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Der Israelit · 1887-01-20 · Heft 6 (20.1.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 6 (20.1.1887)
Date
1887-01-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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H .1 fl Karlsruhe in Baden. Karlsruhe darf sich noch immer eine 7r«-.r2 ctr* *ry nennen. Noch sinder ->z~ rrrrzz mc> mT. eine frr.d)ilarc 2iät:c und iiiytiJGuC Bffege darrrr. Den 2>cu»ci« davon liefene die c'Dreier cm jüngstcit Ehamrka-Fcste. Die vom Rabbiner Dr. Goitcin £*s» flcftiünbcic mrn c"r becudctc unter mifcnn Herrn Rabb. Dr. Lchiffer ros: d"c. Diesem freudige Ercignist wurde schon am rc-:n rzr durch Lpnagogcuanschlag mit dem Hindi fügen bekannt gemacht, dass zu dieser am 2<». Dcecmbcr abends r>'/> Uhr beginnenden Feier alle Mit- und Richtmitgliedcr der rr,zn D"r in der Lokalität des Banquier Herrn 2. Lirauff '"r höflichst cingeladen werden. Wcrrn auch der Einladung nicht in. vollem Maaffc entsprochen wurde, waren die Anwesenden geistig um so froher gestimmt. Nachdem rzr rcra beendet, ctik rrcr begonnen und Herr I>r. Lchiffer '"r einige recht sinnige Bemerkungen über den Anfang und das Ende des Trakt, rer angeknüpst und zu fernerem fleißigen Besuch derrren ausgeiorderr, ergriff Herr Rabb. R. Wcill das Wort, dankte in recht herzlichen Worten dem'Herrn I>r. Lchiffer für das große Berdrcnst, das er sich ntu die Hebnng der rr~r< er und durch Bcrbrcitntrg von Dhorakenntniß im Allgemeinen ctwirbl. Lchließlrch forderte er zu einem Hoch auf, das matt frendig dem Herrn Dr. Lchiffer brachte. — Auch dem freundlichen Gastgeber Herrn Bang. 2. Lu ans der feine Lokalitäten jahrein jahraus in freigebigster 3i?eife brtu Thorastudium fall allen hier besiegenden öffnet und sich selbst warm und innig diesem Lrndium hingicbt. wurde ein Hoch gebracht. AlSdaun ergriff Herr Goldbcrg '"j, stud. med. in Heidelberg, der eigens zu dieser Feierlichkeit citigcladen war, aus allgcm. Wunsch das Wott und entwickelte in einem fast 2stündtgcn tmunterbrochencu Bortrag ein r-s-rn und ruM-pr aus dem ganzen talm. Gebiete, wie ntan cs höchst selten, selbst bet int Tbalmudstudinm Ergrauten, wahrzunchmcu Gelegenheit hat. Mancher der Hörer wird wohl dadurch zu dem festen Borsas gekommen fein, cs durch Ficiß und Glaubcnswärmc auch attttährcnd so weit zu bringen. Mögen andere Gemeinden, die vielleicht mit bedeutend wetiigcr Htndcrtriffen zu fampfcii haben, als die hiesige Rcligionsgcscllschast, durch dieses ee-Beiwicl aufgerüttclt und ermuntert werden zum Gründen und fleißigen Besuchen von rren! Berlin, 15. Januar. 2» der heutigen Lwung der Äilitätvorlagc-Eommisston entspann sich eine längere Debatte über den Antrag des Zentrums, 87 betreffend die Befreiung der Theologen vom Militär^ dienst. Tie konservativen Abgeotduelen von Frege und von Wöllwarh, die in der ersten Lesung für den Antrag gestimmt, erklärten sich jetzt dagegen. Maltzan-Gultz und Äarquardsen wollen aus von dogmatischen Gründen mir die katholischen Theologen vom Militärdienst befreit wiffcn. Windthorst aber bestand daraus, daß die Befreiung sich auch ans die cvangelischen und jüdischen Theologen erstrecken müsse. Der Amrag Maltzan siel gegen die Ltimmen der Konservativen und zweier Rationalliberalen. Der Ecntrumsarrtrag selbst wurde gegen die Ltimmen des EcntrumS und dreier Freisinnigen abgclchnt. Berlin, 17. Januar. Die Auflösung d e S deutschen Reichstages hat auch unserer Lache manche unerwartete Enttäuschung gebracht. Zunächst siel zugleich mit der Miliiärvorlage auch der EcntrumSantrag betreff, die Befreiung der Theologen vom Militärdienste, doch wäre dieser Antrag wahrscheinlich bei der Abstimmung ohncdicS abgclehnt lvordui ans Grund der starken Gcgcnagiran'oncn ans Dheologenkreisen, und auch wir brauchen demselben keine Thrancu uachznwcinen. Leider ist aber ob der Reichstagsauslösung auch die Verüchligte Dhictschntzpctitiou zum zweiten Male in den Orkus gewandert. Am Montag sollte sie in der ttornrniffion zur Bet Handlung kommen: es hat nicht sollen sein! Wir glaube.« annchmen zu dürfen, das; den Thierschützlern die Auslösung sehr, sehr gelegen kam und es ist vorauszufeven, daß die Lchnsnchtder Thierschurvereine, die Wahrheit und trnscr Religionsgcscv anzugreisen, angesichts der vernichtenden und zermalmenden Kritik der Fachautoritätci«, für imrner und ewig gestillt sein dürste. Lollten aber die Herren von der Hnmauität gleichwohl die Lust verspüren, noch eirre dritte Bittschrift abzusaffcn und sic Einem hohcrt Reichstage zu nnterbreiten, nun, so mögen sic kommen, froher Dank mrd „allgemeine große Heiterkeitwird ihr Erscheinen begrüßen. lassen, i-l. Januar. Eirt hiesiger Arbeiter hatte in der letzten L-öckcrvcrsammlung sein lautes Mißfallen über den Bortrag auSgcdrückt. Beim Bcrlaffcn des Laakes muffte er sich zwei Polizcibeamtcn anichließen, um auf dem Polizciamtc seinen Rauten fcststellen zu lassen. Rach drei Tagen erhielt der Alaun ein Ltrasmandat -wegen groben Unfugs. In Folge-Widerspruchs gelangte die Lache I an das Lchöffcngericht. Dasselbe sprach den Angeklagten frei, „weil derselbe das Recht gehabt habe, ' sein Mißfallen auSzudrücken."

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