Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-12-09 · Heft 96 (9.12.1886) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 96 (9.12.1886)
Date
1886-12-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449690--25467-2515304
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

'(Wcljrfamfeit und Jvrimimiflftfit hochberühlntcn Cborrabbiucrä R. ^brnljam xHitcrLniilj T'2? und der jiiiiflcrc Bruder des nicht minder berühmte» Rabbiners von Halbcrstadt Dr. B. .H. Auerbach V'yr. Seine erste Ausbildung in der talmndischen Wissenschaft erhielt er bei seinem Vater, daun suchte erden Unterricht bei dem gelehrten Dbcrrabbiuer R. Lob Earlbnrg in Ercfcld und später bei dem damals noch in Mannheim lebenden, nachher in Altona zur hoher Berühmtheit gelangten R. Jakob Ettlinger ^"r ans. Aus Mannheim zurückgckchrt, wandte er sich in Bonn akademischen Studien zn und promovirte. Gegen Ende der dreißiger Jahre wurde er Adjunkt und Stellvertreter seines greisen Vaters, dem er nach dessen Lode 1847 in Amt und Würde nachfolgte. Der sehr große Ztonsistorial- Bezirk legte ihm große Pflichten ans: die Beaufsichtigung der verschiedenen Gemeinde-Institutionen, Anstellung und Uebcrwachung der Beamt- - nahm viel Zeit in Anspruch; dennoch aber hing er mit Liebe und Erfolg an der Beschäftigung mit der Thora bis an sein Lebensende. In den letzten fünfundzwanzig Jahren hatten sich die größeren Gemeinden des Sprengels, wie Köln, Koblenz, Kreuz, nach eigene Rabbinate creirt, dagegen blieben die —-Landgemeinden noch im engsten Zusammenhänge mit dem Konsiftorial-Rabbiucr; aber auch in den größeren Gemeinden wurden schwierigere Angelegenheiten nur im Einvernehnien mit ihm geordnet. Die große Achtung, deren sich der Entschlafene zu crfrcucu hatte,..zeigte sich bei der Montag den 9. KiSlcv stattgchabten Beerdigung. Biele Auswärtige, zum Theil ans großer Entfernung, waren herbeigceilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen; von Kollegen bemerkten wir unter den Leidtragenden den Stadtrabbiner Dr. Eohu-Borrn, Dr. Plaro und Dr. Frank-Köln, Dr. Wedell-Tüffeldors, Dr. Sg. Auerbach-Halberstadt. Auch viele christliche Mitbürger, darunter der Oberbürgermeister und mehrere Geistliche, begleiteten den Entschlafenen aus seinem letzten Wege.. Ta derselbe sich durch schriftliche 'Aufzeichnung jede Trauerrede verbeten barte, konnte der Sohn, Rabbiner Dr. Z. Auerbach-Elberfeld, zu der Tranerversammlnng im Hanse in tiefster Erregung nur wenige Worte sprechen, in denen er den Wunsch des scl. Vaters zu allgemeiner Kennlniß dracme und die innig frommen Worte väterlicher Liede und Ermahnung an seine Kinder verlas, die Heger als jede Rede den Sinn und Ebarakrer des Edlen kennzeichnen. Nunmehr bewegte sich der Leichenzug nachdem allen Vegräbnißvlatz bei Rheinbach jenseits des Rheins, wohin der Verblichene nach seiner Icktwilligen Verfügung „rr-izü P'™bestattet sein wollte. Dort sprachen Dr. Eotm-Bonn, Dr. Frank ,Köln und der Resse Dr. Sg. Auerbach- .Halberstadt, alle unter möglichster Rücksicht ans den Wunsch des Entschlafenen, nicht Lobrede und eigentlichen Nachruf zn halten. Es bedurfte auch kaum des Wortes, um der großen Schaar der Anwesenden den großen Verlust klar zu machen; ein Jeder empfand in diesem schweren Augenblicke, wo ein Lin TE?n, der Sproß einer in Inda bekannten, in Israel bestgenannten Familie zur letzten Ruhe bestattet wurde, die Wahrheit des Satzes P2L' n"r* rmen c'attra 5dr ps*. Breslau, 5. Dezember. Bon dem amtlichen Berichte über die Frequenz der hiesigen Schulen dürfen einige Zahlen auch Ihre Leser interefsiren. Das Elisabcthgnmnasinm besuchten 683 Schüler, darunter 382 evangelische, 26 katholische, und 277» jüdisch e; das Maria Magdalengymnasium ftequenrirten al l Schüler, darunter 422 evang. 25 kathol. und 107 jüdische; das Johannesgymnäsinm besuchten 64» Schüler und zwar 45l evang., 56 kath. und i;u> jüdische. Tie katholische Bürgerschule zählte 483 Schüler, 88 evang., 234 kath. und 164 jüdische, die höhere Töchterschule in der Taschenftraße zählte 357 Schülerinnen, unter ihnen 153 cvangel., 1» kathol. nnd!84 jüdische, die Töchterschule am Ritterplatz 344 Schülerinnen, 238 evang., 30 karhol. und 86 jüdische. Ans den anderen Anstallen sind die jüdischen Schüler in größerer Minorität. Im Ganzen wurden im vergangenen Jahre die öffentlichen Unterrichrsanstalten unserer Stadt von4161 evang., 838kathol. und I486 jüdischen Schülern nnd Schülerinnen besucht. Altona» 3. Dezember. Unlängst brachte der „Israelit" eine Notiz ans Hamburg, die portugiesische Gemeinde daselbst betreffend, 'welche mehrfach der Berichtigung bedarf. N i ch t die portugiesische Gemeinde in Hamburg, sondern die hiesige har sich vor circa 1*- Jahren ausgelöst. Sowohl die Synagoge derselben als auch die Thorarollen nebst allem Zubehör wurden von Herrn Alexander M öl l er hier angckanft. Die Regierung ertheilte die Genehmigung dazu unter der Bedingung, daß die Snnagoge zn keinem profanen Gebrauche benutzt werden darf. Da gegenwärtig das hiesige Berh Hamrdrafch nmgebaut wird, so gestarrcre Herr Möller in mrcigennützl'gftcr Weise, daß die ehemalige porwgiesische Snnagoge während des Baues der Klaus zunt „Bereu und Lernen" benutzt werde, was auch seit dem Version enen Pestachfesle geschieht. — Die hiesige Eommission zum Backen der Mazzorh kaufte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.