Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1887)
- Date
- 1887-01-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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der Sinn der Worte der heiligen Schrift erklärt ist. so bedarf cs noch der Erörterung/ warum die heilige Schrift gerade diese Ansornckswcisc wählt, warum der dahingegangene König einem rodtcn Löwen verglichen wird, warum Salomo gerade diese zwei Fragen an die Weisen des Lchrhaufcs richtet; überhaupt bedarf die ganze Erzählung der Erörterung, bei welcher sich uns noch andere Fragen ergeben werden, die zu beantworten wir uns bemühen wollen. Tiefer Thcil unsrer Talmudstelle beginnt mir dem (Gebete Davids im 5». Verse des :;o. Psalms: •;n nn na >rn na *a* ms? '*? **i a;rr.n „Thuc mir lnnd, o Gott, urcin Ende, und das Maas; meiner Tage, welches cs ist; ich möchte erkennen, wann ich aufhöre (zu fein)." Tiere dreifache Pittc scheint nur eine zu sein; derselbe Gedanke wird dreimal mit verschiedenen Worten ansgcdrückt. Unsre Talmudstclle erklär! den VcrS folgendermaßen: David betet zu Gort: „Time mir lnnd, Ewiger, mein Ende!" das heim, offenbare mir, wann das Ende meines Lebens ciurretcn wird. Und Gott spricht: Es ist von Mir beschlossen, keinem Menschen das Ende seines Lebens zu offenbaren. David aber fährt fort zu bitten: (Dime mir kund) das Maß meiner Tage, welches es iff. Und föou spricht: Es ist von Mir verbängr, keinem Menschen das Mast uiiicv Tage zn offenbaren. Dann betet David: Ich möchte erkennen, warm ich aushöre zn sein. Und Gott spricht: Du wirff am Sabbar sterben." Jeder wird erkennen, das; die Erklärung d>.S Talmuds der Erklärung bedarf. Zunächst ist zn fragen: Was ist unter „dem Maas; meiner Tage" verstanden '< ist cs nicht dasselbe wie .^das Ende Nachdem Gott cs abgelchnt har. das Ende Davids, die Zahl seiner Lebensjahre, ihm zu offenbaren, warum sragt der fromme König noch cirimal nach dem Maaffc seiner Tagc'^ Woraus folgern, muff man ferner fragen, die Weisen, daff in'den Lborrcn bnn na rjn« „ich möchte wiffcn, wann ich aushöre (zu sein»" die Frage nach dem Wochentage ^st, an welchen!..-David sterben söllre. und woher wissen sic ferner, daß Gott ihm dic'c Frage beantwortet har und gesprochen: „Du wirft am Sabbar sterben >" Auch hier wieder cnrhält der Bibelvers. der gewöhnlichen Erklärung nach, keine Schwierigkeiten. Wir haben cs hier aber nicht .mit der einfachen Erklärung des heiligen Sckrittwo'rts. sondern mir der Auffaffung dcffclbcn in dieser TalmudstcLc zu thun. Den Psalmvcrs an und für sich können wir folgcudcrmaffcn erklären. Der 3'.». Pialrn ist gleich-! sam ein Sroffseuszcr des von bösen Menschen verfolgten i ("-:::> pan -nxn », in Elend und Noth schmachtenden David. Ta betet er: 'i „Thuc mir kund. Ewiger, mein Ziel", zu was ich eigentlich auf Erden bin. so viel leiden und dulden muß: x\r na *2* mai „U)uc mir kund, wonach ich eigentlich meine Tage. Tage des Elends und des Kummers. die man kaum als Leben bezeichnen kann, zu bemcffen habe; *:x nn na n>ns „ich möchte wissen, wie ich anfhörc <zu sein)", ob cs genug sein wird mir den Leiden dieser Welt und" ich Hoffnung habe, einst in ein besseres Leben ungetrübten Daseins ciuzngehen. — Nach dieser Auffassung wird nicht dreimal dasselbe erbeten; David wünsch! vielmehr feines Lebens Endzweck, seines Lebens.\iern und seine» Lebens Zukunft zu erfahren. Nach der Auffassung nuferer Talmndstclle aber muff erklärt werden, welches der Uiticrfdjiebzwischen dem „Ende" und dem „Maaff der Tage" ist. — Nach Rabbi Samuel Idclcs (x-mna) hat David drei verschiedene Dinge zu erfahren gewünscht. Zuerst wollte er wissen, wie lauge er überhaupt leben werde. Aber Gott verweigerte ihm die Auskunft: denn der Mensch soll sich imnier und stets auf den Tod vorbercite»: dcffhalb darr er den Zeitpunkt feines Eudes nicht kennen. Da fragte David nach dem Datum seines Todestages, x\n na *2' nna, ob er an einem langen Ssmmerrage oder an einem kurzen Wintcrragc sterben werde; aber auch das darf kein Mensch erfahren, weil er sonst während der Tauer eines ganzen Jahres vor dem Tode gesichert wäre: nunmehr verlangte David, den Wochentag kennen zn lernen, an welchem er sterben werde, .und hierin willfahrte ilnn Gott, da hierdurch der Tag feines Endes stets nahegerückl war. so daff anzunchmen, daff er die ganze Woche in Neue nnd Buffe, im Thoraforschen und in Vollbringung guter Thülen verbringen werde. Daff jedoch David in dem Schluffsave den Tag der Woche, an welchem er sterben werde, zu wincn wünschte, und daff Gott ilnn in dieser Biuc willfahrte, indem Er sprach: „Tn wirff am Sabbat sterben", das folgern die Wcffcn aus dem folgenden Verse: resa rr.sa ran •a* „siehe, gleich Handbreiten hast Tu meine Tage gestaltet, rra, die Breite der Hand (der vier Finger ohne den Daumen) war und ist ein _bet den Hebräern gebräuchliches Maaff. Wir messen noch heu:e in religiösen Dingen, z. B. bei der Feststellung des Maaffes der Mikwad, des Leckt, der Suckah re. nach Fingerbreite (Daumen) als dem kleinsten Längcumaaffe, nach Handbreite als.dem dann folfelgcudcu. (ein rer har vier r^ass), nach rat* Arm oder Elle teure nax bar sechs area). — rrrea ran! '2' nr« „siehe, nach Handbreiten hast Tn meine