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Der Israelit · 1887-01-24 · Heft 7 (24.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 7 (24.1.1887)
Date
1887-01-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV11L Jahrgang. M 7. Der Israelit. (Sin ZenLrat - Organ für das orthodoxe Iudenthum. Hcrausgegeben von Dr. Lehman« m Mainz. Montag, de« 24 Januar 2647 (1887). Leitender Artikel. N ii ft e r 0 f! d; I; c 11. \TL Mainz, 20. Januar. Wir kommen jetzt zu dem letzten Thcile unsrer Talmudsicllc, der zugleich der schwierigste und der Äusgangspunkl der ganzen Abliandluug in. r-zr. '-xp «in 2727. „Tenn einem lebenden Hunde ist besser als einem todren Löwen." Tas ist, so einfach ausgesprochen, ein trostloser Gedanke, eine betrübende Vorstellung. — Ter Libclvers als solcher bat eigentlich gar nichts Schwieriges; die angeführten Worte und nur der Schlußsatz des 4. Verses des 0. Gapitcls im Buche Kohclolh. In Verbindung mit dem Vordersätze erklären sich die Worte ganz einfach. 2P7 *2 ,rr,23 C" C'T.H 72 7s (*72rv “rs '2 *2 :rrr, '->xn p2 2*c 'nn „Tenn wer noch verbunden ist mit allen Lebenden, darf Vertrauen haben; denn dem lebendigen Hunde ist besser als dem rodreu Löwen." Solange der Mensch noch am Leben ist, erklärt Raschi, sollte er auch der größte Vöscwichl sein und mit Vöscwichrern irr Verbindung sichen (D"r- 72 7s 72N' C'Vsn *7*s) darf er das Vertrauen hegen, als reuiger Länder von Gou in Gnaden ausgenommen zu werden; ist er aber als Böscwicht gestorben, mag er noch so groß und mächtig auf CnDcn gewesen sein, so ist jede Hoffnung zu Gndc. Nebusaiadan. der Knecht des Königs Ilcbukadnczar, war ein großer Löfcwicht, der die besten Männer von Juda, der unschuldige Frauen urrd minder zn Tausenden hatte hinschlackmn lassen; da erfaßte ibn die Reue ob seines schändlichen Treibens und er that Buße. Gr war nur ein Hund im Vergleiche zu dem Löwen Rcbukadnezar. Rebusaradan blieb anr Lceen, daS heißt, er ging ein zum ewigen Leben, während Rcbukadnezar ein todter Löwe war, der hinabfuhr zur Gruft des Verderbens. Demnach ist der Sinn unseres BibclverfeS, daß der Mensch, sei er noch so gering und schlecht, sei er. auch engverbundcu mir gleichgesinnten Bosewichtern, was natürlich die Umkehr ganz bedeutend erschwert, sei er also nur gleichsam ein lebender Hund, der lange, lange die unschuldigen Thiere des Feldes und des Waldes zu Tode gehetzt har, die Möglichkeit besitzt, umzukehrcn in Rene und Buße, selbst wenn er nicht sein eigener Herr, selbst wenn er der Sclave eines Böscwichts, gleichsam der Jagdhund eines grausamen Jägers ist, wie Rebusaradan der. Knecht des Ncbukadnezar. Rcbukadnezar, ein wcltcrobernder König, ein Löwe, war sein eigener Herr, hatte viele Schandlhatcn vollbracht in seinem Leben: wohl halte ihn Gott gestraft, um ihn zu mahnen; er aber nahm cs nicht zu Herzen und verharrte in seiner Bosheit und Schlechtigkeit, bis er ein todter Löwe ward, todt für immer, untheilhafrig des ewigen Lebens. So ist der einfache Sinn dieses Verses: aber die Weisen deuten ihn in unsrer Talmudstclle anders, nehmen den *m 272, den lebenden Hund, im Worrsiniie und verstehen unter nsn -rs, unter dem tobten Löwen den König David. „Dem lebenden Hunde darf man am Sabbat ohne welche besondere Vorbereitungen sein Fnucr reichen; den verstorbenen König aber darf man nur dann aus der Sonne irr den Schatten tragen, wenn man vorher ein Kind oder ein Vrod auf die Leiche gesetzt oder gelegt har." Der Sinn ist demnach, daß selbst ein geringes, lebendes Wesen, welches unsrer Obhut anvenraut ist, mcbr und früher berücksichtigt werden soll als der größte Todte. Wenn auch damit *> So Icuiö bfi’Tp; der 2T<2 heißt TTE*-

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