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Der Israelit · 1887-01-17 · Heft 5 (17.1.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 5 (17.1.1887)
Date
1887-01-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Jyiicbliöfe aller.Konfessionen stehen unter dem Schrltze der Verfassung. Allerdings erlaubt das spanische Gtsep össcinliche Zercnwincu blos der katholischen Kirche, wodurch aber die anderen Mircftc« in keiner Si’cifc in ihren Rechten geschmälert find; das lieg! weder in den Intentionen des Gesetzgebers noch in der r'rarsächlichen Praris. In Madrid exiüircn fünf evangelische Kapellen und Kirchen für Llnheraner. (ialvincr und Anglikaner, welche ungestört ihren Gottesdienst in spanischer Sprache ocrnchicir, ohne irgendwo gestört werden. In anderen evangelischen Kirchen wird der Gottesdienst deutsch, englisch und auch in anderen Sprachen abgehalten: die Ankündigungen über die Heil des Gottesdienstes liest u-an an den Tl'.ürcn der btlreficuden Kirchen. Und rvic es. in Madrid gehalten wird, so gcschiclit es Im ganzen L'aübc; wir zählen an evangelischen .Kirchen drei in Sevilla, zwei in Barcelona, eine in Kadix, in Saragossa. Valladolid, Lalamanca, Bilbao, Santander, Malaga. (Granada, Eordora n. s. rv., ohne die evangelischen Missiorrcn zn zählen, die über das spanische Gebier verbreitet find. Tie Protestanten besitzen inehrcre konscsfionelle ,lclt»chnstcn unb literarische Gesell »chastcn in Madrid, Barcelona m:d Sevilla und eine eigene Truekcrri zur Berbreittrug der Bibel. Das (5cntennarinm Luthcr's wurde mir großer Feierlichkeit begangen nnd öffentlich in den Leitungen arrgekündct. Ter spanische Katholik ist dem Andersgläubigen nicht feindselig nnd kennt noch weniger eine Unterscheidung zwischen Protestanten nnd Inden, welche hier volle Freiheit genieste,!. Stmagogen erbauen dürfen nnd selbst eine religiöse Propaganda wäre ihnen nicht verwehrt. Tie Regierung garantin jede:» Einwohner Spaniens die uneingeschränkte Religionsfreiheit. das Recht Tempel zu errichten nnd Friedhöfe anznlcgen. Tic Regierung garantin auf Grund der bestehenden Verfassung den Widern» des Ediktes von t-t»2 (Ausweisung der Inden» und ladet Juden ein nach Spanien zu komuren. mit der Zttsichernng, dorr gm ausgenommen zu werden nnd von der Regierung, als der Trägerin der öffentlichen Bkeknung und der autoritären Vertreterin des »panischen Volkes, mit Wohlwollen und Lv'.npatlnc bcfdiür.t zu werden, wie der Äon»cilspräfidcnt Saaafia ttt einem ossicicllcn Schreiben Herrn Guedolla in London verkündet hat. Auch unser Klerns ist der Bewegung zur Rückkehr der Juden nach Spanien freundlich gesinnt und Pie gleiche Stimmung herrscht im Vatikan vor, wie von offiziöser Seite verlautet. Als Beweis diene Ihnen folgende Thatsache: Herr Moriz Hautkal, israelitischer Konression. ist weben in Earmgcna mit einer spanischen Katholikin. Mdle. Amalie Giro» aus Grund eines ohne Schwierigkeit vonr heiligen Stuhle erlangten Dispenses kirchlich getraut worden, ohne der Religion seiner Väter untreu werde» zu müssen. Tie intraiifigente, katholische Presse hat keinen Einfluß auf die öffentliche Meinung; die letzten Sitzungen des Senats haben bewiesen, daß seine bedeutendsten Mitglieder, sowie die hervorragendste» Politiker Spaniens Frcimaucr find, wiewohl vom Standpunkte des strengen Katholizismus der Jude dc»n Ircimaurcr vorzuziehcu ist. Außer den Garantien der spanischen Verfassung, für deren unparteiische Ausführung der Minister Sagafra fich verbürgt, hat sich ein Komite gebildet nrit der Aufgabe, die eimvandcrnderr Juden gegen jede Verletzung in Schub zu nehmen und ihnen in allen fallen unentgeltlichen Rechtsbciftand zu leisten, ihre Sache jederzeit vor den Gerichten nnd vor der Lesteutlichkeit zu führen. Vergleichen Sie damit die Lage der Juden in Rumänien und Rußland und berücksichtigen Sie das Geschick Ihrer Glaubensgenossen, welche bis nun in Spanien, so werden Sie zugcbe», daß die israelitischen Einwanderer eure» guten Tausch machen würden, sobald sie sich bei uns incdcrlasscn. Einige gesetzliche Reformen zur gänzliche» Gleichstellung aller Bekennrnige »vären allerdings noch nolhwetidkg, wir mf:?tcu aber vorerst an der Erziehung des niederen Volkes arbeiten, welches keine Ahnung von dem wahren Eharakter des jüdischen Bolksgeistcs besitzt. Tas bildet einen Thcil der Aufgabe des „»panischeneientral-ttomit^s". Ich zählte folgende Herren als Mitglieder des äoinite*: Ton Inan Unna. chmaUgcr Tcpuritter, General-Tireklor, des Unterrichts- und Eivil-Gonvcrncnr a. T. Ton Iuau Rsfyide, Staars-Jnfpecteur des Harrdels, Provinz-Gouverneur a. D., ehemaliger Tcpunner. Herr I. Jonas, Bankier (Israelit). Ton S. Pcrdignero. Aktionär der Bank von Svanicn. Mitglied der Madrider Haudekskaminer. Ton R. Belrran, Mitglied der Geographischen Gesellschaft und Advokat. Ton G. Rcparaz, Mitglied der Geographischen Gesellschaft. Ton I. Valero, Schriftsteller und Professor, außerdem die Herren Bentfeld und Tronillard, über

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