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Der Israelit · 1886-12-16 · Heft 98 (16.12.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 98 (16.12.1886)
Date
1886-12-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1701 nimm zur Verehrung Wincificii. lebhafte Oljenmfc.) Möge das Andenken au diesen Tag ein neues, engeres Baud zwischen den Mitgliedern des Vereins sein und als Aneifernug dienen, daß alle Mitglieder des Vereins nebst den Heiligen Pslichten gegen daS Vaterland, mit vereinten Kräften bestrebt seien, die edlen, erhabenen Pflichten der Humanität zu erfüllen. Ich wünsche vom Herzen, das; der bisherige, so erfolgreiche Eifer des geehrten Vereins niemals ermatte nnd daß der Verein, dessen neues Doppelinstitnt wir heute feierlich eröffnen, und welcher in diesem Institut ein ewiges Wahrzeichen feines edlen StrebcnS, feiner schönen, erhabenen Aufgabe geworden, allezeit das Schwergewicht seines Zieles darin suchen und finden möge, das; er die Interessen der Menschheit, daS Wohl der armen Waisen anS voller Kraft fördere. Ich wünsche endlich — nnd mit mir wohl die ganze Hauptstadt — daß Gottes Legen daS fernere Wirken dieses edlen Vereins begleite und daß derselbe in der Reihe der wohlthätigen Vereine der Hauptstadt eine möglichst ehrenvolle, möglichst geachtete Stellung einnchmc. ES lebe der Pesthcr israelitische Franenverein! Gottes Legen auf diese» Toppelinftitut! Lauter Beifall begleitete die Rede des Ober- BürgermeisterS. Die Abffngnng des „Hymnus" bildete den Schluß, der schönen Feier, deren Weihe durch den Anblick der in ihrer netten Kleidung anwesenden ZnstitutS-Zöglinge nur gehoben wurde. Die zahlreichen Gäste besichtigen noch die Volksküche, wo eben die ersten Habitues sich zu Tische setzten, sowie die bequemen, gesunden, reinlichen Räume des Waiscn-Asyls und verließen hochbefriedigt diese neue Stätte der Mildthätigkeit. D. H. S. Uugvar, 6. Dez. An Stelle unseres unvergeßlichen Obcrrabbiners H. Mannheimer wurde Herr Oberrabbiner Elieser Löw ans Ujhcli gewählt. Diese Wadl ist als eine glückliche zu bezeichnen und knüpfen sich an dieselbe die schönsten Hoffnungen für unser Gemeindeleben. R u m ä n i e n. * Bukarest. Ter Prcßprozeß Moroiu-Beck ist in ein neues Stadium getreten. Bekanntlich ist der Rabbiner Dr. Beck dahier vom Schwurgericht zu 200 Frs. Strafe und 700 Frs. Entschädigung an den Antisemit Moroiu verurtheilt worden. Dem von Tr. Beck eingelegten Reconrs an den Eaffationshof wurde stattgegeben und der Prozeß an das Schwurgericht von Plocsti zur nochmaligen Verhandlung gewiesen. 'Bevor diese slatlsand, zahlte aber Dr. Beck, um den weiteren Scherereien zu entgehen, die 700 Frs. Entschädigung an M. Nunmehr ist man in juristischen Kreisen sehr gespannt daraus, ob der Staat auch die 200 Frs. Strafe beanspruchen wird. Italien. Nom, Ende November. Das Eollegium Rabbinicnm hier ist also endlich doch zustande gekommen und werden sogar auch schon Vorlesungen in demselben gehaltenobgleich dasselbe noch nicht offiziell eröffnet worden ist. Es befinden sich jetzt in demselben acht Zöglinge, von denen sieben Römer und zwar Schüler des bekannten Schwiegersohnes von Jizchak Samuel Reggio (Y'ir"’0, Dr. L. M. Ehrcureich, sind, während der achte ans Mouealvo stammt. Nächster Tage werden auch zwei Zöglinge der hiesigen Talmud-Thora in das Eollegium eintrcten. Einstweilen hat schon die Gemeinde von Turin dem Eollegium eine jährliche Unterstützung von 500 Lire zugefagt und diesem schönen Beispiele werden hoffentlich bald auch andere Gemeinden Italiens folgen. Indessen hat auch die Gemeinde von Livorno beschlossen, das daselbst schon seit uralten Zeiten bestehende Nabbiner-Eollegium, da» in früheren Zeiten selbstverständlich Jeschibah genannt wurde, noch weiter aufrecht zu erhalten und werden wir jetzt so in Italien, das kaum 40,000 Inden zählt, zwei Nabbiner-Eollegieu haben, die sich gegenseitig bekämpfen werden. DaS letztere Rabbiuer- Eollegium hat jetzt zwei Eurse, einen höheren, der von drei, und einen niederen, der von nenn Zöglingen besucht wird. Unter den Lehrern dieses Eolleginms verdienen besonders genannt zu werden, der verehrte Oberrabbiner der dortigen Gemeinde, Eavalicre Israel Eosta '"2, dann Professor Gustavs Bora-Levi, der zugleich auch als Professor am dortigen Gymnasium wirkt, und Herr Anglio Funaro, Lehrer der Naturwissenschaften am Lyceum daselbst. Wie man nun vernimmt, wird der DircktionSralh dieses Eollegiums in seiner nächsten Sitzung darüber berathen und beschließen, welche neue Eurse noch errichtet werden sollen, damit die Zöglinge desselben ihren Wipensl'chatz noch mehr bereichern können. — Die Hane, die Picke und das Grabscheid arbeiten wacker im hiesigen Ghetto, von dem nun abermals mehrere Straßen» so die Bia Earalana, die Bia Azimelle 2c. vom Erdboden schon gänzlich verschwunden sind. Selbst in der Nacht wird dickes Demolirnngswcrk fortgesetzt und müsse» dann Pechfackeln ihr fahles Licht dazu herborgen. — Ans Genna wird gemeldet, daß das Sukkorhfest dort strenge

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