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Der Israelit · 1887-01-13 · Heft 4 (13.1.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 4 (13.1.1887)
Date
1887-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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55 kann ohne den für ihre Erhaltung nothwcndigcn Luftzug, so auch nicht ohne Israel. — Und doch wollte Gott die Israeliten vertilgen, als sie am Fuße des Berges Sinai sich durch das goldene Kalb versündigt hatten? Damals aber war«- Mofcheh an Israels Stelle getreten, denn b^psr nrs hnr* b -uß, Moschch wog gleichsam ganz Israel auf, wie Gott ja auch hinzufügle: „dich aber (Mofcheh) will Ich zu einem grollen Volke machen," und an die Stelle von ganz Israel seycn. Solange also Moschch lebte, der allein im Stande war, ganz Israel zu ersetzen, wäre eine Vcrukchlnng Israels denkbar gewesen; da aber Moschch gestorben war, so mutzte der Vernichtungsplan Haman's scheitern und er selbst in Folge dcffcn seilten Tod finden. :pyn by;on rw &n* ras? vccy So lange die Welt steht, wirb Israel bestehen, und seine Feinde werden zu Schanden werden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Hessen. Tic Notiz in Nr. INI d. Isr. aus dem Breslauer Kreise lenkt unsere Aufmcrksamkeit wiederholt auf den „Verein zur Errichtung eines Isr. Rcichscrzirhungshanscs in Diez a. d. L." Seine Aufgabe wäre cs gewesen den armen Kindern (denen die bestehenden Waisenhäuser gemäß ihrer Statuten die uachgcsuchte Aufnahme versagen mußten) ein Asyl, vor den scclcnfängcrischcn Absichten einer pflichtvergessenen Mutter zu bieten. Möge diese einzige Thatsachc genügen, die unbedingte Zweckmäßigkeit und dringende Nothwendigkeit dieses Hauses darzulcgcn. Möge darum jeder wahre Ichudi bestrebt sein, die gottgefälligen, humanen Absichten dieses Vereins nach besten Kräften zu fördern. Berlin, 10. Januar. Bis heute sind im Bureau des Reichstags zwcitausendnnddrcihundcrt Petitionen jüdischer Gemeinden Deutschlands gegen die Thierschützlerbiuschrist cingelauscn. Das Deutsche Reich zählt im Ganzen ca. 25,00 jüdische Gemeinden. — Herr Rabbiner Biberfell» vom hiesigen Bcth-Hamidrasch beging heute mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit- Briefe, Telegramme, Adressen, Fcstgcschcnke und eine nicht endcnwollcnde Gratulationscour bildeten die Signatur des Tages. Frankfurt a. M., 6. Januar. In der jüngsten Mitgliedersammlung des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur setzte Herr Dr. Biber seid seine Mittheilungen über .Die Stellung der Juden uuterKönig Wenzel" fort. Er setzte auseinander, wie trotz der umfangreichen Iudcn-Schuldcn-Tilgungcn vom Jahre 1385 Wenzel wegen der ungarischen Wirren wieder seine Zusiucht zu einer ähnlichen Finanzoperation zu nehmen gezwungen war. Die Gelegenheit dazu fand er, als cs ihm in Egcr 1380 gelungen war, die Städtebündnine aufzuhcbc». Er verlangte zuerst von den Städten volle Rückgabe des Iudcnregals; sodann aber, als die Städte sich dagegen heftig sträubten,, erließ er zu Gunsten meist der Fürsten und Herren in Franken, Schwaben und Bayern sämmtliche Judcnschulden. Er selbst ließ sich mehr oder weniger große Summen dafür zahlen, aber nicht, wie gewöhnlich berichtet wird, fünfzehn Prozent; dieses Maß läßt sich nur in RcgcnSburg Nachweisen. Manche Reichsstädte mußten mit Gewalt zu der Maßregel gezwungen werden; namentlich Frankfurt sträubte sich lange dagegen und führte auch später die Maßregel nur lässig durch. Wenn man Wenzel wegen dieser Angelegenheit so sehr heftig getadelt hat, so ist doch zu bedenken, daß auch sein Vater, Karl IV., 1347 und 1350 ähnliche Erlasse, allerdings in beschränkterem Umfange ergehen ließ. Unter Ruprecht hatten die Juden Ruhe; allerdings mußten einmal die Frankfurter im Interesse der Inden Gesandte an ihn senden; auch erneuerte er die Iudencdiktc Wenzels. Interessant ist sein Versuch, in der Person des sonst unbekannten Rabbi Israel der gcsa mutten deutschen Judenheit ein Oberhaupt zu geben, ein Versuch, der wohl nicht so günstig zu bcurihcilen ist, wie cS Höflcr, Wiener und noch Andere gcthau haben; vielmehr plante wohl Ruprecht damit hauptsächlich, einen tüchtigen Stcncrcrccritor unter den Juden selbst zu erwerben. Herr H. Schwad hielt hierauf einen Vortrag über „DavidAlroy in Ge schichte und Poesie." Benjamin d'Isracli, der spätere Lord Beakonsfield, obwohl er dem Judenthnme nicht mehr angchörte, da sein Vater schon dem jüdischen Glauben untreu geworden, war nichtsdestoweniger von Begeisterung für die große, welthistorische Mission des' jüdischen Volkes erfüllt, und in warmen, fast überschwenglichen Worten verherrlicht er die jüdische Nation in mehreren seiner .Romane, besonders iu seinem „Eoningsby". Vollständig jüdischen Inhalts ist seine farbenreiche Erzählung „Tlie wndrons tale of Alroy“ — David Alrui ist der Name eines Abenteurers, der um das Jahr 1160 zur Zeit, als ein den Juden äußerst freundlich gesinnter Kalif in Bagdad herrschte, in seiner Hcimathstadt Amadia, einer unweit Mosul gelegenen Stadt, als Messias

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