Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1887)
- Date
- 1887-01-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449699--25646-2515413- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 fang bis zu (fribc dreist erlogen. Meine Wähler haben mich bereits zweimal in den Ncichsrath entsendet, ich war schon ein Jahr Abgeordneter, als ich nber Bcranlanung der israelitischen Gemeinde in Mischkolcs, welche sich an mich, als an den Abgeordneten, gewendet harte, den Artikel t „Das Angebot des Meineides" in der Wiener „Morgcnpost" publicirte, durch welchen Prof. Rohling zur Klagecrhcbung gedrängt worden. Berichterstatter über meine Wahl ist nicht ein geistlicher Herr .(topnczynski, auch sonst keiner meiner politischen Freunde im „Rechts-Elnd", den unser Parlament gar nicht kennt, sondern der deutsch-liberale Abgeordnete Tr. August Weber aus Olmütz, und ich war bis heute nicht in der Lage, „auf die Entscheidung zu drängen", nachdem die Akten über die gepflogenen (Erhebungen dem:)!eichsralh noch nicht zugcstcllt worden, sondern vorläufig in irgend einem mir unbekannten Archiv des Ministeriums ruhen. Bon den 200 tobten Stimmen bei meiner Wahl har blos der Eorrespondcnt der „Israelitischen Wochenschrift" in den Akten lesen können, weil außer ihm kein zweiter die Akten bis heute gesehen. Ich habe dem entsprechend auch noch nicht Gelegenheit gehabt, zu sagen: dag sie Juden an die Auferstehung der Tobten nicht glauben. Das Ganze ist ein Gewebe von Lügen, sichtlich zu dem Zwecke erdichtet, das Gewicht meiner öffentlichen Mciuuugs-Acusteruiig über den „Bezirks-Rabbiner" Lichtenstein abznschwächen: HerrDr. Nahmer inMagdeburg will seinem „Eollegcn" in Tüpiö-Szele zu Hilfe kommen. Ob er ihn retten wird, das wird die Zukunft lehren, Er versuchte ja auch, Herrn Prof. Rohling mir gegenüber beizuspringcn, und gerade als der Prager Theologe das llrthcil des Gerichts anricf, erschien in der „Israelitischen Wochenschrift" eine sogenannte „Korrespondenz" gegen die theologischen Ausführungen, welche ich Rohling gegenüber zu vcrthcidigcn übernommen. Selbstverständlich schrieb Herr „Rabbiner" Tr. Rahmcr auch damals im Jmercfie des Judenthums, denen Namen ich angeblich compromittirt hätte. Allein ein Lehrer des Breslauer Rabbiner-Seminars, den ich über dieses unqualificirbare Benehmen seines Schülers intcrpcllirt hatte, bezcichncte cs mit dem richtigen Namen, als ein „Bubenstück". Diesmal indcficn hat ein launiger Zufall der „Magdeburger Wochenschrift" einen schlimmen Streich gespielt. Mein Artikel: „Ein christlicher Bezirksrabbincr" gegen den MiffionSr Lichtenstein erschien in der „Ocstcrr. Wochenschrift am 24. Dezember und die mchreru'ähutc Eorrcspondcnz, welche sich dieses Manucs liebevoll annimmt, erschien in der „Magdeburger Israelitischen Wochenschrift" am SS.-Dezember. In Magdeburg wußte man also einen Tag vorher, was die „Lcsterr. Wochenschrift" einen Tag später publicircu wird. Ta der Korrespondent in Wien lebt, so ergibt sich eine Differenz von 3 vielleicht' gar 4 Tagen. Der Eorrespondcnt des Magdeburger. „Rabbiners" berichtete drei oder vier Tage bevor der Artikel in der „Lcsterr. Wochenschrift" erschienen war, daß derselbe „unvorsichtig,. ausfällig" sei und „in sehr unliebsamer Weise von sich reden macht." „Ja man gibt sich von jüdischer Seite Mühe, die Angelegenheit gütlich beizulegeu, sollte es jedoch nicht gelingen, so dürste sie vordem Richter zum Austrag gelangen." Löse der Magdeburger Graf Orindur diesen Zwiespalt der Natur. Eine Thalsache indeffen springt in die Augen: Ter Wiener Korrespondent des Magdeburger ^Rabbiners" hat von dem bevorstehenden Erscheinen deS Artikels gegen den „Bezirksrabbincr" Lichtenstein genane>icnntnißgehabt! Wer ist dicscrCorrespondcnt? 5tcin Anderer als der evangelische Herr Missionsprediger C. A. Schönberger. Salzgries Nr. 12 in Wien, welcher in einem Briefe an mich für L. eingetrcten und der von mir auf gleichen! Wege die verdiente derbe Abfertigung erhalten hat. Der Einzige, welcher von meinem Entschluß, gegen den „Bezirksrabbincr" Lichtenstein öffentlich aufzutrctcn, in Kenntniß war, der ihn 8 Tage früher erwartet und dcßwcgcn amicipirt hat, er ist der Wiener Eorrespondent der „Israelitischen" Wochenschrift, der vertrauliche Freund des „Rabbiners" Dr. Rahmer in Magdeburg. Vorbereitet, diese Anklage vor jedem Forum, auch vor einem Beth-tin oder Ehrengericht in ihrer Wahrheit zu erweisen und zu rechtfertigen, überliefere ich den Magdeburger „College» und Beschützer" des „Bezirksrabbiners" in Tstpiü-Szese dcm llrtheile der öffentlichen Meinung. Zeitungsnachrichten und Correspoudenze». Deutsch! and. Frankfurt a. M. Ich habe Ihnen kürzlich von der beabsichtigten Gründung eines Vereins gemeldet, der die gemeinschaftliche Vertheilnng der Rosch-Ehodcsch-Geldcr in die Hand nehmen soll. Nachdem auf die erlassene Aufforderung hin. bis jetzt etwa achtzig Mitglieder mit einem Gesammt-