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Der Israelit · 1886-11-29 · Heft 93 (29.11.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 93 (29.11.1886)
Date
1886-11-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kill'.) stellte, dic in die Gemeinde chi.^icKcii luulftcu, ‘>!her wie.verr Xr. Vcwi behanplen fniin, bnfj rdijiiöic Motive nicht erifmcii, ist 11110 ganz uiinci fiiniK^ lid). — Dieselbe Behauptung hat Herr De. Vcwi vor s Tagen in der Synagoge ausgestellt, und dennoch haben wir unsre religiösen Bedenken schriftlich, sowohl der Behörde als auch dem hiesigen Rabbinat zugeftellt. Oder wird vielleicht von Seiten der (Gemeinde für einen Religionsunterricht gesorgt? Trotzdem die neue Neligionsgescllschaft in heftiger Weise von dem Rabbiner angegriffen wurde; so hat dennoch der Vorstand der Gesellschaft demselben sehr massig geantwortet, und wollen wir Herrn Tr. Levi mit Rücksicht auf sein hohes Alter schonen, und nur das veröffentlichen, was direkt mit der ncugegründeten Gemeinde im Zusammenhänge steht. Dieselbe hat bereits die erfreulichsten Fortschritte gemacht. Es wurden zur Anschaffung von inneren Einrichtungen freiwillig von unseren Mitgliedern 700 M. ge.zcichet, ebenso Spenden für nrrc und Thoramäntel.— Ein geeignetes Lokal ist bereits gemicthet, und die Lehrer-, Borbcter- und ^n^'-Stctte ausgeschrieben. Möge es gelingen, einen wahrhaft religiösen und tüchtigen Lehrer zu finden; der die Jugend zu gottesfürchrigen und gute Menschen heranbilde, und der Segen Gottes möge unser Vorhaben begleiten. Karlsruhe- Herr Rabbiner I. Schwarzstein von hier übersandte S. St. H. dem Großherzog das von ihm hcransgcgebcne Werk Targnm Arvi, ein Auszug aus Rabbi Saadiahes Bibclinterpretation, welches schon in Nr. 7! dieses ger'cki. Blaues allen Freunden der Bibelknnde warm empfohlen wird; worauf demselben nachstehende Zuschrift übermittelt wurde. „Geheimes Kabinet S. K. H. de? Großhcrzogs von Baden. Hochgeehrter Herr! Ew. Wohlgcboren haben mir Schreiben vom 9. b. Mts. Seiner königlichen Hoheit dem Großherzog ein Exemplar Ihrer Schrift „Targnm Arvi", eine deutsche Üebersetzung und Erklärung der in der Großherzogl. Hof- und Laudesbibliothek besiudlichen arabischen Interpretation des Benlarench znkommen lapcn, welche in der Ihrem Schreiben in Abschrift augcschlonencn Recennon eine besonders günstige Beurtheilung erfahren hat. Der Großherzog har diese Vorlage gerne cntgegeugenommen und mich gnädigst beauftragt Ihnen für die Ueberreichuug Ihrer Schrift und die Höchst- - demselben dadurch erwiesene Airfmerlsarnkeit Höchsiseiueii verbindlichsten Tank auszusprechen. Genehmigen Sie, Hochgeehrter Herr, die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung. Freiherr v. Ungcvn Stern6erfl. / Karlsruhe, 13. Rov. 1886. Zlußerdcm gingen noch Herrn Sch. von verschiedenen maßgebenden Älreifen n. A. von der Gr. Bad. Hof- und Laudesbibl. und von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Anerkennnungsschreiben zu. Berlin. Ter kürzlich hier verstorbene Generalkonsul Joseph Behrendt, früher Mitglied des Aeltcsten-Kollcgiirms der Kaufmannschaft, ein geborener Landsberger, hat, der „Renm. Ztg." zufolge, der Synagogen-Gemeinde seiner Vaterstadt 9000 Mark, der Stadt Berlin 300,000 Mark, der Synagogen- Gemeinde in Berlin 150,000 Mark vermacht. Kassel, 2-t. Rov. Bei einer gestern und vorgestern stattgehabten Verhandlung der Strafkammer des hiesigen Landgerichts stellte es sich heraus, daß der vor etwa Jahresfrist verstorbene Redakteur Hennics, ein früherer Gutsbesitzer, den ganzen Rest seines Vermögens, 24.000 M. in ein Pfandleihgcschäft gesteckt harte, um einen Zinscngennß von 10— 12 pEr. (nach einem Kasseler Blatte bis zu 50pEl) zu erzielen. Freilich kam die Sache anders und Hennics verlor sein ganzes Geld. Dieser Mann kam 1860—81 hierher und vertrat journalistisch die Idee, daß den Bauern vom Staate Geld für 3pEr. geschafft werden müsse, um sie ans den Klanen des indischen Kapitals zu befreien. Für ans Bauerngüter dem Staate zu verpfändende Hypotheken sollte Papiergeld emittirt werden, um die nöthigcn Mittel für die Darlehen zu beschaffen. — Hennics gründete zur Frukrisizirung seiner Schrulle, ein Wochenblatt, das er „Geldmonopol" nannte. — Mit einem wahren Fanatismus trat er in diesem, durch Kolporteure in den Straßen vertriebenen Schmutzblatt gegen den Zinswucher und die Inden auf: — die oben angeführten Tharsachen beweisen, das; er innerlich eine ganz andere Meinung von hohen Zinsen hatte. Hennics, der bei den Antisemiten Anfangs gute Freunde gefunden, entzweite sich mir denselben später. wohl hauptsächlich deshalb weil diese edlen Seelen das Geschäft, das Hennics mit dem ..Goldmonopol" machte, selbst schlucken wollten. Sie gründeten deshalb das „Rcichsmonopol." Der Tire! dieses Blaues ist, wie man sieht, eigentlich das geistige Eigenthum des Henuies und

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