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Der Israelit · 1887-01-24 · Heft 7 (24.1.1887) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 7 (24.1.1887)
Date
1887-01-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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112 reich», konnte ich es trotz aller Vorsicht nicht verhindern, dag Graf Mheim den uiiglückicliacn Förstcranzug bemerkte, — der 'infame Spion. was harte er mit seinen scharfen Luchsaugen sonwährcud an mir hernmznsuchcn- Bon dem Momente an wurde er plötzlich eiskalt, er nahm nicht einmal meine dargercichrc Hand an." „sprich nicht in Rärhseln: zu langwierigen Auseinandersetzungen ist, wie die Lachen liegen, jetzt, bei Gott. nicht Zeit. Wie hängt Deine Förstcrklcidnng mit dem geänderten Benehmen des Grafen zusammen- Oder glaubst, daß ihm die Berkleidung überhaupt ausgefallen-" „Ich tvill vor Dir. lieber Vater, kein Gcheimniß haben. Ich habe, als unser Regiment in Besch lag, doil ein sehr schönes Bürgermädchen, das mir überaus gefiel, kennen gelernt. Hätte ich mich dort als Baron und Offizier vorgefrellt, hätte mich der Vater des Mädchens, ein reicher, auf sein großes Vermögen, seine Kausmannsehre und seine schöne Tochter, hochmüihigcr Großhändler nicht ins Hans geladen. (is war daher nothwcndig. daß ich dort unter fremdem Namen und als einem bürgerlichen stände angehörend erschien. Ich führte mich nun dort als Förster ein. Bei unserem Abmärsche mußten wir unglücklicherweise die Straße, in welcher der Kaufmann wohnt pafsircn. Barer und Tochter standen am Ballone und erkannten mich, und cs wurde crsterem leicht auch meinen Namen zu erfahren. Ich kann zwar nicht behaupten. daß sich der Barer zudringlich gegen mich benommen, er schrieb inir selbst reinen Brief, ich glaubte schon in diesem interessanten Falle ohne schaden durchgcschlüpft zu sein: — aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Kurz nach unserer Ankunft in W. läßt der Oberst das ganze Offizierskorps zusaurmenrufen und theilt uns mir: ein Pcsther Bürger habe ihm geschrieben, eia Offizier seines Regimentes bade sich iinkr falschem Namen in der Verkleidung eines Försters in fei» HauS geschlichen, habe seiner Tochter mit den heiligsten leiden die Ehe auch schriftlich versprochen, und hätte sie in dem Momente, wo er die Pflicht hatte, ihr seinen Namen zu geben, treulos Verlusten. Ter Oberst, der alte Cscl, der in dem Momente gewiß an seine eigene Jugend vcrgcnen hat und gerne lange Reden und Exhorlen hält, brandmarkte dieses Vorgehen des lebenslustigen, jungen Mannes als ein Verbrechen, declamirte von einem gebrochenen Offiziers- und Edclmannswort, und war zum Schlüsse seines uichtswürdigcn Gallimalhias, naiv genug zu fordern, der Offizier, dessen Namen der Briefschreiber — wie der dumme Oberst bchauutct. aus Zartgefühl — verschwiegen, möge die (ihre dieses leichtfertigen Weibsbildes durch die Ghe Herstellen. Tie Offiziere, theils überspannte, romantische tropfe, theils urrhcilsunsähige Klötze, lassen sich von dem alten Schwätzer beeinflussen und schimpfen auf den unbekannten Kameraden wie die Rohrspatzen. Wenn nun der Unsinn hcrauskömmt. so ist meine ganze Rcpnratirn beim Tcnfc! und ich müßte das Regiment mit schimpf und schände verlassen!" „Elender Dummkops!" schrie der Bürgermeister zornig, „wenn Tu das wußtest, warum wähltest Tu diese Kleidung- Tu hättest sic verschenken, verbrennen sollen! .... und, sakkerlott hinein! die Geschichte steht \a mit Deinem neuen, säubern streiche gar nicht im Zusammenhänge; freilich wenn Graf Altheim in Dir, den Offizier erkannte, welchen der Gdrcnrath des Regimentes ans diesem ansschließcn würde, so wird er wahrscheinlich seine ehemaligen Kameraden davon verständigen." (Fortsetzung solgtI .Ter Israelit' trÜtii;« zweimal» Montag» und Donnerstag», j-.dc?ma! in nHukcncns 2 Bogen. Tr«S des IadrqcnqL für?ruiiLl.7»> uui- Ctünreid« 12 tt:r*i ftudlcnb 16 IVan aleimirt gan;- jüfcrig, balbjöLria oder KUt Buchdandlrrngrn und 't-onärurrr nrbmen BrncUnnaen an. — Jltirdj btn Buchhandel ju brjuljrn bc» Cf. £. SitinoAtr. fripjig, liofotlafc 16. — Ir'.'erare 2ü i-fcnnige bii brr-gciraftenc Pennrile ed-.r deren Rau in. — Orüi-.reickisck'r Banknoten laut <?ou:S. — rrrrcre gran.-ozutendun; ur::er Lrrriiband vrs Iahraanz iäx Xnnfqlonb und Ctf:cm:6 M .'Vrt&MVarf oder R fi. önrrr.. rüt’6 Ärr->'.and IR Reichs Mark au bst Prrebüirr frcnio «injufcnben. ($*an:>tMcit): Leitender .Inikcl: Unsterblichkeit.— Zerrurrgsnachrrchren und »»orrrioondenzen: Tenrschland: ÄuS Rbeinbeiien. 2mal Berlin. — Teü.-Ungar. Monarchie: 2mal 2Sien. Budapest. — Rumänien: Bukarest. — England: 3ntal London. — Äintrila: *bitcfcri»bia. — Itlcgiatr-tn: L-ür.lurg. — RniiUttPn: Michael. — Inhalt der Beilage: reitender Anikel: Zur beschichte der Zulassung rüdischer Lehrer;urn Lehramt an den höheren preußischen Lchulrn. — Zeiurngsnachrichren und borrespondenren: Crt.= Ungar. Monarchie: 2Sien. — Rußland: Lus Lien». — Frankreich: Paris. — Tunis: Bizrrtr. — sbina: Hongkong. — > Berannrvnliche Redacnon: Vr. Leb mann in Mainz. — vrroednion große Bleiche Rr. 4L Truck rmd Verlag von L»car Lehmann in Main,. <H»crzu eine Beilage.)

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