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Der Israelit · 1886-12-02 · Heft 94 (2.12.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 94 (2.12.1886)
Date
1886-12-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Rechte Zufällen; Herr Hofrath von Pfeiffer hat weiter-, einen Betrag von fl. 0000 in Rente als Stistnng für das zn errichtende Waisenhaus gewidmet; Frau Panline Stranzky hat mit einem Baarbetrage von fl. 0600 zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten ein Spitalsbctt gestiftet. Tie Herren David Ritter von Gutmann haben fl. 5000 und Wilhelm Ritter von Gutmann fl. 4060 zur Verthcilung an verschiedene Wohlthatigkeits-Institute gespendet. Wie wir Ihnen bereits im Borj.mittheilten, hat der verewigte Baron Max Springer für die Errichtung eines Knabcnwaisenhauses iestan'.'.'niarisch ein bedeutendes Capital gewidmet. Tie Berathungen über die Ausführung der Stiftung wurden im Laufe des JahreS fortgesetzt, sind jedoch bis heute noch zu keinem fertigen Abschlüsse gediehen. In das Versorgnngshaus der israel. Cnltusgemeinde wurden im heurigen Jahre 4 Frauen und 2 Männer ausgenommen. Dieses seiner Zeit von Herrn Sigmund Edler von Wertheimstein zu einer Zeit, wo unsere Gemeinde einige 100 Mitglieder zählte, gegründete Versorgnngshaus hat jedoch nur einen Belegranm von 20 Betten. Unter den heutigen Verhältnissen genügt dasselbe absolut nicht mehr, was der Vorstand zu seinem schmerzlichen Bedauern nur allzuoft empfindet, ohne Abhilfe treffen zu können. Ter Vorstand wird daher, sobald das Erfordernis; für die Activirung eines Knabenwaisenhauscs vollauf gedeckt sein wird, die Frage der Errichtung eines der Wiener Euttnsgcmcknde würdigen Bersorgnngshauses für unsere hilfsbedürftigen Greise in's Auge fassen und hofft bei den immer dem Wohlthun geneigten Sinne unsrer Glaubensgenossen auf eine sympathische Aufnahme und eine werkthälige Unterstützung dieser Bestrebungen. Tie Wohlthätigkeits-Section, welcher die Uebcrwachnng des Gcmeindespitales obliegt, hält allmonatlich daselbst eine Sitzung ab. Nachdem sich der Vorstand die llcberzcugnng verschaffte, das; insbesondere während der rauhen Jahreszeit eine große Anzahl von Aufnahmswerbern zurückgewiesen werden mutzte, weil die in Gemäßheit unseres Budgets festgesetzte Zahl von 70 anfzunehmcnden Franken erreicht war, so hat der Vorstand eine Erhöhung der normalmäßig nrirten zikrankenzahl um täglich 10 Personen für die Monate October bis April beschloyen und must demzufolge die Torarion der Spitalsverwalnrng entsprechend erhöhen. Es werden sohin an dem unserer Verwalrung angehörigen Rothschild - Spirale in den Wintermonaten täglich 80 kränke verpflegt. Ltlcin-Wardein. Unfern: uengcwahlten Rabbiner Herrn Moses Grünewald wurde bei seinem vorigen Woche starrgehabten Amtsaurritr ein großartiger Empfang zu Theil; auch waren ihm die 150 der nr"*' entgegengezogen. Debreczrn. Vor dem hiesigen Schwurgericht fand dieser Tage folgende Gerichtsverhandlung statt: In einer Ortschaft des Marmaroscher Eomitats hat ein gewisser Salomon Marmor bei der Regalienverpachtung als Meistbietender den Sieg über die übrigen Offerenten davongetragen. Einem seiner Gegner, Hirsch Leib Zeichner, war dies nicht recht und er ließ durch seinen Sohn, der, nebenbei bemerkt, Studiosus der Medizin ist, einen mn herausgeben, welcher in 100 Exemplaren gedruckt und vertheilt wurde, wodurch Salomon Marmor sich nicht nur in seiner Ehre gekränkt, sondern auch geschäftlich zn Grunde gerichtet sah; denn fein Jude des betreffenden Ortes wollte mit ihm in Berührung kommen. Tie Verhandlung schloß in der Verurtheilung des H. Zeichner zu einer Geldstrafe von 50 fl. und des jungen Mediziners zu drei Monaten Gefängniß und zu einer Geldstrafe von 200 fl. R u m ä n i e n. L>r. C. Bukarest, 24. November. Die Wühlereien der (auf Rumänisch liberalen) Regierungszeitung „Liberalul" in der Fleischangelegenheit oder richtiger in Angelegenheiten der Schechita und der israelitischen Gemeinden, von welchen ich Ihnen kürzlich gemeldet, haben nur zu bald einen willigen Widerhall und einen brutalen Ausdruck seitens mehrerer Verwaltungsorgane gefunden. Aus Popcni, Bezirk T o r o h o j erfahre ich, daß der dortige Amtsvorsteher, ein getaufter „Jude" wie der Redakteur des „Liberalul", dem Schächter sowohl das Schächten von Vieh als auch von Geflügel verboten hat. Und als er ihn eines Tages beim Schächten von Geflügel traf, schlug er ihn ganz erbärmlich und nahm ihm mit Gewalt fünf Franken aus der Tasche weg, sowie das Meyer. Aus S avend, welches in der Nähe liegt, theilr man ferner mit, daß ein gewiffer Starri (dem Namen nach Grieche) mit Bewilligung des Bürgermeisters 60 Stück Rindvieh dahin gebracht hat, um es zn schlachten, den Israeliten aber ist der Handel mit Fleisch verboten worden. Während schon der erste Fall ein Fanstrechrverfahren ist, ist der letztere, wie Sie sehen, noch radikaler in der Willkür. Tenn, wem: die Vompenicr in Folge des Schächtvcrborcs sich noch von anderwärts Fleisch beschauen können, ist den Saveniern anck das nicht möglich, da ihnen auch der Verkauf verboten ist. Was danach ans der verfaffungsnnd vertragsmäßig verbürgten Handelsfrei heit noch werden wird, davon kann ich augenblicklich

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