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Der Israelit · 1886-12-13 · Heft 97 (13.12.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 97 (13.12.1886)
Date
1886-12-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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(Jeremias 2, V. 2): „Also bat bei* Gwige gesprochen : Ich flcbcufc Dir die Holdseligkeit deiner Jugend, die Liebe deines Brautstandes, da dn mir nachwandeHest in die Wüste, in ein unbesäetes Land." (Vergleiche auch Jecheskcl 15. 10, V. 7). Tann brachte Wott die von Ihm erkorene Nation an Seinen heiligen Berg und lieg die <5omic der Gottes!ehre über ihr erstrah cn. Damals wurde Israel r.cn2 .222, „lauter wie die Sonne." Diese Sonne geht uns niemals unter. Wohl kann sie von Wolken bedeckt werden,* aber die Wolken verziehen sich, und die Sonne strahlt wieder in alter Herrlichkeit. Als der Mann nach dem Herzen Gottes, als der Sänger der herrlichsten Goltpreisnngcn, als David auf dem Throne Israels fas;, als der weiseste der Menschen, der Verkünder so vieler Weisheitssprüche, als Salomo das .Hans Gottes auf dem heiligen Berge, auf welchem einst Jakob geruhet hatte, erbaute, damals durchstrahlte Israels Sonne die ganze Welt. Seitdem baden viele trübe Wolken unseren Horizont verfinstert. Biel haben wir gelitten und geduldet, viel haben wir verloren; aber das Sonnenlicht der Thora ist uns geblieben. Noch kämpfen wir mit dem feindlichen Gugel, wie einst unser Vater Jakob gerungen har; aber wir werden uns emporringen zum ewigen Lichte. Dann wird unsre Trübsal ein Ende nehmen, nufere Sonne lvird nicht mein' verdunkelt werden, und wir lvcrden das Licht schauen, bei dessen Leuchten einst Gott die Welt erschaffen hat nc-'s* „taghell wie zu jener Zeit, da Gott alle Wesen ordnete, und diese gleichsam ihren Fahnen sind zngctheilt worden." Nunmehr werden wir auch das Zwiegespräch verstehen, dessen wir am Schluffe des vorigen Kapitels erwählst (Ghnliu 91 b): Da der Gugel bittet: Entlasse mich, denn der Morgen ist heranfgczogcn, fragt ilm Jakob: Bist du etwa ein Dieb oder' ein Würfclspieler, das; du das Licht des Tages zu scheuen hast Und Jener antwortet: Ich bin ein Gugel Gottes, und von dem Tage an, da ich erschaffen worden, ist die Reihe nicht an mich gekommen, den Ruhm Gottes in den höchsten Svhären zu verkünden bis eben icM. Der feindliche Gugel ist zugleich ein Snmbo! des feindlichen Bruders, der Jakob nach dein Lcbertrachtcte. der feindlichen Brüder, die im Laute der Jahrtausende Jakob zu vertilgen sich bemühtm.! Wir meinen, sie seien Räuber oder Spieler, die nach nuferem Leben trachten oder nach unserer Habe! gelüsten. Aber auch sie sind Boten Gottes, und die ' Leiden, die sie uns-zufügen, sollen nur dazu dienen, 1 uns im Klampfe zit stärken, ans das; wir uns zum ewigen Lichte emporringen. Wenn aber unser Morgen heraufzieht, daun werden auch unsere Feinde und Unterdrücker anerkennen die hohe Sendung Israels, dann wird auch für sic der Zeitpunkt herangckommen sein, den Ruhm Gottes zu verkünden, wie es heistt: i_r 2^:2 nsx*;s rttx zy. „Dann werden alle Völker begeistert ausrufen: Wahrlich, Großes hat der Gwige mit Israel vollbracht." -cm M *2:22.2 ,*2.2222 2n *2 22^2 :sot *22222* by 'b rrr.r, 22:22 .'2.2222 „Und er sprach: Ich werde dich nicht entlaffen, du habest mich denn gesegnet; du wolltest mich denn segnen, heißt cs nicht, sondern: Du habest mich denn gesegnet. Jakob verlangte, daß der Schutzengel Gsaws seine Zustimmung gebe, zu den Segnungen, die Jakob von seinem Vater bereits empfangen, llnd der Gugel gewährt sie, indem er den Namen Jakob (vergleiche 1. B. M., G. 27, L. 36 sop '2.2 2-2P2 r.T '22p$r* 2pr *22) in Jisrael umwandelt. So werden dereinst alle uns feindlich Gesinnten, die uns beneiden und Hagen, weil Gott uns erwählte, zuftlmmen zu dem Segen, der uns geworden, rnn r2En 'h „Und es strahlte ihm die ^onne, wenn er auch noch hinkte an seiner Hüfte. „Damals strahlte die Sonne der Gotteserkenmuiß für Jakob noch allein. Dereinst aber wird sie Allen leuchten, die Gott fürchten, wie es heißt (Maleachi G. 3, V. 20): ,2*2222 r2"2' ~p2!» 2222* *22* *N2* "2N „Und strahlen wird denen, die Ghrfurcht vor Meinem Name« haben, die Sonne der Huld, die auf ihren Fittigen bringt Heilung von jedem Hebel, und jeder Krankheit. Dann wird Israel der Sonne gleichen, die mit ihren Strahlen die Welt erwärmt und durchleuchtet. — ZcituugSnrrchrrchten und Corrcspondenzen. Deutschland. Maiu.z, H). Dezember. Wie der „Neuen Freien Brest e" aus Petersburg rclegraphirt wird, soll demnächst zwischen Rußland und Preußen eine Gonvennon abgefchlosten werden, welche den russischen Umerrhaneu, ansgcuouunen denen polnischer } mrd jüdisHer Abstammung, den ungehinderten Aufenthalt m Preußen gestattet. Gs sind bckannr-!!ich politische Gründe, welche Preußen bestimmen, | die Polen seinem Laude fern zu halten. Weßhalb jedoch eine so harre Ausnahmsbemmumng auch die

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