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Der Israelit · 1887-01-03 · Heft 1 (3.1.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 1 (3.1.1887)
Date
1887-01-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 bei dem Bürgermeister Vasile Eondrca. einem anerkannten Judenfeind. Am nächsten Tage lies; derselbe den Bereu Havcr nach dem Amt kommen, ihn mit Swckfchlägen traklircn und in» Gcsängniß stecken. Hiervon benächrichligr. begab sich der Barer des Gefangenen auf die Mairie, um seinen Sohn zu verlangen; er wurde gleichfalls fcstgcnommcn, wie auch die beiden jungen Leine, die vorher den Kanfhandel geschloffen. Bereu Hauser und Moses Litner. In der 5« acht vorn 8. bis st. Juli wurden die Gefangenen auf Befehl des Bürgermeisters den Händen der Batajei lPalizincn) überliefert, die sie heftig schlugen. Tas Schreien der Opfer zog eine große Anzahl von Juden und Rumänen herbei; cs entstanden Unruhen, und cS gelang den Gefangenen. sich aus dem Staube zu machen. Ter Bürgermeister fchlosi die Schänken von Lupn Sircu und Lciba Eav, naruralisirten Juden, und des Rumänen Basilc Mrrcca und ordnete die Ausweisung der Juden Janen Gelben. Janen Havre, Ivig'Lirner, Ipig Horwix und Srnnmcr Hauser an. Alle Betroffenen sind in der Gemeinde gebürtig und bcsinen daselbst ein Wolmlrans. Einige Tage später ordnete der Büigermcisicc die Ausweisung von zehn anderen jüdischen Familien an. Gegenüber den Prorestationen der rumänischen Bevölkerung kam er von dieser lernen Maßregel zurück. Tic Ansgewicienen richteten eine Petition an den Minister des Innern, welcher eine Unlennchnng auorducre. Ter Uulcrvräfekt. weicher damit betraut wurde, unterrichtet.' sich nur bei dem Bürgermeister und stancre natürlich einen ungünstigen Bericht ab, in dem er erklärte, alle Ansgewiesenen seien Fremde lalle Inden werden in Rumänien als solche betrachte: ) und stellten „allerhand an, um den Bauern das Geld zu entziehen." Man weis; noch nicht, welche Folge der Minister^ dieser Angelegenheit geben wird. Jedenfalls ist der Bürgermeister von Bozieni obgcsevl worden, nicht wegen seines Verhalten gegen die Juden, sondern in Folge der vielen Anklagen, welche die Bewohner seiner Genicindc gegen ihn gerichtet haben. Holland. Amsterdam» 27. Dezember, llirfcrc zweite Mammrr hat sich beeilt, noch vor Iahrcsschluß das Budget unserer westindischen Kolonie Surinam nach der Regierungsvorlage zu bewilligen und rönne sie zugleich dem dortigen Gouverneur, Herrn Schmidt, ehemaligem Instizmunstcr, ihr Vertrauen dadurch, das; sic ihm noch einen außerordemlicheu Eredir von 150/XK) Gulden zur Verfügung stellte. Der größte Thcil dieses Credits ist zwar für die Berbcsterung der Vcrkchrsanstatten in dieser Eolonie, so z. B. zur Verbindung derselben mit dem europäischsüdamcrikanischen Kabel, bestimmt, doch wird ein beträchtlicher Thcil davon auch dazu verwendet werden, um die vier zur Zeit in Surinam bestehenden verschiedenen confcssionellen Schulen in eine einzige confessionSlose zu verschmelzen, die dann auch von den jüdischen Schülern wird besucht werden können. Dieselben werden dann den erforderlichen Religionsunterricht zu Hause oder in einer jüdischen Privatschule erhalten. Der „Israelit" wird mir hoffentlich nicht zürnen, wenn ich mir erlaube, hier zugleich einige geschichtliche Notizen über die jüdische Gemeinde in Surinam beizufügeu. Tiere Eolonic, welche an der Nordkuste Brasiliens liegt, gehörte ursprünglich den Engländern» die sie 1067 in Folge ihres unglücklichen Krieges mir den Holländern an diese abrreten mußten. Als nun der damalige englische Gouverneur dieser Colonic, Lord Willoughbi. bevor er dieselbe den Holländern übergab, die daselbst ansässigen englischen Kanflente, Handwerker und Oeconomisten aussorderte, dieses Gebiet zu räumen und nach der Insel Jamaica üns.zurvandern und die englische Regierung ihnen neue Ländereien zur Ansiedelung anweisen werde, da zogen mir ihnen auch viele Juden freiwillig nach genannter Insel, um so noch weiter unter englischer Herrschaft bleiben zu können. Tic Juden dagegen, die in Surinam zurückblicbcn, leisteten der holländischen Regieriuig, die sie gleichfalls sehr milde behandelte, große Dienste. In dem Kriege, den die Holländer 1680 mit Ludwig XIV. von Frankreich führten, fochten auf Seile der Erstcrcn auch mehrere Mitglieder der jüdischen Familien De Brito, Arias, Fonccra. T'Avilar und Raar. Unter Denen, die 174:; im Kampfe. für Holland den Heldentod in Surinam starben, befand sich auch David Rafsi, der damals ein pjpr p (Siebziger) war. Dieses war die 31. Schlacht, die der Greis für Holland gegen Frankreich mitgcmacht harte. Wenn öder in Surinam damals jüdische Helden gediehen und blühten, so ward auch das Thorastudinm in dieser Eolonie nicht vernachlässigt, und der Rabbiner von Surinam, Rabbi David Pardo n;*= 'n-m hat sich mir feinem Kommentar zur Mischnah irb trxrsr (Tavrd's Rosen) einen Namen gemacht, der auch bis nach Europa und Asien hcrüberdrang, und sich io ein Denkmal errichtet, das die Jahrhunderte überleben wird. Aber auch mit den Juden, die mir den Engländern von Surinam nach der Insel Jamaica gezogen waren, war der Segen Gottes,

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