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Der Israelit · 1886-12-16 · Heft 98 (16.12.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 98 (16.12.1886)
Date
1886-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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mit die (jmiptfiaotiiilKii Armen olmc Unterschied der Konfession, in der l$v. ^oiroffnlK mieiitgeltlieh sich sehmackhasle Nahrung liolen lminen. Zwanzig Jahre bestell! dieser segensreich wirkende Verein, während welcher Zeit er mehr a!o eine holde Million Wiilbe» für die Wohlthätigteit geopfert und in der seit li! Jahren bestehenden Vollslüche mehr als eine Mllion Menschen gespeist hat! Wahrlich wo solche Zahlen sprechenda heim es: „Hut ab!" vor solch' einem humanitären Verein und seinen leitenden Persönlichkeiten, unseren wackeren Frauen! — Ten Grundstein zu dieser neuen Mnsteranstalt, welche über 105,000 ft. kostete, legte der hochherzige Baron H i r s ch. Im zweite Stocke des eleganten Hauses befindet sich der große, für 50 Waisenmädchcn bestimmte Schlafsaal,, dessen Stirnseite mit einer Marmortafel geziert ist; dieselbe trägt mit goldenen Lettern die Inschrift: „Herr Baron Moritz Hirsch de Gereuth hat zum Ban des dem Pcsther isr. Frauenverein gehörenden Vlädchenwaisen-AsylS als erster Spender 10,000 fl. beigeträgen 1884." Dieser Saal war nun heute der Schauplatz einer grandiosen Feier, zu welcher sich die Besten unsrer Gemeinde eingcfnnden haben. Aber auch Andersgläubige waren erschienen, um dem Feste ein erhöhtes Lüstre zu verleihen. Wir beincrftcn: Frau K o l o m a n v. T i s z a, die Gemahlin des Ministerpräsidenten, Frau Baronin K o ch m ei ft c r, Frau v. K r a! o v a n ß k y, Frau Karl B a d n a y, Frau. A d l c r-B a c c a lari, Frau Girotuthy, tön. Rath Franz B. Weis;, Ablegat Pete r B u s; b a ch, Pfarrer Titus Degen; ferner in Vertretung der Hauptstadt Obcr-Bürgcrmcister Rath, Vize-Bürgermcistcr Ge r l a z y, Magistrats: ath H or v a t h, die Bczirksvorsteher (5 z e t l n e r und Schön n. A. Nach Absiugung eines paffenden Psalms hielt die vielverdiente und vom König mehrfach ausgezeichnete Vereinsprüsidentin Frau Johanna Bischitz die Begrüßungsrede, dann verlas der ausgezeichnete. Sekretär des Vereins Gabriel Fried mann die Geschichte der Volksküche und des Mädchen-Asyls, hierauf hielt Herr D r. K oh n eine gelungene Ansprache, woraus endlich die Glanznummer der Feier, die großartige Rede des Oberbürgermeisters folgte. Diese den edelsten Humanismus^ bekundende Rede dürfte allüberall großes Interesse erregen, wcßhalb wir sie dem vollen Wortlaute gemäß hier folgen lassen. Der Obcr-Bürgermcister K a r l Rath hielt folgende Ansprache: Meine Damen und Herren! Indem der Pcsther israelitische Franenverem die Einweihungsfeier dieses feines neuen Institutes begeht, das chic Volksküche und ein Waisenawl ent» hält, erbitte ich mir die Erlaubnis;. an diesem Freudcnlage auch mm Seiten des Muuizipiumsder Haupt' stadt Budapest, an dessen Spive ich zu stehen die Ehre habe, die wärmste und herzlichste Begrüßung an den geehrten Verein zu richten und denselben zudem heutigen seltenen schönen Feste auf das anfrichrigste zu beglückwünschen. Ich erfülle damit nur eine angenehme Pflicht, denn es ist meine Ueberzeugung, daß im Hinblick auf den edlen, erhabenen und hnmanlstifchcu Doppclzwcck des neuen Institutes der heutige Tag nicht mir in den Annalen dieses trefflichen, allgemein verehrten Vermies ewig denkwürdig bleiben wird, sondern auch für die Hauptstadt von hervorragender Bedeutung ist. Es ist ein Freudenrag für den Verein und dessen Mitglieder; denn indem er einerseits das schönste Zcugniß gibt von den erhabenen Zwecken, den edlen, humanistischen Bestrebungen und der Opferwilligkeit des Vereins, sicht er andererseits das Resultat seines eifrigen und edlen Wirkens durch die Errichtung dieses prächtigen, so herrlich eingerichteten Gebäudes für alle Zeilen gesichert. Doch ist es auch ein Frendcntag für die Hauptstadt und das hauptstädtische Mnnicipinm; denn die Hauptstadt ist wieder durch ein neues, schönes, nach beiden Richtungen vorzüglich eingerichtetes humanistisches Institut bereichert worden. durch ein Institut, welchem auf dem Gebiete sozialer Thätigkcit, des Erziehnngs- und Sanitätswefens und im öffentlichen Leben überhaupt eine der edelsten Aufgabe zugefallen ist; überdies kann dieses neue Institut selbst, sowohl was die äußere Form als die bautechnische Durchführung betrifft, nach jeder Richtung hinzu jenen Bauten gezählt werden, auf welche die Hauptstadt allezeit mit begeisterter Freude und mit Stolz blicken darf. Ich schätze mich glücklich, daß kraft meiner amtlichen Stellung mir die Ehre zngcfallen, im Namen des hanptstädrifchen Mnnizipiums an diesem Freudenrage den hochverehrten Verein an diesem Orte zu begrüßen und meinen aufrichtigsten Dank anszudrücken allen Jenen, die zur Schaffung dieses Doppel-Institurs und zur Erreichung des wahrhaft großartigen Erfolges durch ihre Thätigkcit, ihren Eifer und ihre Opfer- Willigkeit beigetragen haben. Doch glaube ich weder in diesem geehrten.Kreise, noch außerhalb desselben einem Widerspruch zu begegnen, wenn ich den Dank der Behörde in erster Reihe an jene hochverehrte Fra:: richte, die schon seit einer langen Reihe von Jahren das Amt der Vereinsprastdentin inne har und deren patriotische Tugenden, deren aus dem Gebiete der Woblrhätigkeit entwickelte erstaunliche Thäligkeir, Eifer und Ausdauer Jeder-

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