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Der Israelit · 1886-11-25 · Heft 92 (25.11.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 92 (25.11.1886)
Date
1886-11-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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bttf f) elfte Sehnen nach einem jüdischen Nachfolger Liidlvig Lölve's V Der l'iivm aber, welcher in freisinnigen Blättern über jenes Bertangeli sich erhebt, gipfelt offenbar in der Befürchtung, die jüdischen Wähler könnten, ailsgestachelt tmvei) die „Mg. Zeit, des IudemhnmS" durch Wahlellthaltullg den Sieg der Freisinnigen gefährden. Der Grund dieser Befürchtung dürfte nunmehr geschwunden sein: Die deutschen Juden werden nach bester lieber',engung ihre' Stimme abgeben, sie sind weder .vorige der Freisinnigen noch irgend einer andern Partei. Sie werden, lvie immer, atlch in der Zukunft nach freiem Ermessen den Mann wählen , auf welchen ihre politische Ueberzengung sie hinweist, nur dann hat-» wir cZ stets als eine Ehrenpflicht der jüdischen Solidarität bezeichnet, daß unsere Glaubensgenossen einmnthig an die Wahlurne treten, wo cs gilt, eine Partei 311 bekämpfen, die den finsteren Glaubenshaß und die brutale Unduldsamkeit gegen Andersgläubige auf ihre Fahne geschriebell, das gebietet uns unser Gewissen, das gebietet uns unsere Veruunft. Ob mm Herr Gerold, der Candidat der Eonservativen, jener judenfeindlichen Partei i-ruw xbrnsa augehört, das glauben wir dem Ermegen der jüdischen Wähler des ersten Berliner Neichstagswahlkreises anheimstcllen zu dürfen. - Bl. Frankfurt a. M. Im „General-Anzeiger" finden wir folgende recht interessante Angabe: lieber, das Testament des verstorbenen Mauer Earl von Rothschild bringen auswärtige Blätter mehr oder minder ungenaue Mittheilungen, die bereits mehrfach dementirt worden sind. Auf Grund einer uns von wohlunterrichteter Seite zugehenden Darstellung constatireu wir zunächst, daß die Behauptung, die Hinterlassenheit betrage 800 Millionen, welche auf die Wittwe übergangen, in allen. Theilen unrichtig ist. Das hinterlassene Vermögen, dessen Höhe sich heute, wo die Abrechnungen noch schweben, überhaupt noch nicht angcbcn läßt, ging aller Familiengepslogeuheit gemäß auf die Kinder über, während die Frau Baronin eine mehr als fürstliche Rente erhält. Für Frankfurt, ja für ganz Deutschland wird aber die Mittheilnng von hohem Interesse sein, daß die Erben beabsichtigen, die zum Theil ans der Günthersburg, zum Theil in dem Hanse am Maingnai befindlichen viele Millionen wende Sammlung von Kunst- und Alterthttmsgegenständen, zu vereinigen und für dieselbe einen dem Publikum zugänglichen Prachtbau zu errichten. Frankfurt würde mir diesem Museum einen Reichsschay erhalten, der zweifellos eine große Anziehungskraft ansüben würde. Wir dürfen getrost sagen, daß fich die Erben des Verstorbenen den Dank der Stadt erwerben, wenn sie ihre Absicht anssühren, woran kaum zu zweifeln ist. — Frankfurt a. M., 18. November. Ter hiesige Verein zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Kinder hat, gemäß eines Beschlusses in seiner lebten Sitzung, an den Herrn Distrikts - "Rabbiner Dr. Deutsch in Burgpreppach, der während der Zeit seiner pädagogischen Thätigkeit in Frankfurt auch die Vereinsvorträge leitete, folgendes Dank- und Anerkennungsschreiben gerichtet: Herrn Rabbiner Tr. Deutsch, Ehrwürden in Burgprppach „Sie haben, werther Herr Rabbiner, feit langer Zeit die wöchentlichen, sabbatlichen Vorträge in unserem Vereine in einer Weise geleitet, die unsre aufrichtigste Bewunderung erregte und das Entzücke» der stets zahlreich versammelten Zuhörer bildete. Zu unserem riefsten Bedauern hat Ihre Berufung als Rabbiner diesem edlen Wirken ein Ende gesetzt, und sagen wir Ihnen, verehrter Herr Rabbiner für Ihre so erhebenden Vorrräge unfern innigsten Dank. Unsere aufrichtigsten Wünsche, der Tank und die Liebe Ihrer zahlreichen Verehrer begleiten Sie i Mögen Sie in Ihrem neuen Wirkungskreise die gleiche Anerkennung finden!" Der Vorstand des „Vereins zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Schulkinder" i. A. I. Strauß. Raphael M. Kirchheim. Das Schreiben ehrt den Empfänger wie die Herren Absender in gleicher Weise. Posen, im November. Die Erben des km vorigen Jahre in Lang-Guhte bei Bojanowo (Prov. Posen) verstorbenen Gutsbesitzers Herrn A b raham Rohr haben, dem Andenken ihres Vaters zu Ehren, der jüdischen Gemeinde zu Bajonowo, der derselbe als Mitglied augehörte, eine Schenkung von 90,000 Mark gemacht, deren Zinsen zur Deckung der Gemcindebedürmisse ausreichen, so daß die Mitglieder von Gemeindesteuern befreit sind, und was noch wichtiger, der Bestand der Gemeinde gesichert ist. — Daß der eine Sohn des Herrn A. Rohr, Herr Kaufmann M 0 r i y Rohr aus Breslau, bereits ein -kapital von 500,000 M. zur Errichtung eines jüdischen Lehrerseminars und 100,000 M. zu einem jüdischen Krankenhanse für unsere Stadt gespendet har, ist den Lesern des „Israelit" dereirs bekannt. Ter Vorstand der hiesigen Synagogen-

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