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Der Israelit · 1887-01-24 · Heft 7 (24.1.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 7 (24.1.1887)
Date
1887-01-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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107 Tage Maltet." Nach wie vielen? Sicherlich nach sechs Handbreiten, die ja eine Elle ausmachen, entsprechend den sechs Wochentagen. Ta David also mit Bestimmtheit behauptete, die sechs Wochentage auszulebcn, so mußte er wohl wisse», daß er am Labbat sterben, und woher sollte er es wissen, wenn Gott es ihm nicht knndgethan? David aber wünschte nicht am Sabbat zu sterben, am heiligen Tage des Herrn. Das nun folgende Zwiegespräch wollen wir s. Gw. im nächsten Kapitel zu erklären versuchen. (Fortsetzung folgt.) Zcitungsnachrichteu und Corresponderrzen. Deutschland. Aus Ätheiuhessen. (5s freut uns von befreundeter Leite Mittheilung zu erhalten über das fielt Wachsen des unter Leitung des .Herrn l>r. Barnaß siebenden isr. Instituts -u Pfungstadt. Es zeugt von außerordentlichem Vertrauen. das vom Publikum der Leiftm-gssähigkeit der Anstalt cntgegenaebracht wird, wenn von vielen größeren Plävert Inhaber rcnomnliNcr Firmen den Direktor nm Eulpschlung tüchtiger Lchülcr für Lclulingsstcttcn ersuchen imd bereits eine größere Anzahl derselben unter günstigen Bedingungen cngagirl haben. Berlin. Ein interessantes Beispiel für die nmrbci:bildende.(traft des Volkes wird der „Nat.- Zrg." ans Lchrimm berichtet. Iran ft. haue eines Abends ihrem polnischen Dienstmädchen in der ftüÄc einige Anweisungen gegeben, als ein Bekannter die Wohnung bcirat, der nur einige geschäftliche Mitthcrlungen machen und dann sofort joicbcr gehen wollte. Deshalb lehnte er die Aufforderung der Iran ft., ihr ins Wohnzimmer zu folgen, ab und blieb in derftüchc. Nun hat dieser Herr eine etwashochlicgendc. durchdringende Stimme; und durch die in Folge dessen etwas lallte Unterhaltung wurde das Dienstmädchen, das fast gar kein deutsch verstand, dermaßen erschreckt, daß iic starr und bleich zur Polizei lies und die Angabe machte, ihre Herrin derathc soeben mit einem Mann über den Plan, sic zu ermorden. Die Polizei schenkte aber diesen Mil-. thcilungen keinen Glauben, da Frau ft. am Crt allgemein bekannt 2111b geachtet ist. Das Dienstmädchen kam aber in der Nackt nicht wieder, und Frau ft., die noch von Allem keine Ahnung hatte, machte sich des Morgenvoll Beforgniß auf, das Mädchen zu suchen. Auf der Straße begegnete sie ihr, aber die Ticnstmagd lief eiligst an ihr vorbei mir den Worten: „Ich weiß, ich weiß, ihr wollt mich ermorden!" Und schon kamen einige bekannte Damen zu Frau ft., um sie über das in der Stadt umlaufende Gerücht zu befragen, daß sie ihr Dienstmädchen morden wollte. Tie Sache nahm sogar einen drohenden Eharakrer an, denn es wurden schon Erinnerungen an TiSza Eßlar laut und man verbreitere ähnliche Nachrichten wie dort. Frau ft. sah sich daher gcnöthigt, die Hilfe des Gerichtes in Anspruch zu nehmen, lvclchcs die Dienstmagd als die Urheberin dieser Gerüchte zu einer Geldstrafe verurthcilte. Aber damit verstummte das Gerücht immer noch nicht. Ten zufälligen Umstand, daß Frau ft. einmal dem Dienstmädchtli gcrathcn hatte, Näharbeiten auf der Fußbank sitzend anzuscrtigen, schmückte diese dahin ans, daß man sie nur deshalb auf einer Fußbank haben wollte, um sie daun bequemer von hinten her überfallen zu können! Frau ft. wandte sich nun an den Probst und den Geistlichen, welche bereitwilligst von der ftanzcl herab die Unwahrheit der über Frau ft. verbreiteten Gerüchte erklärten. Damit ist aber diese erbauliche Geschichte noch nicht zu Ende. An Stelle der entlaufenen Dicnstmagd wollte ft. eine andere miethen; aber feilte getraute sich, zu ihr zu ziehen. Nach vielen Mühen bekam endlich die geplagte Frau eineandere. In der erster! Nacht Hörle sic von der Oüche her ängstliches Geschrei. Als sie dorthin eilte, fand sie ihr neues Mädchen voller Angst sich ans dem Bett windend und schreiend: „Ern Messer, ein Messer! Man will mich ermorden!" Erst durch langes gütliches Zureden gelang cs, das durch die vorangcgangcnen Vorfälle beeinflußte Mädchen zu beruhigen. Noch hält sie bei Frau ft. ans, aber unter sietem Zittern und Zagen vor einem ihr drohenden Unheil. Berlin, 2«. Januar. „Professor Paul de Lagardc. nach feiner Natur gezeichnet" — das ist der Titel einer in acht Tagen im Berlage von Julius Bcnzian hicrsclbst erscheinenden sensationellen B r 0 ch ü r c, tvclche Herr vr. Adolf Berliner zum Verfasser hat. Lagarde hatte einem Pamphlete: „Lippmann Zunz und seine Verehrer" nicht nur sein antisemitisches Paraderoß über die Gräber der Tobten getrieben, sondern noch andere indische Gelehrte in erster 3ieihe Berliner in einer Weise angegriffen, die unter den gebildeten und gesitteten Menschen recht ungewöhnlich ist. Nun. Berliner har dem Göttinger Universitäts-Professor geantwortet, frei nach der Natur hat er ihn gegezeichnct, und das Bild wird ob der überraschenden Aehnlichkcit nicht geringes Aussehen errege».—

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