Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1887)
- Date
- 1887-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XLVIU. Jahrgang. ' M 4♦ Der Israelit. Ei« ' ' KenLrat - Grgan für das ortyodore ZudenLhum. Hcrausgcgedcn von I>r. Lehman« iu Mainz. Donnerstag, den LS. Januar 3647 (1SH7). Leitender Artikel. FLnüerötichKeit. IV. Mainz, 10. Januar. Rabbi Tauchum gib! für die (Erklärung des Verses: „Und ich rühme die Todten, die schon gestorben sind,-mehr als die Lebenden, die noch leben," noch ein anderes Beispiel: „Es ist der Lauf der Well: ein König von Fleisch und Blut erläßt eine Äcrordnung, so ist es zweifelhaft, vd man sie befolgen wird oder nicht: und wird man sie befolgen, so geschieht das nur während seines Lebens; nach des Königs Tode wird sie meistens wieder aufgehoben; Moscheh aber, unser Lehrer, hat viele Verordnungen erlassen, viele Einrichtungen getroffen, die bestehen für alle Ewigkeiten; har da Salomo nicht recht gesagt: Und ich lobe die Todten, die schon gestorben sind mehr als die Lebenden, die noch leben." — So klar und deutlich das erstangcführte Beispiel war, so dunkel erscheint das soeben mitgcthcilte. In dem ersten Beispiele wurden die bereits verstorbenen Stammväter dem zu jener Zeit noch lebenden Moscheh gcgcuübcrgcstcllt, und dargelcgt, daß das in Frömmigkeit und Heiligkeit abgeschlopene Leben in den Augen Gottes einen höheren Werth hat als das noch im Ringen und Kämpfen begriffene; hier aber wird unser Lehrer Mosckeh mit einem gewöhnlichen Herrscher, während dessen Lebens und nach dessen Tode in Parallele gestellt, so daß das Beispiel zu dem erwähnten Verse in gar keinem Zusammenhänge zu stehen scheint. Unser erhabener Lehrer Moscheh war der Größte aller Menschen, größer auch als alle Könige, mögen diese nun noch leben oder gestorben sein; was aber har diese Wahrheit mit jenem Aussprüche Salomo's zu schaffe»? Wir müssen, um das Dunkel aufzuhellen, zunächst unsre. Aufmerksamkeit auf einen schwerverstündlichen Satz in dem in 3iede stehenden Beispiele lenken. Rabbi Tanchum sagt: :rn^n res pro rovc rra 12 \m nro Hv „Moscheh, unser Lehrer, dagegen, vcrordnere viele Verordnungen und richtete viele Einrichtungen ein, die für alle Ewigkeiten bestehen." Welches sind die vielen Verordnungen, die vielen Einrichtungen. die Moscheh getroffen hat? Wir sind irn ersten Kapitel dieser Abhandlung der Erklärung Raschi's gefolgt, welcher schreibt?—— (2"x 2-7) 2.7222 »an 2 ,m:pn no2 pm :cr bo pcnm xhn-.u 17,'v crfc „Moscheh traf viele Einrichtungen, wie diejenige, welche im Tractat Megillah erwähnt ist: Moscheh traf die Einrichtung, daß die Israeliten an den Festtagen sich mit den betreffenden religiöse» Vorschriften beschäftigen sollen." — Rabbi Samuel Jdclcs hat gegen diese Erklärung Raschi's viel einzuwcndcn: die von Raschi erwähnte Tekanah ist eine, und wo sind die vielen, und welches sind die vielen Geseroth (Verordnungen), die Moscheh verhängt haben soll? Wir können noch hinzufügcn: wieso stellt Rabbi Tanchum den Gegensatz auf zwischen einem Herrscher von Fleisch und Blut einerseits und Moscheh andrerseits? War denn nicht auch Moscheh ein Herrscher von Fleisch und Blut? — Auch die vorhergehende Erklärung von Raschi erscheint nicht zutreffend. 2-2.7, wiwnn ,nTcn rt» 2N reen -in» 121 rrrr: rteyreu yir. ,rrso crsie C’:irjonr vzöp hu :rr2j? hu 2272 nna rv.c-pno ym nss hu „Ich rühme mehr die Früheren als die Ietztlcbcndcn, denn die Früheren sind besser als diese; der Beweis ist, daß die Verordnungen von Moscheh gehalten werden und die der jetzt lebenden Könige keinen Bestand haben."