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Der Israelit · 1886-12-13 · Heft 97 (13.12.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 97 (13.12.1886)
Date
1886-12-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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l'los OuaWzirte!) lucbcr durch Mnuf noch auch durch Erbschaft erwerben dürfen. Das Amendement der Abgeordneten („oder auf den Inhaber") ist uuu zwar verworfen und die von der Negierung vorgeschlagene Streichung angenommen worden. Tie Modifikation ist jedoch — abgesehen davon, das; sie nur darauf angelegt ist, die Welt in puncto „Inder»" zu täuschen — noch schlimmer. Es werden sich nämlich Viele verleiten lassen zum Schein, Geschäfte auf christliche Rainen zu machen und dadurch begeben sie sich nicht nur in die Diskretion der rumänischen Rcgiernngsorgane, sonderm auch noch Ln diejenige von rumänischen Privaterl. Allen, diecs angelst. lege ich darum das rumänische Sprichwort nahe: „wer nicht die Augen öffnet, öffnet den Deutel!" Zeitungsnachrichten und Corresporrdenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem vierten Jahresbericht des Israelitischen Hnlfsvcreins (Vereins zur Beschränkung des Wanderbettels) in Frankfurt a. M. entnehmen wir ferner: Durch die regelmäßigen Beiträge unserer Mitglieder und freiwillige Gaben waren wir, gleich wie in den Vorjahren, in den Stand geferst, Bedürftigen, welche ans ihren Wanderungen die hiesige^ Stadt berührten, eine den Verhältnissen angemeffcne und der Würdigkeit der einzelnen Petenten entsprechende Unterstützung zu gewähren. Zugleich konnten wir auch unserer weiteren Aufgabe gerecht werden, und einen Tbeil der uns zur Verfügung gestellten Mittel, welche noch durch Extra-Beiträge für specielle Fälle von Seiten hochherziger Menschenfreunde in ansehnlicher Weise vermehrt worden waren, dazu verwende», um hiesigen Armen, vorzugsweise aber solchen Familien, welche hier nicht nnterstüsungsberechiigt waren,.Hülfe und Beistand zu leisten. Wenn es uns daher zur Befriedigung gereichen kann, daß der Verein seiner Aufgabe nach Lage der Tinge gerecht geworden ist, so können wir doch nicht umhin, an dieser Stelle zu bemerken, daß wir immer noch Fälle, die dringend an das Mitleid appellircn, nicht so wirksam haben erledigen können, als cs km Interesse der Aorhleidenden. wünschenswerth gewesen wäre. Wir bedauern tief, daß unser so wohlthätig wirkender Verein bis jetzt noch lediglich ans die Mithülse einer vcrhälrnißmäßig kleinen Anzahl von Mitgliedern angewiesen war, während so viele unserer mit Glncksgntern gesegneten Brüder theilnahmlos abseits stehen. Es sollte in immer weiteren Ai reifen anerkannt werden, daß der Israelitische Hnlfsverein ein wesentliches, unentbehrliches Glied in der Mette der unter sieh cng verknüpften Anstalten für Armenpflege bildet und eine vorher bestandene lebhaft gefühlte Lücke in der Armenpflege anssüllt. Wir wissen ans vielfachen zuverlässigen Mittheikungen, daß unsere Mitglieder die Wohlthat, vonHansbettlern verschont zu bleiben, als eine der unmittelbaren Folgen ihres Beitritts lebhaft empfinden, und daß sie die Bortheile wohl zu schätzen wissen, die ihnen entstehen, wenn sie alle Älmoscnsuchende an das Bereinsburcan verweisen, falls sie nicht ans besonderen Gründen zuweilen eine persönliche Berücksichtigung eintreten lassen wolle». Tie Anfragen und Erkundigungen, die zahlreich bei uns einlanfen, geben uns einen Beweis, daß auch der andere Zweig unserer Thatigkeir. die AnsknnfLs-Erthcilnng, in vollem Maaße erkannt und gewürdigt wird. Im Laufe dieses Jahres hat sich wieder eine bedeutende Anzahl Ansgewiescncr, und zwar ans norddeutschen Städten und den östlichen Provinzen des Reichs, hierher gewandt und unsere .Hülse in Anspruch genommen.' Wir fühlten uns verpflichtet, denselben Mittel zur Fortsetzung ihrer Reise zu gewähren, und sie auch anderweitig zu unterstützen. Unser Almoscn-Eonto zeigt einen Betrag von M. 1088, — welcher für diese Ausgcwiesenen verausgabt worden ist. Wir waren jedoch in der günstigen Lage, denselben zum großen Theil einer Summe entnehmen zu können, welche uns zu diesem Zwecke, wie im vorhergehenden Jahre, von anderer Seite in liberaler Weise zur Verfügung gestellt wurde, wofür wir hier unseren besonderen Tank anssprechen. Leider steht keine Abnahme, sondern eine Vermehrung dieser außerordentlichen Inanspruchnahme in Aussicht. Zahlreiche aus Deutschland ausgewiesene russische Familicn werden nunmehr auch an den Grenzen derjenigen Lander, welche ihnen bis jetzt Zuflucht gewährten, wegen Uebersnllnug zurückgewiescu, so daß die bellagenswerlhe Zwangslage eingetreten ist, dieselben, so weit als thnnlich, nach Rußland zrrrückbcfördern zu muffen. Sowohl das Interesse dieser Unglücklichen, als dasjenige unserer Einwohnerschaft erheischt dringend, das; wir in dieser Angelegenheit durch kräftige Beihülfe dafür sorgen, unserer Sradr hieraus nicht eine neue Quelle schwerer Belästigung erwachsen zu lassen. Ans ähnlichen Gründen gingen wir einer Anzahl hier nicht oerbnrgerter Familicn, welchen der

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