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Der Israelit · 1887-01-06 · Heft 2 (6.1.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 2 (6.1.1887)
Date
1887-01-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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23 Noch erjagt an seine Kinder, damit von seinem Segen, von seinem Gute sic weiter mögen leben, wenn er sein greises Haupt zur ewigen Ruhe nun senkt. — Und wie verschieden ist das Dermächtniß der sterbenden Löter! Ter Eine spendet Gold, das er im Leben ausgehäuft, der Andere irdischen Besitz an Haus und Gut, und so sucht Jeder seine Kinder zu beglücken. Emen sterbenden Greis rührt uns unser diesmaliger Wochenabschnitt vor Augen. Unser Vater Jakob, von dem wir schon so lange aus der hciligett Schrift vorlcsc», mit dem wir gleichsam gelebt und gelitten, der uns durch seine hauen Schicksalsschlagc so sehr ai»s Herz gewachsen, er scheidet nun vom Schauplatz eines lcidcrfüllten Lebens, in dem nur selten, und dann kurz des Glückes Sonne ihm lächelte, er ruft sterbend seine Kinder, um auch ihnen das letzte Vcrmächtniß, die Früchte seines mühevollen Lebens cinznhändigcn, damit seine Nachkommen auch in des Lebens trübem Winter nicht erschlaffen mögen. Was war das Vermächtnis; dieses Greises? Worin bestand das Tcstantcnt unseres Vaters Jakob? -~rx nt cä rrrUi'. '£zxn “cn^ vjo-Pn op>r :c*otj tv'info errx mp’ Und Jakob rief seine Söhne und sprach: Versammelt Euch, und ich will Euch kund ihnn, was Euch in den späteren Tagen treffen wird. An diese Stelle knüpfen unsere Weisen im Midrasch folgende Betrachtung an: c*;sö vnp c^;ti 12 tes: 'tzh zpy rrrr rysc wsr frztt crcsor ,ba~^r btt *72» r» nsy -yzt* btnzr rer ,'b , c"pr; by rprnc vzzzbz c? tbtt ,1:zzbz r« *P ra"pn by rprrc ^zzbz psr eso ■JT33 er 7H3 rnsccsne wn r)8* ,-ns 'n ^-prx 'n „Als unser Vater Jakob von der Welt schied, rief er seine zwölf Söhne und sprach zu ihnen: Höret auf Israel: der im Himmel wohnt, ist Euer Vater. Vielleicht tragt Ihr in Euerem Herzen eine böse Gcsinnuttg gegen Gott; daraus antworteten sie: Höre Vater Israel: Sowie keine böse Gesinnung gegen Gott in Deinem Herzen weilt, so auch nicht in dem uusrigcn, sondern Gott, unser Gott, ist einzig. Darauf rief Jakob aus: Gelobt sei der Name Gottes immer und ewig." In diesem kurzen Dialoge zwischen Jakob und seinen Söhnen ist nach der Anffaffung des n“buz, der eine ähnliche Talmudstelle im Traktat Pesachkm (5<ia.) behandelt das ganze Testament unseres greisen Jakob, enthalten. — Reichthum und Schöne sind vergängliche Bcsitzthümer, deren Erhaltung nicht vom eigenen Willen des Menschen bedingt ist. Ein Schicksalsschlag genügt, undwas de« Menschen Phantasie so kühn, so hoch auf dieses irdische Gut hat aufgckaut, es stürzt zusammen, weil die Basis ihm gcuommen, und nur die Trümmer zeugen von entschwundener Pracht und Herrlichkeit. Wer seine» Kindern irdisches Gut beim Scheiden aus dem Dasein hinterläßi, der schützt sie wohl vor jenem schweren Druck der Armuth und des Hungers, doch nicht vor der Verzweiflung, wenn einmal das Schicksal des Glückes Souue verdunkelt, er lehrt sic wohl, die Thronen mancher Darbenden zu trockuen, doch nicht die Kunst, ihr eigenes Herz zu stählen, sich selber tröstend, im vollen Gottvertraucn auszuharrcu, wenn auch einmal das Schicksal mit dunkeln Flügeln ihre Häupter umschattet. Diese Kunst, im ticsstcn Leid die Güte Gottes zu erkennen, das schwerste Unglück nur als Faktor unsres Glückes zu betrachten, daS unverständlich unserem engen Blick, doch vom weisen Schöpfer, der das Resultat der Dinge schon im Voraus kennt, zum Wohl der Menschen so beschlossen wurde, diese Kunst hat Jakob sterbend feine Kinder gelehrt. Ergab ihnen eine Regel mit hinaus ins Leben, die als Gcsammtlchre des ganzen jüdischen Volkes den Muth in allen schweren Galuthzcitcn nicht erschlaffen ließ und die Hoffnung wach erhielt, wenn cs auch noch so nah am Rand des Abgrunds stand, die aber auch dem Einzelnen im engen Kreise seines Hauses lindernden Balsam gießt in die Wunde, die das Schicksal schlug und ihm die Waffe gibt, int Kampf mns Dasein auszuhorrcn und nie zn zagen, wenn auch für den Augenblick, der Helle Strahl des Glücks gebrochen scheint. Jakob sah ein, daß schwere Zeiten über Israel hcrcinbrcchcn werden, er sah sterbend die ganzeegyplische Knechtschaft voraus und zweifelte an dem Gorivcrtraucn im Herzen seiner Söhne, als daß er hätte hoffen dürfen, sie würden mit Gleichmulh und völliger Zuversicht auf den Höchsten ihr L00S ertragen, um dann rein und geläutert aus dem Kampfe hcrvorzngchcn. sittlich gereist, die heilige Thora zu cnipsangen. Nein, er mußte vielmehr fürchten, daß ihr Mnth, verzweifelnd an einer Rettung erschlaffe, daß sie, in dem schweren Kampfe, der nur von Gott verhängt, um sic in jenem Schmclztiegel Egypten von allen unreinen Elementen zu befreien, um sie dann einer lichten Zukunft entgegrnzusühren. Darum, rief Jakob sterbend seinen Kinder» tcpi;*pn n« ert? rbb rpo rao opjr er wollte ihnen sagen, daß cs ein Ende gibt, daß die schweren Wolken, die am Horizonte sich aufzuthürtnen drohen, vorübcrzichcn werden, und nur eine Zeit lang den klaren Himmel trüben, daß dieses schwere Galuth nicht ewig dauern, und sie darum mit froher Zuversicht und tuuthigcm Sinn das Leid ertragen mögen, well es rin Ende hat, darum cr£> nk£> rpo

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