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Der Israelit · 1887-01-03 · Heft 1 (3.1.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 1 (3.1.1887)
Date
1887-01-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 und sie wurden bald so wohlhabend, daß viele Bewohner dieser Insel bei König Wilhelm HI. petitionirlen, damit er die Rechte dieser Juden ein wenig resiringire. König Wilhelm, der als ehemaliger General-Statthalter von Holland kennen gelernt halle, was Toleranz heißt, wies diese Jamaikaner Antisemtten mit ihrer Petition barsch zurück. Rußland. Tie Behörden von St. Petersburg und Kiew erhielten den strengen Auftrag, ausländischen Juden nicht zu gestatten, sich, wenn auch nur vorübergehend, in den genannten Städten aufzuhalren. Es scheint dies noch eine Verschärfung der bereits bestehenden harten Bestimmungen zu sein. Amerika. Ncw-Aork. Iu der ersten Hälfte des Monats Dezember wurde im neuen „Central Park Garden" in Ncw-Z)ork ein Bazar zu Gunsten des unter dem Namen „Montcsiore Home for Chronic Invalides" bekannten Instituts eröffnet. Ansprachen hielten der Präsident des Comitö's. Herr Jakob H. Schiff, ein frankfurter, derselbe, welcher die wohlthöligcn Anstalten seiner Vaterstadt schon öfters reichlich vcduchi hat, und Herr Grace, Mauor der Stadt Newyork. Newyorkcr Blätter sprechen sich überaus günstig über die ganze Veranstaltung aus. Bemcrkcnswcrth ist. daß iu dem Kuvstpavillon (art pallery) u. 21. Original gcmälde von Meisionicr Munkacsy. G^romc re. rc. zum Verkauf ausgestellt waren. Tie Cinnahmen der ersten drei Abende bezifferten sich aus über Toll, l00,000 (M. 400,000). Die Eonvertilin. Friedrich Rott. 1. Kapitel. Es war in den Vorn-irragsstunden. Gräsin Dalewska befand sich in ihrem Boudoir beim Frühstück. Während sie ihr Licdlingsgctränk, Chokolade, langsam schlürfte, blickte sie zärtlich lächelnd ans ihre Licblingskatze, einen prächtigen, schwarzhaarigen Karcr, der ihr gegenüber auf schwellendem, rorhsamnuenem Polster ruhend, sich die Milch, die die Kammerfrau der Gräsin in vergoldeter Porcellanschüffel ihm bot, trefflich munden ließ. „Schmcckt's Mizzi?" fragte die Gräfin, dem Kater zunickcnd. „Tas will ich meinen," entgegnete die Kammerfrau, indem sie liebkosend das glänzende Fell deL Thieres streichelte. Tiefes krümmte den Rücken und ließ ein cigenthümliches, Behaglichkeit auSdrückendcs Knurren vernehmen. „Unsere Mizzi hat, Gott sei Tank, einen gesegneten Appetit," führ die Kammerfrau fort, „und bisweilen möchte man darauf schwören, daß sie'S versteht, wenn Excellenz nach ihr fragen." „Sprich nicht so gottlos, Bertram," verwies die Gräfin, „obgleich es sich freilich nicht in Abrede stellen läßt, daß die Mizzi rin äußerst intelligentes Gcsichtchcu hat. Sieh' nur diese prächtig funkelnden Augen und —" Sie ward unterbrochen, ein Diener trat in Las Zimmer und meldete in respekrvoll gedämpftem Tone, daß der hochwürdige Pater Anselrno die Excellcuz bitten lasse, ihn gnädigst empfangen zu wollen. „Er ist willkommen," erwiderte die. Gräfin und bedeutete durch einen Wink ihrer schmalen, weißen Hand der Kammerfrau, das Frühstücksgeschirr hiuauszuräumcn, denn auch der intelligente Mizzi haue den Morgenrrunk bereits vollständig eingenommen und puyre je?: mit den Sammtpfötchen sorgfältig seinen schönen, glänzenden Bart. Ein leichtes Klopsen an der Thüre, und auf das einladende „Herein" der Gräsin trat ein schöner, hochgcwachsener Mann in Ordenstracht, sich rief verneigend, in das Zimmer. Lautlosen Schrines, der dicke Fußteppich machte auch den schwersten Tritt unhörbar, näherte er sich der Dame. „Ich habe die Ehre, Erccllenz, einen gesegneten borgen zu wünschen, hoffend, daß Hochdieselben recht wohl geruh: haben." „Tank Ihnen, Hochwürden," entgegnete die Gräsin freundlich, indem sic auf ein Fauteuil in idrer Nähe wies, „bitte, feye» Sie sich und sagen Sie mir, was mir zu solch' ungewohnter Stunde das Vergnügen Ihres Besuches verschafft." Sich abermals vernngend, entsprach der Geistliche der freundlichen Aufforderung, indem er sich

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