Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 93 (29.11.1886)
- Date
- 1886-11-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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|Ö0« 0timc» filiifl dahin, seine Sitten zu vervollkommnen nnd seinen (suift zu bilden. Ta der ftvcluc cv danach. die Erstgeburt und beit damit verbundenen priesterlicheu Berns zn erlangen, und die Mißachtung seines Bruders gegen alle geistige Vorzüge machte ihm die Erwerbung derselben leicht, keinerlei irdischer Vortheil war mit der Erstgeburt verknüpft, und deßhalb verachtete sie Esaw und gab sie hin um ein Linsengericht. Abraham hatte seinem Sohne Iizchak den ihm gewordenen GolteSsegen nicht ertheilt, weil er im prophetischen Geiste die Ausartung EiawS erschaute und diesen nicht mitsegne» wollte. Er überlies; die Gestaltung der Tinge der Fügung des atlweisen Gottes. Iizchak aber wollte den Esaw segnen, seinen erstgeborenen Sohn; denn Iizchak war gleichsam die Verkörperung des strengen Rechts (\n)t. das keine Rücksichten kennt und keine Rücksichten nimmt. Ihm trat, wie wir bereits ausführlich dargelegt haben, Niwkah entgegen, und verschaffte dem würdigen Sohne die Verheißungen einer glanzvollen Zukunft. In ihrer Veranstaltung erkennt dann auch selbst Iizchak die göttliche Fügung und bestätigt freiwillig den Segen, den er unfreiwiliig seinem Sohne Jakob ertheilt hatte (rvrp -jrd c:). Nicht aber Esaw; er haßt seinen Bruder wegen des Segens, mit welchem diesen sein Vater gesegnet hatte. In seinem Herzen sehnt er den Tod seines Vaters herbei, um seinen Bruder zn ermorden. Niwkah aber, eine Prophetin, liest in dem Herzen ihres erstgeborenen Sohnes dessen finstere Pläne, und sie beschließt, ihren Sohn Jakob zu retten. Tiefer ist noch unvermählt, während Esaw zwei götzendienerische Frauen genommen, die ihren Schwiegereltern das Leben verbittern. Ta spricht Niwkah zu ihrem Galten: Wenn auch Jakob sich .mit einem götzendienerischen Weibe verbindet, wozu ward mir dann Leben zu Thcil? Tann ist mein Leben ein zweckloses, ein vergebliches gewesen, dann ist die hohe Zukunft unseres Hauses, für die ich gelebt und gestrebt habe, seitdem ich die Hcimath verladen, uw. in die Familie Abrahams cinzutretcn, für immer verloren. — Beide Eltern beauftragen dann ihren Sohn Jakob in die Hcimath seiner Mutter zn ziehen nnd aus der Familie Niwkabs ein Weib sich ^zn nehmen, welches die Traditionen Abrahams znerfanen vermag, wie Niwkah einst gethau. Und Jakob, der vollkommene Mann, gehorcht feinen Eltern und wandert nach Osten in die alte Heimcuh seiner Vorfahren. Aber nicht wie einst der Unecht Abrahams,- der mir zehn Kameelen, mit vielen Dienern und Gold und .ttost-! arkeilcn die Reise amrat, um für den Sohn seines Herrn ein Weib zu gewinnen: nicht also wandert Jakob ans. Seine (Entfernung vom Vaterhanse ist ja in erster Linie ciue Flucht vor dem feindlichen Bruder. Wen» Jakob aber auch arm und verlassen dem Vaterhause eutstieht — Gott ist bei ihm, um ihn zn beschüveu und zu behüten, um ihn zu segnen und ihn groß zu machen. Zunächst sucht..Jakob die Ställe auf, ans der sich das größte Ereignis; in der Geschichte seiner Faruilie vollzogen hat. Er wandert nach dem Berge Morkjah, wo Abraham den größten Gehorsam gegen Gott und Iizchak die größte Hingebung für Gort bewiesen hatten. Hier hatte Abraham das Morgeugebet verrichtet, das fettöem in seiner Faruilie zur Regel geworden. Hierher war Iizchak gewandert, um, als der Tag sich neigte, zu Gott zu flehen, daß ihm der Knecht Elieser ein edlcS, frommes und tugendhaftes Weib znführe. Seit jenem Tage war das Minchagebet angeführt. Jakob kam an diesen heiligen Ort, als die Sonne schon untergegangen war. Und er, der arme, verlassene Flüchtling betete daselbst in heißer Andacht zu seinem einzigen Begleiter, zu seinem Vater im Himmel. Tann legte er sich nieder ruhig und voller'Zuversicht, an diesem einsamen Orte, auf freiem Felde, ohne sich vor Räubern oderwilden Thieren zn fürchten, um daselbst zu übernachten. Ein harter Stein war sein .Kopfkissen.. Was gab ihm den Muth» trotz so mancher Gefahr, die ihn hier bedrohen konute, zu ruhen und zu schlafen? Er hatte das Maariwgebet^ gebetet, daS noch heute seinen Kindern selbst m finsterer, einsamer Nacht Ruhe und Sicherheit gewährleistet. — (Forschung folgt.) Zeitungsnachrichten nnd (5orrefporrderrzen. Deutschland. Mainz, 23. November. TaS Eentralbkatt für ElectroreÄnik bringt aus Paris die Nachricht, daß neben Beguerele und Teprez u. a. die Herren Maurice Levh, membre «le rinstuiit. und Baron Edmund de Rothschild zu Mitgliedern der elec trorechnischen Eommission für die 168'.» oroieetkre Weltausstellung vom Ministerium des Innern ernannt worden sind. TaS Eentralblatt füg: Da, daß die Namen der Herren für die Güte der Ansführung Bürgschaft leisten. Gießen, 28. Nov. ES ist wohl wahr, daß in Bezug auf die Trennung innerhalb der hiesigen Gemeinde auch Geldmotive vorhanden sind, indem der Vorstand riesige Geldforderungcn au diejenigen ' J k!; fi