Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 95 (6.12.1886)
- Date
- 1886-12-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1044 fielt „Kronzeugen" von Tis'.a IvfUar, in welchem derselbe seinen (vltcrn an» Ainsterdam mittheilt, das; er sich wohl befindet und das; er mit Erfolg das „Diamantenschlcifen" erlernt. F r a n k r e t ch. Paris. Als Antwort auf den dritten Band D r u m o u t 'schen ,.France juivo“ veröffentlicht einer der bestgelaunten und witzigsten sranzösichen Schriftsteller, Abraham Ticysns, im „Gil-Blas" einen Artikel, den ex spaßhaft ,Z^.juit Istnmont^ betitelt. Dreyfuf; ahmt geschickt die MethodeDrnmont's nach, schließt ans dem schwarzen Barte, der Brille des Pamphletisten, daß er ein Jude sein muffe: denn er sehe seinem ehemaligenHebräisch-Lchrer zum Ver- - wechseln ähnlich. Tann kommt er auf die Ethymologie deS Namens Trumont zu sprechen: „Einst gab es in der Judengasse zn Mainz einen Optikerladen „zu den drei Monden". Wie dies oft zu geschehen pflegt, nannte mau den Optiker nach seinem Schild: „Den Vater Treimvnd". Natürlich behielten die Nachkommen des Mannes den Namen bei und machten daraus, als sie nach Frankreich kamen, Drimont oder Trnmond. Auch in England giebt cs Drumonts. Der Name des Physikers, welcher das Dru m o nd-L icht erfand, ist mit Recht beliebt; er gereicht dem Semitismus zur hohen Ehre und auch Sir H. Drnmond Wolfs, von dem in der letzten Zeit so viel die. Rede rvar, ist hebräischen Ursprungs. ... Die Geschicklichkeit, mit welcher Herr DrnmonL sein Buch veröffentlichte und anstromnteln ließ, ist ein unwiderleglicher Beweis; für meine Behauptung. Was hätte ein anständiger Mensch an seiner Stelle gethan? Ich meine, ein Mensch, den Gefühle der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit beseelen. Er hätte Dokumente gesammelt, alles Falsche ausgeschieden, die zweifelhaften Auskünfte konlrolirt, den Sinn der Fabeln und Legenden, welche man den Inden andichter, ergründet und hätte dann eine Geschichte geschrieben, welche in den Bibliotheken ausgestellt und von Zeit zn Zeit von einigen Wißbegierigen zn Rathe gezogen worden wäre. Was thnt aber DrnmonL? Er schmiert allen klatsch und Tratsch gegen die Inden zusammen . . . und das Schönste, das Schlaueste, was den Erfolg des Werkes sicherte, das war das Namensregister — ein prächtiger Fund, diefts Register! Man harte schon ähnliche Indexe veröffentlicht, aber einen solchen von 30v(» Namen noch niemals. Natürlich wollten die bczeichnelen Personen, ihre Freunde und Feinde doch lesen, was auf sie Bezug Hane, und dadurch altcitt wurden «oon Exemplare abgesetzt. ... Es war ein Meisterstreich." E n g l a n d. London, 25. Nov. Am 22. dss. verstarb der allgemein beliebte Ehrcnsecrclär der deutschen Gemeinde, Herr Louis Denof, im Alter von 00 Jahren. Ter Tahingegangene war in Ungar» .geboren und diente als Freiwilliger in der dortigen Armee, mußte jedoch, politischer Gründe halber, sein Balcriand im Jahre 1354 verlassen. In seinen streng religiösen Prineipien unter allen Wcchselsällen des Lebens stets getreu verharrend, gründete sich derselbe hier eine Heimathsstätte und widmete nebelt seinem Bernssgeschäfte besondere Sorgfalt dem Gedeihen der deutschen Gemeinde. Er versah das Ehrenamt eitles ^-ecretärs während der langen Dauer von 24 Jahren und scheute weder Zeitaufwand noch die Mühe, die Lynagogeuartgelegelkheirett pünktlich zn besorgen. Herr Denhof war streng orthodox und wissenschaftlich sehr gebildet, von ausgezeichnetem Eharakter urid bewies sich allezeit als warnrei^Frenttd-der^9l0thbcdürftkgen, deren Biele seiner Bahre folgten. Nicht nur die Familie des lhenreu Verblichenen, sondern auch die gesammre deutsche Sptralsguare-Gemeinde fühlt tief den unersetzlichen Verlust, welche sie durch dieses traurige Ereignis; erlitten. rr;:s;n. London. Das Eomitö für die projectirte englisch - jüdische Geschkchtsansftellnug har beschlossen, eine reiche Anzahl rnur (jüdische Vorträge! vom l l. bis l3. Iasrhnnderr übersetzen zu lassen und auszustellen. Wenn dieselben meist anch nur commerzielleu Inhalts sind, geben dieselben doch rin richtiges Bild von der damaligen Lage der Juden in England. In Snndhurft feierte am 25 September Herr Lewis Lewis seine» 103. Geburtstag. Derselbe ist noch ganz rüstig, er besuchte während der Feiertage regelmäßig den Gottesdienst. Herr Lewis stammt aus Rochester in England. A m e r i k a. Ncw-Zork. Herr Jacob A. Eantor wurde in den hiesigen Stadtrarh gewählt. Herr Samncl Wal dach in Grand-Island wurde mit großer Maionrär zum Sraarsfenawr für den Anr'ora-Districl crwäblt. In der Hamilron-Grüfschaft wurde Herr Jacob Schroedcr zum Richter ernannt. Er ist der erste Jude, der dafcbft eine solche Würde bekleidet.