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Der Israelit · 1886-11-29 · Heft 93 (29.11.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 93 (29.11.1886)
Date
1886-11-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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i lur.'r l - i I Vdu'u trachtete, nach Giberaltar tiitsloli, dort zum Fudcnthum überlrat, den Manien Lcvi auualnu und eine Jüdin heirarhete. Sein Lohn Moses wauderte nach Florida (Amerika) ans »nd kaufte sich dorr au. Michael. Erzählung von S.-Kohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Neunzehntes Kapitel. Das Tragoncrregiment, in welches Lorenz seil Kurzem als Lieutenant cingctreten, ergänzte sich aus einem mährischen Werbbezirke und mochte wohl auch dieser Umstand dazu bcigetragcn haben, daß Baron Horneck - Golzinger zu demselben übersetzt worden war. Ter Bürgermeister, welcher mit seinem Lohne möglichst viel Aufsehen erregen und die Aufmerksamkeit des ganzen Städtchens auf ihn lenken, nebenbei sich auch den Staats- und Militärbehörden als höchst loyaler Beamter bemerkbar machen wollte, schlug bei einer Magistratssilzung vor: „die Stadt möge den „vaterländischen Hcldensöhnen," welche nach langer Abwesenheit in die.Heimath znrückkchrtcn, einen festlichen Empfang bereiten. Sein Vorschlag fand im Schooße deS Magistrates und des Lürgerausschnpes keinen Widerspruch , jedes einzelne Mitglied ergriff mit Freuden die Gelegenheit seinen Patriotismus, in einer, für ihn kostenloser Weise zu manifcstiren und so wurde der^ Beschluß gefaßt, der Bürgermeister möge an'der spitze des Magistrates und der Bürgerschaft das Regiment an der Stadrgrenze erwarten und den Obersten mit einer schönen Rede begrüßen. Zur Erhöhung dieser Feierlichkeit, sollte Jedermann nach Kräften beitragen, die Bürgerschützen-Kompagnie, die Zünfte, die Schuljugend ausrücken. Ein weiterer Amrag eine Triumphpsorre zu errichten und weißgekleidete Jungfrauen, Blumen streuen zu lassen, war ursprünglich mit großem Enthusiasmus ausgenommen, aber dann wieder fallen gelassen worden, als ein Rath zu bedenken gab, daß eine solche Ehre doch nur dem Monarchen zukomme, und daher von den Oberdehördcn übel verurcrkl werden könnte. Die Ankunft des Regimentes war für einen Montag Nachmittag Mummt, eine Eskadron sollte in der Stadl, die andern in der Umgebung nulcrgebracht werden. Der Tag wurde ooit der gesammtcn Sradtbewölkerrmg als ein Festtag gefeiert. Die Handwerker, Gewerbslente, Krämer, welche der Schützengilde augehörteu, waren den grüßten Tüeil des Vormittages damit beschäftigt, unter Mitwirkung ihrer Frauen, Kinder, Geselleil, Gehilfen, Lehrjringcu, ihre Gewehre und Uniformkuöpfe blank zu putzen, die Bürgernnlsorinen zu reinigen, den Stiefeln Glanz zu verleihen. In Weiser pädagogischer Fürsorge wurde Vormittags keine Schule abgchalten, damit sich die Jugend in zweckmäßigster Weife auf den nachmittägigen Müfsigaug vorbereite und auch einer gründlichen Reinigung unterzogen werde. Die Mägde hielten statt zu arbeiten am offenen Markte am Röhrbrnnnen eine Besprechung, deren Hauptthema die Erörterung bildete: „Daß ein schmucker Dragoner doch ein ganz anderer Liebster als ein Eivilist sei," eine These, die namentlich von jenem Theile der Tclibcrircndcn vertheidigt wurde, welche sich in letzterer Zeit mir ihren Anbetern ans irgend einem Grunde zerschlagen und sich daher in der Notblage befand, nach einem passenden Rempla§anten Umschau zu halten, auch von Unbeständigenwelche dem Ovid'schen Spruche „variatio delectat!u huldigten. In der ganzen Stadt wurde heute eine Stunde früher zu Mittag gegessen. Schon zwei Stunden vor der, für die Ankunft des Regimentes bestimmten Frist hatte sich eine schaulustige Menge vor dem Stadtthore, an der Stadtgrenze versammelt und nach und nach rückten die Schützen-Compagnie mit wehender Fahne und klingendem Spiele, die Gewerke mit ihren Zunftfahneu, die Schuljugend an, und nahmen die ihnen von den Ordnern angewiesenen Plätze ein. Wie es sich für den Ehcf der Stadt geziemt, langte der Bürgermeister Golzinger an der Spitze des Magistrates am spätesten an. Kurz daraus zeigte sich schon an einer entfernten Wegesbicgung die Avantgarde, das Schmettern der Trompeten, das regelmäßige Aufschlagen der Roneshuse wurde hörbar. In die dichte Masse der Empfangenden kam plötzlich. Bewegung. Tie Schullehrer überblickten wie Feldherren vor Beginn der Schlacht die Schaaren ihrer Jungen und Mädchen, und ermahnten mit geflügelten Worten, namentlich die in der Vorderreihe stehenden, ihre Rasen einer letzten gründlichen Reinigung zu unterziehen; — die Altgesellen hoben die Zunftfahneu hoch empor, — der ■ nr f ■' »awBram,myiü’ariiiii1,

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