Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 93 (29.11.1886)
- Date
- 1886-11-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i<ii^ ,Vi iUu'rtrnciiii, du Versuch, der auch Dofrnütibin §e- Iniiii. Dieses Üi'ci’f bcnmfl die schon cltivtc Vlfnocmic l)icr feinem Verfasser den ^cljrftuljl der vergleietieuden Sprachsorschnng anzntragen, den dieser auch bereitwilligst annahm und ihn noch beute innc bat. Der jnnsie Professor veröffentlichte bald nachher seine „Sagjri hulini (Ladinische Versuche)" dein bald sein ^rellivi.-; glottologic» italiane“ folgte. lS6f> veröffentlichte er sein „Nesso ariano semitico“, kn welchem er eine Annäherung zwischen den scuntischen und arianischeu Sprachen herbeiznführen suchte. Dieser Versuch gelang zwar nicht, aber die Arbeit verschaffte jedenfalls dem Meister neuen Ruhm und neue Ehren. Er veröffentlichte.dann in deutscher Sprache „Studien über die Zigeuner", schrieb Erklärungen zum „Irischen Eodex" in der hiesigen ambrosianischen Biblorhek und veröffentlichte einige jüdische Inschriften aus dem Mittelalter, die er in Apulien entdeckt hatte. Diesen Werken folgten dann „Erklärung und Erläuterung zu den sassanidischen Münzen im Museum zu Neapel", das von dem großen F-leiße und dem scharfen kritischen Sinne seines Verfassers zeugte. Durch diese Reihe von wahrhaft wissenschaftlich abgesagten Werken hat sich Ascoli einen unvergeßlichen Namen in der Gelehrtenwclt erworben. Derselbe ist auch seit einigen Jahren Ritter des bürgerlichen Verdienstordens, Besitzer der höchsten Auszeichnung des italienischen Ärouenordeus und Eommandenr des Mauritius-Ordens. Die Akademien von Paris, Wien, Petersburg und Berlin wählten ihn zu ihrem Mitgliede, eine Ehre, die ihm übrigens auch von fast sänuntlichen Gelcbrtcn- Gescllfchaften Italiens zu Thei! geworden ist. Seine Schüler werden ihm an seinem Ehrentage eine goldene Medaille mit folgender Inschrift überreichen: „A Grazüulio Ascoli i snoi dteccpuli 1861— 1SSG (An Graziadio Ascoli seine Schüler 156 l—1886)." Man erwartet auch, daß die Negierung diesem Gelehrten an seinem Ehrentage eine neue Auszeichnung zukommen lasten wird, und auch die auswärtigen Gelehrten-Gescllschaften dürfen diesen Dag schwerlich ohne Manifestationen zu Ehren ihres Mitgliedes vorübergehen lasten. Rußland. Die verbannten Juden in Kiew haben dem „Kiewljänin". zufolge unerwartete Verthcidiger in Kiew selbst gesunden. Die Juden konnten sich früher den Bestimmungen gemäß im Plonki- und Lybedski-Bezirk Niederlagen und ihr Zuzug nothigre die dortigen Grundbesitzer, ihre Häuser zu erweitern, wobei sie nicht selten zu Anleihen ihre Zuflucht nehmen mußten. Ta die Inden ordentliche Miecher! waren, die das Mietbgeld regelmäßig zahlten, so beseuldcrr sicki die .Hausbesitzer bei dieser Einwolrueeschasl ganz gut und es wurde ihnen auch nicht schwer, ihren Verpflichtungen nachznkommen. Der Auszug der Judetl wäre fast mit ihrem Ruin identisch und sie haben daher eine Villschrist ansgesem, in welcher sie das Sladthaupt beschwören, die Inden nicht cxilkren zu lassen, bevor die Judensrage auf legislativem Wege entschieden worden ist. P a l ä st r u a. Jaffa. Seit einem Jahre besteht dahier ein Verein a" der in den verschiedenen Zweigen seiner Thätkgkcit überaus segensreich wirkt. In erster Linie ist derselbe ein Kränkenderem, der einen eigenen Arzt (Herrn Dr. Stern) besoldet und geeignete Lokalitäten zur Aufnahme von kranken besitzt. Ter Verein nimmt sich nicht blos der Orrskrankeu an, auch Durchreisende, von denen sich hier als Haupthafenplatz Palästinas zu allen Zeiten viele anfhalten, finden, wenn sie krank geworden, Ausnahme in diesem 51 rankenhause und unentgeltliche Behandlung. Durch seine Vermittlung haben 46 Personen der nach Evpern gelockten unglücklichen rumänischen Glaubensgenossen Unterkommen in verschiedenen Theilen des Landes gefunden oder sind aus Kosten des Vereins nach ihrer Heimarh zurückgeschickt worden. Außerdem hat der Verein ein Anskunftsbureau eingerichtet, das jedem Fremden, den vom Innern des Landes oder von der See kommenden. mit Rath und That zur Seite steht, und auch dieser Theil seiner Dhatigkeit hat die schönsten Erfolge anf.znweiscn. Selbstverständlich hat der Verein zur vollständigen Entfaltung seiner Wirksamkeit eine große Summe Geldes nothig, die in Jaffa allein anszubringen nicht möglich ist. Es wäre eine wahrhaft verdienstliche Wohlthat, wenn europäische Glanbensgenopen diesen Verein mir Gaben bedenken mochten und solche an HerrnMaier Hamburger, Präsident des Vereins „Esrath-Jsrael" in Jaffa (Palästina) senden wollten. Amerika. In New-ZZork starb vor Kurzem der ftühere Senator David'Levi. Derselbe faß bis 1845 als Vertreter Floridas im Eongreffe, wurde dann znm Senator ernannt, schloß sich jedoch 1861 den mdftaattichcn Rebellen an, weßhald er nach der Einuah:ne vonRichmonds als Staatsgefangener eingesperrt wurde, bis ihm Präsident Grant die Freiheit schenkte. Der frühere Senator war ein Enkel des marrokanischen Großveziers. Mnnavha Juley. der, als ihm sein Gcbierer Sultan Mohamcd nach dem