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Der Israelit · 1886-12-09 · Heft 96 (9.12.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 96 (9.12.1886)
Date
1886-12-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1050 von Herrn Möller einen Platz in der Nähe der chcrnaligcrl portugiesischen Synagoge mib lägt daselbst einen Backofen und eine Lagerstätte errichten. Aus diesem Umstande ist wahrscheinlich die irrthnmliche Meinung entstanden, das; an der Stelle der mehrfach erwähnten Synagoge ein Backofen, errichtet werde. Dem ist jedoch nicht so, Herr Möller lässt vielmehr die Thorarolle» Nachsehen und in Ordnung bringen; er will die Synagoge als solche erhalten wissen und ließ -erst unlängst eine Hcizvorkehrung für den Winter in derselben Herrichten. Leipzig, 5. Dez. Der hiesige Teppichsabrikant Ado! f Gl u s e r Hai seiner HcimatlMadt G l e i - Witz in Schcsien mehrere bedeutende Schenkungen überwiesen. Derselbe hat den dortigen Armen ohne Unterschied der Konfession 10,000 Mark, der israelitischen Gemeinde ebenfalls 10,000 Mark, der politischen und israelitischen Gemeinde in Zabrze je 10,000 Mark, außerdem an verschiedene milde Stiftungen zusammen 211,000 Mark vermacht, so das; das Gesammttnrmächtniß eine Biertelmillivn Mark übersteigt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. 6. Dezember. Im israelitischen Tcmpel in der Scitenstettengape fand gestern, Sonntag, Nachmittags die Trauung zweier ehemaliger Zöglinge des Wiener israelitischen Taubstummen-Institutes statt; der Trcchslermcifter Leopold Matzner und Fräulein Bertha Freund reichten sich die Hand zum Ehebunde. Das Brautpaar wurde vollsinnig geboren, hatte aber im Kindcsaltcr durch Krankheit Gehör und Sprache verloren. Braut und Bräntitigam sprechen jetzt. Dank dem genossenen Unterrichte, ziemlich deutlich, so daß bei dem Trauungsakre die Intervention eines Dolmetsches nicht norhwendig war. Das Gotteshaus war von Freunden und Bekannten des Brautpaares — fast ausnahmslos von ^taubstummen — gefüllt. Alle gaben ihr Inlercnc für das kleine Ereigniß durch eine lebhaft geführte Zeichensprache kund. Prediger Dr. Jcllinck, welcher die Tranrcde hielt, sprach etwas langsam und pointirle jedes Wort, so daß seine ganze Siede von dem Brautpaare deutlich verstanden und in einzelnen Theilcn von letzterem wiederholt werden konnte. Auch das entscheidende <?) „Za" wurde von dem Brautpaare, das sehr zufrieden aussah, ganz vernehmlich ausgesprochen. Pesch. Zn der Bildcransstcllung des Pesthcr Knttstlerhauscs waren umer vielen andern Kunstwerken zwei Bilder von jüdischen Künstlern Namens Franz Eisenhnt und Alexander Bläry ausgestellt, welche großes und gerechtes Aufsehen erregten und von dem Kaiser für die Ofener Burg angetanst wurden. Bei der nunmehr erfolgten Preisveriheilung erhielten die erwähnten Künstler die Hauplpreisc. Bemerkt muß noch werden, daß unter den Preisrichtern kein einziger Jude sich befand, also von einer Parteilichkeit keine Siede sein kann. Pesth. Am vergangenen Samstag wurde in einer hiesigen Synagoge ein Taubstummer, welcher riM geworden, zu ’rcsc anfgernfen; derselbe sagte die rrccn recht deutlich. En glan d. Liverpool. Der verstorbene R. H. Samuel dahier hat den verschiedenen jüdischen Erziehungsnnd Wohlthätigkeitsanftalten 1940 L. vermacht. A s i e n. Die Regierungsbehörde in Syrien läßt gegenwärtig mehrere große Straßen des Landes erbauen, die auf die Entwickelung des Handels einen günstigen Einfluß ausüben werden. Nene Straßen werden von St. Jean d'Acrc, der Küste entlang nach Bcyrut, von demselben Plane via Liberias nach dem Harr.au, von Haifa nach Zcnin und St. Jean d'Acre, von Safed nach der Brücke über den Jordan, südlich vom Meron'.see und St. Jean d'Acre erbaut; außerdem werden die heißen Bäder von Liberias mit einem Badhausc versehen. A u ft r a l i e n. Sydney. Ein Alt der Toleranz ist von der Tirecrion der. hiesigen Trambahn zu berichten. Die Straßenbahn fährt nämlich hart an der Synagoge vorbei. Damit nun der Gottesdienst am Bcrsöhnungstag durch das Geräusch der Wagen nicht gestört werde, stellte die Tirecrion den ganzen Tag einen höheren Beamten dahin, der daraus achtete, daß nur im Schritt gefahren wurde. Japan. Außer Herrn Dr. Eohn wurde von der japanischen Regierung noch ein zweiter jüdischer Gelehrter Deutschlands, Herr Dr. Weigert aus Eayel, der bisher^ daselbst als Rechtsanwalt pracncirre, als Prosenor an die Universttät Tokio berufen.

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