühmte jüdische Arzt Tr. Strauß wurde für den vacanrcn Sitz der medicinischen Pathologie in der Akademie der Medicin vorgcschlagen. Dr. Strauß war s. Z. Mitglied der von der Regierung nach Egypten zur Prüfung der Cholera gesandten Commission. -ÄSUM- "'"'r 1... T^ff^v.vm'BWimiiiiiwwwini*