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Der Israelit · 1887-01-13 · Heft 4 (13.1.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 4 (13.1.1887)
Date
1887-01-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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54 Wenn sich das aus die Verordnungen beziehen soll, die Moschch aus ciflcnem Antriebe verordnet , hat, so ist das nicht zutreffend. Auch die Späteren haben Verordnungen erlassen, die noch heute gehalten werden und ewig Bestand haben: wir erinnern nur au das Lesen der Mcgillah, das Anzünden der Ehänukah-Lichtcr, das Waschen der Hände vor dein Gciiuiic des BrodeS:c. — Gcfcrorh und Tckanmh haben _bic großen Männer Israels zu allen Zeiten erlagen, und diese haben ebenfalls für ewig Bestand. Rabbi Samuel Idelcs belehrt uns. daß Rasch! *ficf) zu dieser (yrfläniiig gedrungen fühlte" (p-^n prrn), um nicht der irrigen Meinung Raum zu geben, dass Rabbi Tanchum unfern Lehrer Moschch alS selbstständigen Gesetzgeber darstcüen wollte, während er doch nur der Bote Gottes war, der uns des Allheiliacn Verordnungen und Einrichtungen gelehrt hat. — In der Thar aber braucht man ein solches Mißvcrständniß nicht zu fürchten; der Ausdruck Li'. 222 -,^2 weist unmittelbar auf den Gegensatz, auf den L*pi '2 -P2, den ewigen König des Weltalls hin. Tic nwa sind die cpn, die uns nnverständlichen Verordnungen des Allwcifen, die uns durch Vtofcheh gelehrt sind worden; die ri'.zp.n sind die n'bizr,?, die uns wohlbegreiflichen Gebote und Verbote Gottes, die Moschch uns übermittelt hat; „ich lobe die Tobten (Moschch), da die durch ihn uns von Gott gewordenen Verordnungen und Einrichtungen ewigen Bestand haben, während die Verordnungen irdischer Könige, die nach cigcncni Ermessen Verordnungen erlassen, keinen Bestand ^haben." — TaS ist die Erklärung dcS Rabbi Samuel Idelcs; wir brauchen nunmehr auch nicht zu unterscheiden zwischen bibüfchcn und rabbinnchcu Anordnungen. Alle, die im Geiste Moschch» im Laufe der Jahrtausende gelehrt und geboten, haben für ihre Verordnungen ewige Dauer erlangt, und 2"? r7*c: (das .Händewaschen) wird von den gortcsfurchtigcu Israeliten geradeso beobachtet wie z. B. r;s2, da» Gebot der Schaufäden. Es ist die Frage aufgeworfen worden, warum Moschch, der Größte aller Propheten, der Heiligste aller Menschen hat sterben mügeii. warum er nicht, gleich dem Propheten Elijahu, ohne den Tod zu kosten, tcdeudig in daS Reich der Seligen ist cingcgangcn. Tic heilige Schrift belehrt uns darüber: denn erst kurz vor feinem Tode wird Moschch als 2T7.X7, e-s, alS'Goncsmaiin bezeichnet, nzy 222 ro durch feinen Tod hat Moschch bewiesen, daß er nichts als der Knecht und Bote Gottes war. Wäre er lebendig in de» Himmel gcfahrcu — bk thörichten Menschen hätten ihn vergöttert und Götzendienst mit ihm getrieben. Durch Moschch'S Tod, dadurch, daß Moschch dem allgeineinen Menschenschicksal nicht entgangen, kann und darf die Thora nach ihm geuaunt werden, wie es heißt.-.22 vh as .-ma „Thora gebot uns Moschch" — 220 rron rot „gedenkt der Thora Moschch'S. Meines Knechtes," und ein Mißverstehen ist nicht möglich. So. lehren auch die Weisen: rxap; 22122 by irr: 2022 222 102 ry. „Weil Moschch sein Leben für die Thora hingegebcn, wird sic nach seinem Namen genannt." — Ein König von Fleisch und Blut, der nach eigenem Ermessen Gesetze gibt, will dadurch auch in der Nachwelt fort!eben; es mißlingt ihm; nicht einmal während seines Lebens werden feine Gesetze befolgt, um wie viel weniger nach seinem Tode. Moschch aber, Der im Austrage Gottes Gesetze gab, vollendete gerade durch seinen Tod seine Mission aus Erden und erlangte dadurch auch insofern ewiges Leben, daß nach ihm die ewige Thora genannt wird; daher sagt Salomo mit Reckt: iL2 22:2 2-222 nx -;x 2221 „ich lobe den großen Todrcn (Moschch), der durch feinen Tod bewiesen, daß er nur der Knecht, der Bote GotteS gewesen, rsr,y zm 222 22N 22222, mehr als die lebenden, sich weise dünkcndcn Herrscher, die durch ihre nach eigenem Ermessen erlassenen Verordnungen und Gesetze ewig sonzulcben vermeinen. Bei dieser (Gelegenheit wollen wir uns erlauben, die Erklärung einer sckwerverständlichcn Midrasch-Stelle anznfügcn. wiewohl dieselbe nicht unmittelbar an nufer Thema sich anschlicßt. Es heißt im Midrasch:*) 22X 2212 Vy ^T22 V2J23 , -2^2 XTt TIS 2S2 ,]22 220 12 222 227t X722 2222 2222 Z22 222 222 1'22y ,222X 22* 222 22 X- X72*7X 22*p2 1- 22X :py.7 by ]2.2 nx ttr 222 „Als da» Loos Hamans auf den Monat Ador siel, freute er sich sehr, weil dies der Monat ist, in welchem einst Moschch starb. Gott aber sprach: Wenn Moschch nicht gestorben wäre, so hättest du ein Recht, dich zu freuen: da er aber gestorben, so wird man den Haman an den Galgen hängen." Wir wollen über da» Rätüsclhafte dieses Midrasch kein Wort verlieren, sondern gleich zur Erklärung schreiten. Haman wollte alle Israeliten, ohne Ausnahme, vom Erdboden hinweg vertilgen; das ist jedoch nicht möglich, weil die Welt ohne Israel nicht bestehen kann, wie unsre Wessen lehren: 222X Tc-fi 21212 722X2 „wie die vier Winde habe Ich euch ausgcbreitct," wie die Welt nicht bestehe» *) Angeführt im Buche 2',72 222.

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