Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1887)
- Date
- 1887-01-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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12 monatsbeitragc von mcfir als fünfhundert Mark ihren Beirriu erklärt haben, hat der Verein seine Tbättgkeir begonnen, und es ifr am verflossenen Ncumondsragc der Anfang mit einer gemeinsamen Vcrthcilunq an die armen Kranen gemacht worden. Ta? Resultat ist gewiss qualitativ ein ausserst glänzendes nl'.d erfreuliches, und cs iss eine ebenso grosse Wobllhar für die betheiligtcn achtzig Familien, dass sic der lästigen Aufgabe enthoben sind, att den regelmässig an den Rcnmondstagcn vorsprcchenden armen grauen cinzclr: ihr Almosen zu reichen, als es für diese daueren eine wnhfthäligc Erlcichtcrnng ist, wenn sie nicht nöthig haben, diese achtzig Familien, deren traben sie regelmässig empfangen, alle einzeln zu besuchen, und dabei doch gegen früher nicht zu kurz lommen. Tic beabsichtigte Wirkung freilich, dass das allmonatliche Umhcrwandcrn der armen Frauen vollständig unterbleiben soll, wird nur dann erreicht werden, wenn auch quantitativ der Verein eine allgemeine Thcilnahmc findet, und cs wäre daher sehr zn wünschen, dass alle Spender von Rosch-l>hodesch- Geldcu, auch diejenigen, die nicht in der Lage oder des Willens sind, grössere rnonatliche Beiträge zu zeichnen, dem Vereine bcilrelcn. — Zn Folge des jüngst hier durch Herrn Tr. Hcrzbcrg gehaltenen Vortrages, durch welchen das Interesse für die heilige Stadl und namentlich für die Waiscnanstalt in derselben wieder mehr in den Vordergrund getreten iss. sind bis jetzt hier schon mehr als dreihundert Mark il.eilS einmalige, rhcils Jahresbeiträge gezeichnet worden. Ta ein Waisenkind in Zerusalem ungefähr.'!<"» Mark jährlich zu unterhalten kosicr, iss dadurch schon die Möglichkeit geboren, ein neues, das sechzehnte auszunchmen. Herr Rabbiner Tr. Horovitz rhcilrc in seiner jüngst schon erwähnten Ansprache n. A. mit, dass während -der Abwesenheit des Herrn Tr. Hcrzbcrg dessen Stellvertreter drei neue Waisenkinder auf.nchmen rnnsste, obgleich er weder die Ermächtigung noch die Mittel dazu haue, weil die Lage dieser armen Kinder zn jammervoll war, um sie znrückwciscn zu können. .Hoffentlich rverden in unserer durch Wohlthäligkci't sie:? glänzenden Sradt, wo sich alles bceifcrt/ die Roth und das in der Räbc und in der Ferne zu nnldern, noch die Mittel derbcigeschafft, um auch die übrigen zwei der erwähnten Waisen halten zu können. Ocftcrr. -Ungar. Monarchie. Wien, 28. Dezember. Ter nicdcr-ösicrrcichifche Landtag vorinc nach dem Referate des Unirerü'.als - Rektors Zimmcrmann dem deutschen Schulvcrcin eine Subvention von 2000 Gulden. Der Antrag der Antisemiten, dem antisemitischen Schulvereine für Deutsche 1000 Gulden zu bewilligen, wurde mit allen gegen fünf Stimmen abgelehnt. Lemberg, 20. Dezember. Die jüdischen Lehramts-Kandidaten in Lemberg übermittelten dem Landtags-Präsidium eine Petition, de? Znhalts, die Lemberger Ortsschulbehörde möge angewiesen werden, jüdische Lehramts-Kandidaten wenigstens an den vorwiegend von jüdischen Kindern besuchten städtischen Volksschulen zur Lehrthärigkeit zu berufen. Fe« iUc t » «. Michael. Erzählung von S. Lohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Michael konnte nach den eben erhaltenen Mittheilnngen und dem Zusammenfassen aller Umstande nicht daran zweifeln, dass der übcrmüthige, niederträchtige Horucck, etwas UeblcS gegen Sara im Schilde führe; aber in dem Bewußtsein feiner Körperkraft, mehr noch im Vertrauen auf Gott, wollte er nncutwegl seinen Weg fortsetzcn. Gr wollte, um Sara nicht schon frühzeitig zu erschrecken, seine Dcfürchwng oder richtiger gesagt unangenehmen Erwartungen nicht aussprechen. Gr löste nur das Päckchen, das an der Spitze seines Knotcnstockes hing, los, gab eS Sara zu tragen und fasste den Stock in feiner Rechten, um für den Fall eines plötzlichen Angriffes kampfbereit zu sein. Allein auch die kluge Sara hatte die Situation richtig erfasst; bei dem hellen Mondeslichte konnte Michael erkennen, dass sie leichenblass geworden und dass sich ihr Bltstn kn tiefen Arhemzügen hob und senkte. „Ich dächte,- sprach sie und ihre Stimme zitterte vor Aufregung, „es wäre am Besten, wenn wir den.Rückweg anrräten. Wir könnten sonst leicht dem Baron Horucck begegne», er kommt von einem Fcstgelage; wenn schon Rikolaucr. der nur in dem Bcdicmenznmnrr mit dem Abhube der fürstlichen Tafel trakrirt wurde, trunken war, um wie viel, mehr ist dies vom Baron zu cncartcn. Er nt Dir ein alter Feind. Tu hast cS ja selbst erzählt, als er Deiner beim Einzüge des Regimentes ansichtig wurde, verzerrte sich sein Gesicht vor Wuth zn einer Fratze. Er wird vielleicht Zank und Streit mit Dir beginnen, in keinem Falle kann hierbei etwas Erfreuliches herauskommen ..... kedrw wir zurück!-