Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-12-13 · Heft 97 (13.12.1886) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 97 (13.12.1886)
Date
1886-12-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449691--25502-2515340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

hiesige Aufenthalt nicht länger gestattet wurde, bei ihrer Abreise mit Mitteln an der Hand. In diesen Fällen wurde die thätige Beihülfe von Seiten des Israelitischen Almosenkasteus und des Frankfurter ArnienvereinS auf's Bereitwilligste zngestandeu. Im Ganzen sind im Lause des Jahres freiwillig oder durch Umstände veranlaßt von hier wcggezogen 14 Familien mit 41 Personen, für welche die «umme von 2111,0.8 M. einschließlich gewährter Zuschüsse verwandt wurde. Wir haben die Neberzengung, daß hierdurch den Weggezogeneu selbst eine Wohlthat erlviesen wurde, während der Gemeinde eine bedeutende Entlastung entstanden ist. Nachdem durch Abänderung der Statuten die bis dahin bestandene Beschränkung unserer Tätigkeit hiesigen Armen gegenüber in Wegfall gcrathcn ist, konnten wir einen Thcil nuferer regelmäßigen Einnahmen der Berücksichtigung speciellcr Fälle unter hiesigen Armen znwcnden, und haben wir laut FinauzansweiS die Summe von 5000 M. — für diesen Zweck auSgegeücn; außerdem 3490,40 M. welche uns für solche besonderen Fälle zu Verwendung übergeben wurden. Tie von uns cinaesührte Einrichtung zur Vertheilung von sogenannten Rosch-Ehodesch-Geldern durch unseren Sekretär und Diener (unter Eontrole eines Vorstandsmitgliedes) findet von Seiten unserer Mitglieder immer größeren Anklang und Anwendung. Frankfurt a. M. Ans dem v. Rothschild ' s ch e n S i l b e r s ch a tz e hat, wie die „Kl. Pr." vernimnit, die Frau Baronin Luise von Rothschild der Stadt Frankfurt ein äußerst wertlwolles Geschenk gemacht. GS find die« drei reich ornanrentirte Pokale aus. der Rcnaissancezeit. Zwei derselben waren früher Eigenthum der Frankfurter Silberschmiede-Zunst und sind, nachdem sie vorher in den Besitz eines anderen hiesigen Sammlers übergegangen waren, vor etwa zehn Jahren durch den verstorbenen Baron M. (5. v. Rothschild zu einem sehr hohen Preise angetanst worden. Ter dritte ist ebenfalls Frankfurter Arbeir und war früher lange im Besitze eines hiesigen Rentiers, der ihn an die v. Rorhschild'sche Sammlung verkaufte. Die drei Pokale werden vom Magistrate Zweifelsoljii* in einer unserer öffentlichen Kunftanstallen dauernd ausgestellt werden. Amerika. Nciv-Aork. Der 21. October war in gewisser Hinsicht ein bcmcrkeuswcrrhcr in der Geschickte des hiesigen Judemhnms. Es wurde nämlich den Bindern indischer Eltern zum ersten Male gestattet, an einem israelitischen Feiertage von den öffentlichen Schulen abwesend zu sein, ohne daß ihnen dies vorgemerkt wurde. Um diese Errungenschaft herbcizuführen, kämpfte Rabbi Browne vom Tempel „Gates of Hope" drei Jahre lang uuverdroffcn gegen den Widerstand an, ans den er mit seinem Streben stieß und aus dessen Seite selbst die radikalen Rabbi's der Stadt standen, welche erklärten, es verstoße nicht . gegen das indische Gesetz, wenn K iuder von Israeliten an jüdischen Feiertagen die Schule besuchen. Rcv. Dr. Jsaac M. Wise, der Präsident des „Union Hcbrew Theological Seminary", unterstützte dagegen Rabbi Browne in seinen Ansichten und von conservativen Inden wurden die Gutachten mehrerer Rabbi's des Connents über die Frage cingeholt. Gleichzeitig liefen Schreiben von Inspektoren der öffentlichen Schulen der größeren Städte des Landes ein, worin es hieß, daß in den letzteren Kindern jüdischer Eltern an deren Feiertagen das Fernbleiben ans den Schulen nicht vorgemerkt werde. Mit diesem Gutachten versehen, legte am 4. October Rabbi Browne seine Sache dem hiesigen Schulrath vor und dieser faßte den Beschluß, daß auch hier die jüdischen.Kinder an israelitischen Feiertagen den öffentlichen Schulen fernbleibeu können, ohne daß es ihnen vorgemerkt werden sollte. Dieser Beschluß wurde am 1. October in einem Circulare den sämmtlichen Directoren der hiesigen öffentlichen Schulen mitgetheilt. Feuilleton. Krau Cacilia Knrtado-Kekne. Wir führen heute unfern Lesern eine Frau von edlem Herzen vor, welche ihren Namen den entferntesten Geschlechtern überliefern wird, wegen der von ihr gegründeten wohlthängen und religiösen Institutionen. Es ist dies Frau Fnrtado Heine in Paris, welche nach dem Tode ihre« Mannes in den Besitz eines kolossalen Vermögens gekommen, ihre Millionen dazu widmete, die Schmerzen Derjenigen zu Lindern/ welche ihrer Armut!) und ihres Alters wegen, einer versorgenden Hand benöthigen, die sie dem Elende und der Verzweiflung emreißr. Es wird genüge», die großherzigen Handlungen, welche von ihr in den letzte« zwei Jahren geübt worden sind, hier zu erwähnen. Als Frankreich eine ^udscriprion crössnete, um ein Spiral für Pasteur zu gründen, wendete Frau Furrado großherzig für diesen Zweck die Summe von 20,000 Frs. und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.