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Der Israelit · 1886-12-16 · Heft 98 (16.12.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 98 (16.12.1886)
Date
1886-12-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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um» heiligen Vcjidjtcr reinigen mit» Mc vümpdjfit tumm mijv Nene füllen. Demnach acfcCuiti buo 'iltmiiuT folgendermaßen: als der Hohepriester den Inhalt des Krügleins zum ersten Male in die Rümpchen eingoß, genügte der achte Tlieil des Inhalts, dkefelden z» füllen und ebenso an den folgenden Danen, so das; das Lichtwmider in allen acht Nachte» in gleicher Weise vor sich ging. Das oben beschriebene Ereignis! war erst der Anfang der Makkabäerkämpse: cs folgten noch viele mörderische Schlachten, in denen nacheinander vier Hcldcnsöhne des Mathathias ihr Leben opferten für die Freiheit ihres Bolkcs nnd die heilige Religion Israels; es war eine fortschreitende Heilignng durch Kampf und Tod, welche die höchsten (Mer des Menschengeschlechtes: Wahrheit, Recht und Tugend der Nachwelt erhalten hat. (Schluß folgt.) Zergstunnachrichtcn und Correfpoudcuzeu. Ocfterr. - Ungar. Monarchie. Wien. ES darf als eine große Errungenschaft für die israelitischen (auch evangelischen) Neligiontzlchrcr an den Wiener Mittelschulen bezeichnet werden, daß dieselben.»»»mehr in Gemäßheit des Erlasses des hohen f. k. MinistcrinmS für Kultus und llntcrricht vorn 26. September d. I., vom Beginn des Schuljahres angesangcn, dauernd für die ihnen zugewiesene Lehranstalt bcstcüt und bestätigt wurden. Dieser Ministerialcrlaß erfolgte auf Grund einer diesbezüglichen Eingabe, welche von den israelitischen in Gemeinschaft mit den evangelischen Rcligwnslchrern an den Wiener Mittelschulen am 17. März 1885 unmittelbar dem hohen t. k. Ministerium für Cultns und Unterricht vorgelegt wurde nnd eine Regelung in ihrer Stellung herbeisühren sollte. Und diese ist nunmehr wirklich erfolgt. Mit dieser in moralischer Beziehung gewonnenen Standescrhöhuug — der Titel Hilfslehrer wurde in „israelitischer (resp. evangelischer) Rcligkonskchrer" umgewandelt — ficfjt ferner auch eine bedeutendematerielle-Serbe»crung ihrer Bezüge, eine wesentliche Gehaltserhöhung in Verbindung. Ter NcligionSlehrcr nimmt somit im Lehrkörper eine den anderen Mitgliedern desselben ganz coordinine Stellung ein und ist dieselbe eine gesicherte, nicht der Lauuc und der Willkühr des berreffenden Dircctors überlassen, die bisher bei Belebung von ReligionslehrerslcÜcn wie bei der anderer Supplenten uach Belieben verfügen konnten. Unrerrichlsminister Dr. von Gautsch, der schon so viele Resormen in Inifer Mittelschnlwesen gebracht, bat mit diesem Erlasse gezeigt, daß er die hohe Bedeutung kennt, welche der Religionsrniterricht in der Mittelschule einnimmt , und daß er gerechte». Wünschen nach Thimlichkeit gerecht zu werden bestrebt ist. Budapest. Ter Tod des Bischofs Ipoly hat auch in jüdischen Kreisen große Theilnahme her» vorgernfen. Der Heimgegangene war eines der edelsten Kürchcufürsten des Landes. Anläßlich seiner llcbersiedelung nach Großwardein empfing er. eine Deputation der dortigen jüdischen Gemeinde unter Führung des Präses Herrn Isidor Ullmcmn. Der Kürchcnfürft begrüßte die Deputation mit folgenden Worten :- „Ich ehre und schätze Sie, weil Sie an Ihrem alten Glauben sesshaften. Wir stehen ja auf einer und derselben religiösen Grundlage der göttlichen Offenbarung, bei deren Verleugnung die Menschheit in den Wellen des Naturalismus ihr Grab finden würde." Ter Schluß der Ansprache lautete: „Unsere Pflicht ist miteinander in brüderlicher Liebe zu leben und ich empfinde demgemäß für Sie die aufrichtigste Achtung und Werthschätzung nnd seien Sie überzeigt, daß ich, wo es immer nothwendig sein sollte, gerne bereit bin, Ihre Sache zu fördern." Ehre feinem Andenken: Budapest, 5. Dezember. Als einen wahren Kidnsch-Haschcm müncn wir die hcuic Bormittags stattgcfnndcne feierliche Eröffnung des neuen palafttifiiiien, zwei Stock hohen Gebäudes bezeichnen, welches nufere hochherzigen Frauen einem Doppelzwccke geweiht haben. Es ist ein Waisenasyl für halbvmvaiste Judenmädchen und gleichzeitig eine Volksküche, in welcher Koscherkost verabreicht wird. Aber wie! ohne Unterschied des Bekenntnifscs, da der Lehre des JndenthumS gemäß, bei Norh und Elend nicht erst nach der Religion gefragt werden darf. Das gute, weiche und edle Herz unserer wohlthätigen Damen ging aber noch weiter. Es gibt in unserer Stadt viele talenrirte, aber mittellose Studenten jüdischer Eonfcssion. von denen täglich 30 die Wohlthaten des isr. Frauenvereins genießen. Diese erhalten in einem Nebensaale eine schmackhafte Gratiskost nnd haben daher nicht nörhig im allgenicinen Armenlokale ihr Mittagsmahl cinzunehmcn, was für die intelligenten jungen Leute mehr als unangenehm wäre. Bon Fall zu Fall, besonders bei Elemenrarcreigniffcn ist der hiesige isr. Francnverein stets einer der Ersten, wenn cs gilt Elend zu lindern. Norh zu mildern. Gar oft erhält das Bürgermeisteramt, oder die Bezirksvorstehung Taufende von Speifcmarken zugeschickt, da-

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