Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 93 (29.11.1886)
- Date
- 1886-11-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449687--25415-2515249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»»»>«» V'SSI -iPL'j vq&;j»'»wi« n>)7 (Gebäudes, bei welchem der »tcrdjörii fI)*;- ^t tu]t*orb 11etc Professor Ficgl miö der angebliche „Doktor" .^arl Hugo Petersch die Anfmcrlsamkeit auf sich lenrteit. Herr Petersch hatte nicht wohlgcthan, bei diesem Anlasse in markanter Weise hervorzntreten, denn die eingcleitete polizeiliche Untersuchung ergab, das; er den Doktortitel ohne Berechtigung führte und bereits wegen Diebstahls vernnheilt 'worden war. Der crstere Umstand führte zu einer Anklage gegen Petersch wegen Ucbertretnng der Falschmeldung. Inzwischen ist derselbe jedoch wegen einer andern, viel schlimmeren Affaire verhaftet worden. Er ist nämlich beschuldigt, neuerlich einen Diebstahl begangen zu haben, indem er einer Dame bei einem Rendezvous eine Uhr entwendete. Eigcnthnmlicherwesse hatte er auch den früheren Diebstahl, wegen dcsierr er verurtheilt worden , an einer Geliebten verübt. Die Verhandlung gegen ihn ist für den 30. November unter dem Vorsitze des Landgerichtsrathes Nebenführ anberanmt. Lein Bertheidiger, Dr. Stcgcr, beabsichtigt jedoch, ein Bertagnngsgcsnch einznreichcn, damit der Geisteszustand des Beschuldigtcn einer Untersuchung unterzogen werden könne. Die Verhandlung wegen der Ucbertretnng der Falschmeldung sollte heute gegen Petersch vor dem Bezirksgerichte Wieden siattsinden. Sie stützte sich daraus, daß Petersch sich auch in dem polizeilichen Meldzettcl Doktor der Philosophie genannt hatte. Ta sich aber hiebei ergab, daß der Beschuldigte in landesgerichtlichem Gewahrsam sei, wurde den Bestimmungen der Strafprozeß-Ordnung gemäß der dczirksgerichtliche Akt dem Landesgerichre in Strafsachen abgetreten. Frankreich. Paris, 16. November. Eduard Drmnont. der Verfasser des Werkes rLa Fräuce juive”, das jetzt in 114. Austage erschienen ist, nützt diesen Erfolg nach Kräften aus, indem er einen neuen Band heransgibt, der nicht minder ungerecht, aber auch nicht weniger pikant ist, wie der erste. Er führt den Titel: rLa France juive «lrvaut Topinion“. Der Herausgeber des „Figaro", Francis Magnard, bemerkt zu diesem Buche trencnd: „Die Indensurchr Drmnonrs wird zur Manie, und ich glaube, wie bei seiner ersten Publikation, daß es gefährlich ist, an die schlechten Instinkte sich zu wcnocn und den Neid und die BegährliLkeit der Einen, wie das nur zu tharsächliche Elend der'Anderen gegen die jüdischen Vcsimhümer aufzuhexen. Dieselben Argumente können morgen gegen das protestantische, übermorgen gegen das katholische Ergemhum nnd hierauf gegen die Pariser Stadlobligationen benützt werden, die der sparsame Arbeiter sorgfältig in seinem Schranke ausbewahrt. Man ist überhaupt immer der Rothschild eines Andern. Ich fühle tnich frei von jeder Leidenschaft, indem ich von den Inden spreche. Ich kenne welche, die sehr ehrenhaft sind, ganz loyale Freunde, nnd ich kenne leider auch Ehristen, die ganz vollendete Lpitzbuben sind. Tie Religion hat damit nichts zu thnn. Drmnont hat Recht, wenn er die Macht der Inden konstalin, die Gewandtheit, mit der sie die Hand mit allen nützlichen Geschäften haben, und den Einfluß, den ihnen ihr Geld gibt. Aber was ist zu thnn? Tie Mittel, die Drmnont anräth, sind nicht ernst zu nehmen. Anderseits sind die Eigenschaften, die den Erfolg der Juden bedingen, der Geist der Solidarität, die Unternehmungslust und oie Zähigkeit, kein Monopol der semitischen Rasse; die Ehristen können dieselben sich gleichfalls aneignen. Warum thnn sie cs nicht? Es ist das nämliche Verhältniß wie bei den deutschen Bieren. Wollt ihr, das; man in Frankreich kein deutsches Bier mehr trinkt, so braut selber ein Bier, das so gut ist wie das deutsche. Wollt ihr gegen das llebcrhanduehmcn der Inden ankämpfe», so lernt von ihnen die Gründe ihres Erfolgs, habt die nämlichen Vorzüge und nach Bedürfnis; auch die nämlichen Fehler: sie sind nicht nnnachahmlich. Das ist besser als die Inden zu bedrohen und zu beschimpfen." A f i«t i f ch e T n r k e i. Charknk. rr»:m y?1? ~f?;*2Ti yp'? (Du gehe nun Deinen! Ende entgegen und ruhe; Du wirst jedoch, wenn das Loos an Dich kommen wird, am Ende der Tage wieder aufersleherr. Daniel, Kap. 12, V. 13). Diesen Vers, in welchen! uns so klar nnd deutlich «»gekündigt wird, daß einst srrü:n r"nn (die Auferstehung der Dodlen) ftatlsinden werde, las ich auf einem schwarzen Seidenteppich in Gold gestickt im Haust' des Ehacham Akiba Halcwi in der Stadt Mossul (rrr:) am Tigris und als ich mich erkundigte, zu welchem frommen Zwecke dieser Teppich bestimmt sei, da antwortete mir das dreizehnjährige Töchterchen des Ehachäni, die kluge Sarah, die sich erst vor wenigen Wochen mir ihrem fünfzehnjährigen Vetter Esra Daniel verlobt hätte, daß derselbe für das Grab des Propheten Daniel nnd feiner drei Erilgenossen Hananjah, Mischael nnd Asarjah. die nun alle vier vereint indem nahen Städtchen Eharknk den Todesschlaf schlummern, bestimmt sei, nnd daß ihn nun ihr Barer zusammen nur ihrem Bräu tigau: dorthin bringen werde nnd zwar mir der