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Der Israelit · 1886-12-06 · Heft 95 (6.12.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 95 (6.12.1886)
Date
1886-12-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1643 des jüdischen Volkes scheinen Sie eben nicht mit jicl)iui|ici* Tiefe crfnfjt zu haben! Wissen Sie, dos; das jüdische Volk in der Weltgeschichte aller Zeiten das „größte Nathsel" bildet! Denken Sie sich der Inden, welche seit Jahrtausende in aller Welt zerstreut leben! Denken Sie sich der Juden, deren Meid) wiederholt zertrümmert wurde und die von ihren Feinden ans ihrer Hcimath fortgeschleppt und gewaltsam auseinander gerissen wurden! Denken Sie sich der Juden einer Welt von Feinden gegenüber, welche ihnen den Untergang geschworen haben, damit auch der Name „Jude" ans dem Buche der (beschichte für immer verschwinde! Erscheint es Ihnen nicht als nnanflösbarcs göttliches Nathsel, wenn diese Juden trotz der unausgesetzten vieltausendjührigcn Verfolgungen dennoch der äußern (Gewalt trotzen konnten! Erscheint es Ihnen nicht als himmlisches Nathsel, wenn diese Unglücklichen, je härter sic bedrängt wurden, desto anfrkgtigcr als Inden sich behauptet haben! Welche Macht war es nun, die in der langen Kette von Leid und Trübsal das jüdische Volk aufrecht erhielt! . . . Wissen Sie, wie die Losung dieses Näthscls lautet ... Sie lautet: „Jndenthum!" Ja, die jüdische Religion bildete die Macht, welche dieses hartbedrückre Volk vor dem Untergänge schützte! Die Gegner konnten die Juden auseinandcrtreibcu, doch das geistige Band, welches sie auch in ihrer Zerstreuung znfammenhieli, die Religion, konnte Niemand, konnte keine irdische Gewalt zerreißen! Ja, Herr Obcrrabbincr! Diese geschichtliche Wahrheit müssen Sie beherzigen! Rütteln Sic an diesem geistigen Lande nicht, welches seine Kraft Jahrtausende hindurch bewährt hat! Lassen wir daher diese „Neuerungen," welche doch nicht vors Darrer sein können und alsbald von anderen „Neuerungen" verdrängt werden müßten!" So lauge Graf Benst hier in Dresden wirkte, hielt auch die jüdische Gemeinde ihren alten Eharakter bei! Erst nach dem Jahre 1*66, wo Benst nach Wien übcrsiedelte, konnten hier cnlmrcllc Neuerungen cingcführt werden, die jedoch nicht zur Stärkung, sondern zur Schwächung und zur rheilweiscn Zersplitterung der jüdischen Gemeinde führten!" — So weit der Bericht ans Dresden. Ein jüd. Blatt bemerkt hiezu, daß Graf Beuft auch in Wien die Bestrebungen der oi lhodorcn Jndcnheit auf's Kräftigste unterstützte. Möge daher der Name Benst auch in jüdischen Kreisen ein gesegneter bleiben. (Ung. Israel.) Oefterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 30. Rov. Ter enragirte Antisemit Professor Aurelrns Pol; er am Landcsrealgvmnafinin ln .vorn lvurde auf Verlangen des Untcrrichtsininisters vom Landcsansfchnsse seiner Lehrthätigkeit enthoben. Budapest. In der am 25. Novemb. abgehalteuen Ansschußsitzung des „Pester israel. Fra neu Vereins" gelangte der Bericht über die in den verflossenen drei Monaten August, September und Oktober d. I. entfaltete Thätigkcit zur Verlesung. welchem wir Folgendes entnehmen: Als Unterstützungen für au von Fall zu Fall aufsuchende Arme wurden 1033 fl., als regelmäßige monatliche Stipendien 1357 fl. als vierteljährliche Zinsbeiträge 954 fl., als Wöchneriunen-Uutersttttzuuge» 5* fl. und als HeirathsansstattnngSbeiträge 65 fl., zusammen 4437 st. in Vaarem verthcilt. Für die vom Verein erhaltenen wo Waisenkinder wurden 3439 fl. 10 kr. verausgabt. In der Volksküche des Vereins, welche speziell mit Rücksicht auf die in diesen Monaten herrschende Epidemie mehr als je in Anspruch genommen wurde, haben in dieser Periode 24,37! Personen gespeist, hievon 2047 Personen zu Lasten der Uuterstütznngsverwaltung gänzlich gratis. Für diesen Zweig der Vertvaltnng betrugen die Ausgaben 2509 fl. 22 kr., und daher insgcsamnit während der bezcichneten drei Monate l 0,3*5 fl. 32 kr. Von den zur Verhandlung gelangenden Gegenständen heben wir noch folgende hervor: Die mit Rücksicht auf den hcrannalicndcn Winter getroffene Verfügung, daß an der Kasse der Volksküche Speisemarken zu 10 kr. das Stück, für welche ein komplettes Mittagsmahl verabfolgt wird, behufs Almosen-Vcrtheilnng täglich und in jeder Anzahl erhältlich sind; ebenso die Mittheilung, daß anläßlich des Hlllschcidcns der Frau Rom Jokai au der Bahre derselben im Namen des Bcrcinsausschnsses ein Kranz mcdcrgclegt und an den Gemahl der verblichenen großen Künstcrlin als Zeichen der Thcilnahme ein Beileidsschreiben gerichtet wurde, dient zur Kenntnis;. Der Antrag des Präsidiums: die Einweihung des neuen Waisenastit- und Volksknchcn-Gcbändcs Sonntag, den 5. Dezember d. I. Vormittags halb 11 Uhr, in möglichst feierlicher Weife abznhaltcn, wurde einhellig zum Beschlüsse erhoben. Budapest. Das Wochenblatt „Egncnlös^g" erscheint von nun an umer der Redaktion Mar S z a l b o l c §is. Die jüngste Nummer enthält außer einem Briefe von Karl Eöwös an den Redakteur, eine Abhandlung über den Antisemitismus von Ernst Mezei, einige Feuilletons und Nachrichten, auch einen Brief von Äorjz Scharf, dem chcmali-

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