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Der Israelit · 1886-12-09 · Heft 96 (9.12.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 96 (9.12.1886)
Date
1886-12-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1Ü64 einen mehr intensiven als extensiven Charakter zu verleihen. Nachderu hierauf die ^Tagesordnung für die nächstjährige Konferenz festgeftellt war, vereinigte man sich im Gasthaus zum „König David" zu gemeinschaftlichem Mittagessen, bei welchem neben guten Speisen und Getränken auch der gemnthliche Theil, Toaste, gesangl. und humoristische Vorträge nicht fehlten. (hj*t am späten Abend trennte man sich, mit dem Bewußtsein einen genußreichen Tag verlebt zu haben. * Hambnra. Das (Somite des Vereins zur Gründung einer Loge des U. O. B. V. entfaltet eine große Regsamkeit. Um für -ie Sache Propaganda zu machen hat Herr Dr. Jonas, Prediger a»r hiesigen Tempel, vor einem zahlreich versammelten Publikum einen Vortrag über „Judenthum und Humanität" gehalten, der sehr beifällig ausgenommen wurde, und auch im Druck erscheinen wird. Daß in Hamburg der Boden für eine solche Loge ist, möchten wir bezweifeln, da zahlreiche Vereine schon existiren, die jedes Gebiet der jüdischen Wohlthätigkeit bcarbeilen und sich bewährt haben. Durch Gründung einer. Loge würde den bestehenden Vereinen Vieles entzogen werden, und deßhalb verhält sich auch das hiesige Publikum der Sache gegenüber abwartend. Ein Bedürfnis; für eine Loge des 11. O. V. B. liegt nicht vor, da man den Inden, die ei>e Loge suchen, die hiesigen Freimaurerlogen geöffnet hat. die in ihrem Wirken keinen Unterschied des Glaubens kennen, und für solche Juden, die Gemilas cdesed ausüben wollen, ohne einer Verbindnn« anzugchören, hat Hamburg genügend Vereine, die Alle -erne bereit sind. Gaben nach der Intention des Gebers zu verwenden. r. Hasdnrg, 5. Dezember. *) Seit einigen Jahren hat Hamburg einen Centralfriedhof, von welchem ein Thci! der jüdischen Gemeinde abgetreten, auch von derselben znm Lcs kcworaus angenommen, begrenzt und m Gebrauch genommen wurde, obschon der Rabbiner Stern, da der Friedhof nur auf Friedhofdauer Eigcnthnm der Gemeinde wurde, denselben als den Anforderungen unseres Gesetzes nicht genügend erklärte, da der Friedhof kiwras »ulom fein soll. Der hiesige Senat wollte auf diese Forderung, die der Rabbiner stellte, nicht eingehen, und so acceprirte die Gemeinde, ohne Zustimmung des Rabbiners, de» Friedhof. Manche Gemeindemügliedcr, deren Gewinen dadurch belastet schien, wurden Mitglieder der Gemeinden Altona und Wandsbcck: andere wollten sich dorr ihre Gräber kaufen, was *) Ctnii! kurz dcrichret. aber von der Regierung verboten. Wieder wollte man ein Feld in Bergedorf kaufen und es znm Friedhof machen für die Eigeurhümer des Feldes und deren Angehörigen — der Senat verbot dieses, so daß die Friedhofsfrage damit aus der Welt zu sein schien. Das war nicht > der Fall. Ter Oberrabbiuer wandte sich an den Herrn Reichskanzler, den Fürsten Bismarck und auf dessen speziellen Befehl mußte die Negierung von Holstein gestatten, daß ein Terrain in Langenfeld erworben werde zur Anlage eines Friedhofs für Mitglieder der hiesigen Gemeinde. Wahrlich, ein herrlicher Beweis, wie hoch des deutsche» Reiches Kanzler dieGewissensfreiheit der Deutschen hält; Dank dem Manne, der Feind ist jedem Gewissenszwang. r. Holland. Leeuwarde». Jüngst wurde der bisherige Eo-Rector des Rabbiner-Seminars in Amsterdam, Herr L. Wagenaar. als Oberrabbiner des Eonsistoriums Friesland installirt. Der erhebenden Feier wohnte der Präsident der ersten Kammer, der Gouverneur der Provinz, der Bürgermeister der Stadt und der Oberrabbiner von Amsterdam, Herr Dr. Dünner, bei. Frankreich. In dem berühmten Badeorte Arcachon (Südfrankreich) belieben die Einwohner ihre Vikla's mit Namen berühmter Männer und Frauen aus der alten und neuen Zeit zu benennen. Der Synagoge gegenüber. sind an einem Hause der Ranre Halevy, au andern Meycrbeer und die biblischen Namen Naomi und Mirjam zu lesen. Paris. . In den hiesigen Spitälern stndirm gegenwärtig 13/ isr. Mädchen aus Rußland und Polen Medizin. Spanien. Madrid. Herr Senator Lopez-Lapuya zeigt in den „Arch. Isr." an, daß sich eine Commission gebildet, welche die Einwanderung von Israeliten in Spanien leiten wird. An der Spitze derselbe» stehen die. Herrn Banquker Salzedo (aus Bayomre stammend) und Jonas, ein Deutscher. Die Commission wird sich diesbezüglich au die bestehenden Hilfscomit^s iu Paris. London. Berlin und Wien wenden. um deren Mitwirkung zu erlangen. Herr Haim Gnadallah in London würde zum Ehrenpräsident derselben ernannt. Herr Rabbiner Tr. I. Hildesheimer m Berlin und der Abgeordnete Herr

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