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Der Israelit · 1886-11-29 · Heft 93 (29.11.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 93 (29.11.1886)
Date
1886-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVII. Jahrgang. Mim Sin KenLrat - Zrgan für das orthodoxe Iudenthum. Hcrausgcgeben von I)r. Lehmann in Mainz. Montag, den SV. November 5647 (1886). Leitender Artikel. IaKoö. i. Mainz, 25. November. Der Bedeutendste unter den drei großen Begründern unsres Volkes war Jakob, dem der allmächtige Gott den Beinamen Jrsrael, Gottesstreitcr, verliehen, dem es vergönnt war, die zwölf Stämme Israels zu zeugen und sie-so zu erziehen, daß sie alle treue Diener des einzigen Gottes und befähigt wurden, die Nation hcrvorzubringen, von der es heißt: Und ihr sollt Mir sein ein Reich von Priestern,^ ein heiliges Volk. — Unsre Weisen lehren, daß Jakob selbst schon würdig gewesen, die Thora zu empfangen; daß Gott es jedoch vorgezogen, das größte, weltgeschichtliche Ereignis; solange anfzuschicbeu, bis die Nachkommen Jakobs zu einem Volke herangewachsen. Nicht ein einzelner Mann, nicht eine einzelne Familie sollten die Empfänger und Träger der Gotteslchre werden, sondern ein ganzes Volk. Und ferner lehren die Weisen, daß Gott den Abraham nur um Jakobs willen aus dem feurigen Kalkofen gerettet habe, denn das ganze Leben und Streben Abrahams verwirklichte sich einzig in Jakob und dessen Nachkommen, nicht aber in den übrigen Völkern, die Abraham entstammten. Jakob war ein Mann des Kampfes; fast unaufhörliche Kümpfe durchziehen sein ganzes Leben. Diese Kämpfe begannen schon im Mutterfchooße. „Und cs stritten die Kinder in ihrem Innern, und sie sprach: Wenn dem so ist, wozu bin ich da? und sie ging zu befragen den Ewigen." (1. B. M. E. 25. V. 22.) Noch einmal finden wir in der heiligen Schrift eine ähnliche Frage der Riwkah verzeichnet. „Und es sprach Riwkah zu Jrzchak: Mein Lebens ist mir zuwider wegen der Töchter Eheth (wegen der götzendienerischen Frauen Esaws); wenn Jakob nimmt eine Frau von den Töchtern Cheth, wie diese, von den Töchtern dieses Landes, wozu mir dann das Leben? (l. B. Al. E. 27. V. 46.) Wir haben bei der Eharakterschildernng unsrer Mutter Riwkah dargelegt, daß ihr ganzes Leben und Streben in dem einen Gedanken gipfelte, die große Zukunft ihres Hauses zu begründen. Als sie nun den Widerstreit in ihrem Schooße wahrnahm, da glaubte sie diese Zukunft gefährdet, und sic ging hin, Rath zu holen bei den alten Propheten des Zeitalters, bei Schein und Eber, welche die alten Traditionen sich liciuaf;rt ^attcir; bcrin 3cfjcnt hatte noch den Metuschclach persönlich gekannt, und dieser war von Ehanoch und Schcth und Adam belehrt worden. Schein und sein Enkel Eber, die beide ein hohes Alter erreichten, waren die Lehrer des Menschengeschlechts, die Propheten Gottes, llnd Gott eröffncte ihr durch den Mund seiner Propheten: Verzage nicht! Die Zukunft deines Hauses ist nicht gefährdet. Zwillinge sind in deinem Schooße. von denen zivei Völker abftammen, welche die größten Gegensätze bilden werden (rrs*), daher der Widerstreit in deinem Innern; und der Jüngere wird berufen sein, die Herrschaft des Geistes zu führen, welche den Ruhm und das erhabene Ziel deines Hauses bilden. — Schon bei der Geburt traten in der äußeren Erscheinung die Gegensätze zu Tage; der Erstgeborene roth und behaart, der Zweilgeborene glatt und weiß. Dem Erstgeborenen gaben die Leute ps-p") den Namen Esaw; der Zweitgeborene hatte mit seiner Hand die Ferse Esaws ersaßt. und Gott (s-p) gab ihm den Namen Jakob. Noch deutlicher traten die Gegensätze zu Tage, als die Knaben hcranwuchsen. Esaw stürmte hinaus auis Feld und liebte das grausame Vcrgilügcn der Jagd. Jakob aber blieb daheim und sein ganzes

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