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Der Israelit · 1886-12-13 · Heft 97 (13.12.1886) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 97 (13.12.1886)
Date
1886-12-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IG93 kaum hatte der berühmte Gelehrte Kenntnis; von dieser hochherzigen Spende erlangt, als er sich persönlich zu der Spenderin begab, um ihr seinen Dank auszusprechen. Eine Dame von tief religiöser ÖJcfimimtß, wollte sie, daß auch Versailles einen jüdischen Tempel habe, der des langjährigen Aufenthaltsortes der Ludwige würdig wäre. Zugleich wollte sie für ewige Zeiten die Ausübung des jüdischen Gottesdienstes daselbst sichern und widmete dazu ein Capital von 150,000 Frs., nachdem sie schon vorher 200,000 Frs. für die Erbauung des Hauses gespendet hatte. Aber sie begnügte sich damit nicht, sondern übte auch werkrhatige Menschenliebe und wollte den Kindern der Armen sich nützlich erweisen, indem sie Millionen spendete, um das berühmte „Dispensaire4* zu gründen, welches Kindern und Heranwachsenden beiderlei Geschlechtes gewidmet ist. Nähert man sich diesem prächtigen Gebäude von der Straße, so ist man überrascht von seiner Großartigkeit; es gleicht mehr einer Burg reicher Lehcnsmänner des Mittelalters als einem Kinderhospize. Das Gebäude ist täglich von den frühen Morgenstunden bis 2 Uhr Nachmittags geöffnet. Zutritt haben alle Kinder von Armen ohne Unterschied der Confession und Nationalität, die noch nicht das Alter von 16 Jahren überschritten haben. Und was finden sie daselbst-? Wohlbereitete Tische mit gesunden und nahrhaften Speisen. Bis jetzt belaufe» sich die täglich vertheilten Portione!'. auf 250. weil nur solche zugclaffen werden, die sich einer Cur zu unterziehen haben. Das Refcctorium ist in drei Theile gcthcilt, ein Theil dient für die Mädchen, einer für die Knaben, ein Dritter für die Säuglinge, die von ihren Müttern hingebracht werden. Der linke Flügel ist zur Cur für die Mädchen bestimmt. Wir finden hier ein Badezimmer, ein Zimmer für Hydrotherapie, für medicinische Gymnastik, für elektrische Bäder und für Ele^trvtheraphie. Auf dem rechten Flügel finden wir dasselbe für Knaben. Das Gebäude besitzt einen Arzt, einen Chirurget einen Zahnarzt, eine Apotheke und alle medi *. jcu und chirurgischen Instrumente. Kranke sollen vis zu ihrer vollständigen Heilung verpflegt werden. Wir finden weiteres ein Zimmer für Dampfmaschinen, welche die Küche herzen, die Bäder mit warmem Wasser versorgen und das Gebäude während des Winters erwärmen. Jedes Jahr gelangen 100 Paar Schuhe für jedes Lebensalter und hundert Wollanzüge zur Bcrtheilung. Es bestehen ferner Räume für die Herrichtung der Wäsche nach modernen Systemen, für Dcsinfectkon u. a. Der Besucher, welcher die Schilderung entworfen hat, trug folgende Zeilen in das Fremdenbuch ein: „Der Unterzeichnete hat die Ehre, zu conftatircn, daß das Dispensaire durchaus würdig ift des Jahrhunderts der Nächstenliebe, in welchem wir leben. M. G. Montefiore, Cantor am israel. Tempel der Rue Buffault in Paris." (Nach dem „Yesillo israel.“) Wochenkatender. Freitag, 17. Dezemer, 20. Kiskers. Samstag, 18. Dezember, 21. Kislew Sabbat-Ausgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Expedition. Herrn A. Stern, vorm, in Bremgarten: Dir erbitten uns Ihre jetzige Adresse.— Herrn Jos. Strauß, vorm, in Burgfimi: deßgl. — Herrn Z. Goldberg, vorm. Oantor in Straßbürg (Lcstpr.): dctzgl. M rr % e X ö z rr. | Abonnements- und Inseraten - Annahme für Frankfurt a. Ä. bei I. Ztauffmann, Buchhandlung; für te > Hamburg bei A. Woldschmidt, Buchhandlung, Kohlhösen Nr. 35; für tröln bei Leo Frank, Stcinfeldergasse 7; q I für München bei N. Bcttclheim, Färbergraben 20; für Fürth in Bayern bei M. Dornberger, hcbr. u."deutsche O Buchhandlung; in Böhmen, Mähren und ösierr. Schlesien bei Iaeob B. BrandeiS, Buchhandlung in Prag. Mir den folgenden Theil ist die Redactio» nicht verantwortlich. <KtzAir suchen sofort einen Lehrer ^4? und Vorbetcr, dem auch das Schachte» beigegebea werde» kan», z» eugagire». Gehalt «ach Hcbcrrinkunft. 5tirchbrombach (Henen), T-z. 1866. sssri SK. Speyer I. Xenmarkt 47. I TED Bötel JaeoM Neu. — (eomronoM. — Streng religiös. Lehrlinge oder Schüler findm gute iw -v. Kofi und Logis zu 45 i’t. per Monat, auch auf Bcrlangen und Religionsunterricht billigst bei PH. Hermann, Nürnberg, Füllstraße 16. Beste Referenzen. 653

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