Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 98 (16.12.1886)
- Date
- 1886-12-16
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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giebt es an «!«I g.uiz« n Kiisi« 'keinen g«-d'll»!eien Platz als (Jliuifa, während <li«* liöc.h.stcii Theile des Our in fi 1 für einen S«»imin*nnilV«niliall kühle und gesund» Zulluchtsliiiten!»i» l»a. wohin nmii sich vor der Jlitzti zuviiekzieheii kann, w«*l,!», in d« l El»«*ne herrscht, I >as hurt' Ksphi», w«l* eins 1800 Fass iiher d«-m MiM'iv^sph'gel liegt, hat w/lhrond dar heissest«*u Monat» « in kühles Klima und frischt) »Seewind«!. Dasselbe gilt von Dalieh, welches sogar in Bezug niif Seewinde noch besser gestellt ist, obgleich es etwas niedriger liegt. Man kann leicht bemerken, «lass die Vorzüge dieses Gebirges und seiner Umgegcml von den Kreuzfahrern vollständig gewürdigt wurden, denn man findet überall Spuren ihrer Niederlassungen. Eine ihrer Hauptfestungen und der letzte Platz in Palästina, den sie räumten, war Atlilit, die Castra Pelegrinarum, oder der Landungsplatz der Pilgrime. Hier sind noch die ungeheueren .Gewölbe zn sehen, in denen man das Getreide aufspeicherte, der bedeckte Landungsplatz, wo die Pilger aufs Land zu steigen pllegten, die Ueberreste der alten Kirche, die Baiikethallen, Ställe und Befestigungen der Kitter, die ofleubar ihre Sommerwohnungen auf dem Gebirge hatten, dessen höchste Punkte nicht über acht engl. Meilen entfernt sind. Wahrscheinlich war während der Kreuzfahrer-Zeit der ganze Distrikt des Carmel von Atlilit aus angebaut, wo der Ertrag der Ernten aufgespeichert wurde. Die historischen Urkunden riud zu dürftig, als dass wir uns von den wechselnden Geschicken dieses interessanten Carmelgebirges ein klares Bild machen könnten, seit der Zeit, da der Aufenthalt des Profeten Elijahu es zu einem der heiligsten Plätze in Palästina machte, aber wir haben deutliche Spuren von seiner Besetzung durch die Juden in den Ueberresten einer der wenigen Synagogen, die man bis jetzt im heiligen Lande entdeckt hat. Diese Ueberreste auf dem Carmel, Churfcet Semakha genannt, sind nach meiner Meinung zweifellos die einer alten Synagoge, wahrscheinlich aus älterer Zeit als die, welche man in Galiläa aüfgefunden hat. und welche wahrscheinlich alle aus den ersten drei Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung stammen. Es ist sehr zu bedauern, dass seit der ersten Entdeckung dieser Ruinen, als das Thor, welches einst den Haupteingang bildete, noch fast vollständig erhalten war, fast alle Steine, welche nach altjüdischer Weise bebauen waren, von den Bauern der Nachbarschaft weggeschleppt worden sind, so dass jetzt nichts übrig ist, als einige Fuss von einem der Thürpfosten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass in alter Zeit die Hauptmasse der Bevölkerung den südöstlichen Theil des Gebirges bewohnte, hier findet man nicht weniger als zwölf Hainen von Städten und Dörfern, welche je zwei Meilen von i einander entfernt liegen. 1 Tii «b‘U letzten beiden .lahre» hüben die ' Mönch«' vom (‘immd auf «l«*r «'i'höheten »Stell«*, web'!»* di». Khcii» von Ksdnivdon übers, bruil,«du» c.'lpelb* errichtet. Diese »St«*ll» ist nach alter loealer l'eberlieferuug «!«*!' Ort, Wo Klijaliu sein Opfer -bracht«!, als er in tiegenwart d«'r Hanls* prot’eteu peiier vom Himmel herab «i lieht». Ls ist indessen klar, dass das Kreigniss, Wenn an,dl in unmittelbarer Näh«, doch nicht an dieser stelle stattgefimdeu haben kann, da das Meer von hier aus deutlich sichtbar ist, und Elijahu also nicht nöthig gehabt hätte, seinen Diener den Berg hinaufzusehie.keii, um nach Anzeichen des Regens auszusclmueii; es giebt auch gar keine grössere Höhe in der Nachbarschaft. Dagegen giebt es hinter der Malikraha oder dem Platze des Vc-rbrennens ein niedriges Plateau, wo sich eine Menschenmasse wohl versammeln könnte, und welches ali^n Bedingungen entspricht. In den archäologischen Ueberresten, welche sich noch auf diesem höchst merkwürdigen Berge befinden, entdecken wir Spuren fast von jeder Periode seiner vergangenen Geschichte. Die grosse viereckige Höhle, welche an der Seite des Vorgebirges liegt, wo das moderne Kloster steht, und welche die „Profeten-Schule“ genannt wird, war zweifellos selbst schon vor den Tagen Elijalm’s ein heiliger Platz, denn wir lesen, dass er die Altäre wieder herstellte, welche er dort fand, und wir wissen, dass die Phüiiieier dort ihr heiliges Feuer brannten. Am Fusse des Carmel zogen die egyptischen Armeen unter- Thotmes zur Invasion Palästinas entlang, dreihundert Jahre früher, als die Israeliten unter Josua einrückten. Hieher kam der römische Kaiser Vespasian um zu opfern, und der griechische Philosoph Pythagoras um zu studiren. Die zahlreichen Höhlen sind wahrscheinlich seit den ältesten Zeiten von Eremiten bewohnt gewesen, am häufigsten waren sie es wahrscheinlich, nachdem die Byzantiner dem Islam erlegen, bis sie, unter dem Schutze der Kreuzfahrer, ihre Grotten verbessert, um sich in einem festen Gebäude zu sammeln. So verknüpfen sich Phönicische und Kauaanitische Ueberlieferungen mit diesem Gebirge, wir finden darauf Ueberreste von jüdischer Architectur, dann solche von dem eleganteren und blühenderen römischen Stil, dann folgen Denkzeichen aus der byzantinischen Periode, selbst Spuren von sarazenischen Niederlassungen verleugnen sich nicht, obwohl das Gebirge schon theilweise verlassen war. als die Kreuzfahrer es wieder besetzten. Diese hatten hier verschiedene militärische Posten, und sie scheinen, wie ich schon bemerkte, diese Gegend zum Sommeraufenthalt benutzt zu haben. Die Zeit des Verfalls trat mit dem Ende der Kreuzzüge ein, und obgleich der berühmte Fakir Edin hier acht drusische Dörfer anlegte, sind nur zwei davon übrig geblieben und der